Wie lässt sich Intuition in den architektonischen Entwurfsprozess übersetzen? Dieser Frage widmet sich der Claystorming-Workshop mit Anna Heringer von 20. bis 22. März 2026 in der Werkhalle von Lehm Ton Erde in Schlins. Der Termin steht unmittelbar bevor, und laut Veranstalter sind nur noch wenige Plätze verfügbar. Der Workshop versteht sich damit auch als kurzfristige Gelegenheit für Architekt*innen und Planer*innen mit Entwurfspraxis, die spontan teilnehmen und eine alternative Methode des Entwerfens kennenlernen möchten. Gearbeitet wird direkt mit Ton: Aus dem „geduldigen“ Material entstehen dreidimensionale Skizzen, die räumliche Ideen unmittelbar sichtbar und erfahrbar machen noch bevor sie gezeichnet oder digital modelliert werden.
Claystorming ist eine Methode, die Anna Heringer gemeinsam mit dem Vorarlberger Lehmbau-Pionier Martin Rauch entwickelt hat. Sie lädt dazu ein, gewohnte Planungslogiken bewusst zu verlassen und stattdessen Material, Handarbeit und Intuition in den Entwurfsprozess einzubeziehen.
Workshop als Teil einer Ausstellung
Der dreitägige Workshop in Schlins wird filmisch begleitet. Das entstehende Filmdokument wird Teil der Ausstellung „Anna Heringer – Form Follows Love“, die ab Ende April 2026 im vai Vorarlberger Architektur Institut gezeigt wird. Mit der Teilnahme erklären sich die Teilnehmenden daher mit Bild- und Tonaufnahmen einverstanden.
Claystorming-Workshop mit Anna Heringer
Ort: Lehm Ton Erde Baukunst GmbH, Werkhalle Martin Rauch, Schlins
Termin: 20. bis 22. März 2026
Zeiten:
Freitag: 14 bis 20 Uhr
Samstag: 9 bis 18 Uhr
Sonntag: 9 bis 14 Uhr
Teilnehmende: maximal 15 Personen, Restplätze verfügbar
Weitere Informationen und Anmeldung hier
Anna Heringer: Pionierin des zeitgenössischen Lehmbaus
Anna Heringer zählt international zu den prägenden Persönlichkeiten des nachhaltigen Bauens und gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen moderner Lehmbau-Architektur. Bekannt wurde sie unter anderem mit der METI Handmade School in Bangladesch, die sie im Rahmen ihres Studiums an der Kunstuniversität Linz entwarf und gemeinsam mit lokalen Handwerker*innen realisierte.
Das Projekt aus Lehm, Bambus und Stroh erhielt zahlreiche internationale Architekturpreise und machte Heringer weltweit bekannt. Seither realisiert sie Projekte in Europa, Asien und Afrika und setzt sich in Forschung und Lehre für den Einsatz regionaler Materialien sowie sozial und ökologisch verantwortungsvolle Bauweisen ein. Die Architektin, die unter anderem eine Unesco-Professur für Lehmbau-Architektur innehat, versteht Architektur als kulturellen und sozialen Prozess. Der Werkstoff Lehm spielt dabei eine zentrale Rolle, weil er lokal verfügbar, ressourcenschonend und handwerklich verarbeitbar ist.