Frauen in der Technik

Metalltechnikerin des Monats

In der Schlosserei Ritonja sorgt Daniela Klinser durch die Veredelung von Oberflächen für die Einzigartigkeit der Werk­stücke.

09.02.2021
Metalltechniker
Karin Legat
11.02.2021

Gegründet 1905 als Werkstatt für klassische Reparaturen und kleinere ­Bauschlosserarbeiten präsentiert sich die Schlosserei Ritonja heute als erste Adresse für Kunstschmiede, Metalltechnik und Metallrestauration. Während sich ihr Ehemann auf den technischen Bereich und die Werkstätte konzentriert, ist Daniela ­Klinser für den Feinschliff der Arbeiten zuständig: Sie veredelt die Oberflächen der Werkstücke. „Das macht mir Spaß.“ Mit einer Lackierung, dem Abziehen von Metallen und der Behandlung mit Farbe wird ein Werkstück herausgehoben und die Handschmiedearbeit besonders betont. Produkte werden veredelt und gegen äußere Einflüsse geschützt, vom Pavillon über Vordachkonstruktionen, Gartengarnituren bis zum Stiegengeländer. 
Auf die Frage, wieso sie von ­Barbara ­Leitner, Geschäftsführerin der Landesinnung Metalltechnik an der WK Steiermark als Interviewpartnerin für das Por­trät in METALL vorgeschlagen wurde, meint ­Daniela Klinser: „Frauen, die metalltechnische Betriebe leiten, sind in Österreich generell die Ausnahme.“ Mit ihrem Mann ­Roland Klinser hat sie das Familienunternehmen 2003 in vierter Generation übernommen, die 51-Jährige ist heute Inhaberin der Schlosserei. „Ich bin mit dem Betrieb aufgewachsen und habe schon sehr früh mitgeholfen.“ Technische Ausbildung hat sie keine genossen. „Mein Mann unterrichtet am Wifi Schweißtechnik, ich lerne mit den jungen Technikern in der Werkstatt mit und kann mich auf diese Weise laufend weiterbilden“, berichtet die Urenkelin des Firmengründers Max Ritonja.
 

Kein Tag wie der andere

Design ist für Daniela Klinser ein zentrales Element der Produktion. In der Schlosserei Ritonja wird nicht materialübergreifend gearbeitet, vertraut wird in der Grazer Werkstatt vor allem auf Stahl, Messing, Kupfer, Schmiedebronze und Nirosta. Neben der Endfertigung ist Daniela Klinser auch für den Materialeinkauf sowie für kaufmännische Angelegenheiten zuständig. „In so einer kleinen Firma ist man überall ein bisserl dabei“, lacht sie und sieht das als schöne Herausforderung. Es sei kein Tag wie der andere. „Wir bieten größtenteils Einzelanfertigungen, jedes Projekt ist anders zu bearbeiten, man muss jeden Tag anders denken“, betont Klinser. Das Firmenmotto der Schlosserei entspricht dieser Herausforderung: vom Gespräch zur Idee, von der Idee zur Zeichnung, von der Zeichnung zum Projekt, vom Projekt zum Ergebnis. Ausdauer und Durchhaltevermögen helfen ihr dabei auf jeden Fall. 

© Schlosserei Ritonja

Regional gut aufgestellt

Es gibt nichts von der Stange, man sei eher im ausgefallenen Bereich unterwegs. „Im metalltechnischen Bereich wird es nie langweilig“, erzählt sie, man dürfe nicht aufgeben. Kunden findet der Betrieb vor allem im Privatbereich im steirischen Raum. Aufträge habe es aber auch schon aus anderen Bundesländern gegeben. In den Köpfen der Kunden entstehen die Ideen, bei Ritonja werden sie ausgearbeitet und mit derzeit drei Mitarbeitern umgesetzt, die teilweise im Unternehmen gelernt haben. Im kommenden Jahr will die Firma mehr in den Metallnachwuchs investieren und weitere Lehrlinge aufnehmen. „Mein Mann möchte mehr in die Jugendausbildung gehen. Das macht ihm viel Spaß“, berichtet die Grazerin. Freude macht den beiden auch der Aufenthalt in der Natur, das Ehepaar Klinser geht gern wandern. In ihrem Haus gebe es auch immer etwas zu reparieren, der Garten verlangt ebenfalls nach Pflege. Das Handwerk komme auch da nie zu kurz.

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