Erfolgreich

"Ich gestalte den Rahmen"

Metallbranche
10.12.2021

Von: Karin Legat
Metalltechnikerin des Monats: Susanne Füreder führt die Technikschmiede LFM in Burgkirchen/OÖ in dritter Generation.
Susanne Füreder

Metall bestimmt das Leben der 36-jährigen Oberösterreicherin Susanne Füreder. Seit letztem Jahr ist sie Geschäftsführerin des Technikbetriebs LFM. Das Motto "Leben für Metall" – dafür steht LFM – begleitet sie beruflich wie privat. "Wir bauen gerade unser Haus, dort sind wir ebenfalls vom Werkstoff und seiner Ästhetik überzeugt." 
LFM könnte auch beschrieben werden mit: "Leidenschaft formt Metall" – auch das findet sich im Alltag von Susanne Füreder. "Meine Arbeit ist sehr befriedigend." Lange Zeit konnte sie sich die heutige Tätigkeit jedoch nicht vorstellen. "Nach der AHS habe ich Internationale Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck und Nizza studiert, danach war ich als Produktmanagerin im Bildungsbereich und in einer Unternehmensberatung tätig. Dort habe ich Firmen beraten und Betriebskonzepte für sie verfasst." 
Heute steht Füreder auf der Seite der Praktiker. Als Beraterin war sie oft frustriert, wenn ihre Konzepte in den Schubladen der Betriebe verschwunden sind. Heute kann sie selbst Veränderungen vorantreiben und den Betrieb weiterentwickeln. "Ich habe das großstädtische Angebot von Wien sehr geschätzt. Irgendwann hat es mich dann aber doch in die Heimat gezogen und ich wollte die Herausforderung annehmen. "Den technischen Background hat sie sich in der Abend-HTL für Maschinenbau geholt. "2020 habe ich zum 2. Mal maturiert", erzählt sie schmunzelnd. Heute ist Susanne Füreder bei LFM für Vertrieb, Personal, Qualitätsmanagement und Marketing verantwortlich und erledigt Teile vom Einkauf.

Frauen in der Technik

"Ich habe sehr viel mit Technik zu tun, es gibt jede Menge Schnittstellen, z. B. bei Machbarkeitsanalysen und der Angebotslegung", spricht sie über ihre tägliche Arbeit. "Daher bin ich sehr froh, dass ich durch die Ausbildung an der HTL die Sprache der Technik beherrsche, auch wenn ich nicht als Technikerin arbeite." Ein technisches Verständnis sei für den Verkauf, aber auch für die Planung von Investitionen in neue Maschinen und Infrastruktur oder von Maßnahmen zur Arbeitssicherheit nötig. 
In ihrem Umfeld kennt Susanne Füreder einige sehr erfolgreiche Frauen in der Führung technischer Unternehmen. "Ich profitiere durch den Austausch mit ihnen, Vorbilder in Führungspositionen sind sehr wichtig. Für mich selbst hat meine Mutter eine entscheidende Rolle gespielt." Für technikinteressierte Mädchen hat die Oberösterreicherin einen Tipp parat: Nicht überlegen, was andere denken, sondern sich trauen, wenn man sich für etwas interessiert. "Meine engste Mitarbeiterin ist gelernte CNC-Technikerin. Sie profitiert sehr von ihrer handwerklich-technischen Ausbildung und ist neben ihren kaufmännischen Aufgaben auch als Sicherheitsvertrauensperson tätig."

Kopf- und Handarbeit

Die Vielseitigkeit des Werkstoffs Metall spiegelt sich in der Vielfalt der Produkte wider. "Das macht die Arbeit so spannend", betont Füreder und erwähnt Projekte wie Aluminium-Schüttgutmulden für den Fahrzeugbau, Schweißkonstruktionen für den Maschinenbau, Tragwerke aus Stahl und Transportbehälter für die Fischzucht "Das alles ist nur mit einem Team aus Spezialisten möglich, die beste Kopf- und Handarbeit leisten. "Und ich gestalte den Rahmen und stelle sicher, dass unsere Mitarbeiter hochwertige Arbeit leisten können."

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