Dusch-WCs

Königsklasse für Hygienefans

Sanitär
27.08.2021

Wir zeigen, worauf es beim Einbau eines Dusch-WCs ankommt, und warum diese modernen Hightech-Geräte gerade jetzt in unseren Fokus rücken.

Hygienische Sauberkeit im Bad stand noch nie so stark im Fokus wie jetzt, wo wir fast täglich mit neuen virologischen Fakten konfrontiert werden. Davon dürfte der Dusch-WC-Markt ganz besonders profitieren. Denn sobald Produkte die Schwelle für den Massenmarkt erreicht haben, werden sie bekanntlich nicht nur günstiger, sondern treffen aufgrund der laufenden Weiterentwicklung auch immer besser den Geschmacksnerv der breiten Bevölkerung. Optisch sind Dusch-WCs daher beispielsweise kaum noch von ihren "analogen" Geschwistern zu unterscheiden.

Dusch-WCs erobern europäischen Markt

Aktuelle Modelle für den EU-Markt sind deutlich schmäler und kompakter als ihre wuchtigen Zwillinge aus Fernost und auch fernab vom oft zitierten Krankenhaus-Charme früherer Modelle. Generell konnte dieser Markt hierzulande erst Fahrt aufnehmen, nachdem europäische Designer und Techniker das Dusch-WC von Grund auf neu durchdacht und auf heimische Standards gesetzt haben.

Einfache Bedienbarkeit punktet bei heimischen Dusch-WCs

Während sich am asiatischen Markt jene Modelle gut verkaufen lassen, die mit maximaler Technik ausgestattet sind, finden europäische Nutzer*innen diese Gadgets (vom eingebauten Radio über Sitzheizung bis hin zu bunten Lichtspielen) - vorsichtig ausgedrückt - exotisch bis kurios. Vor allem im deutschsprachigen Raum punktet reduziertes Design und ein hohes Maß an durchdachter Usability - soll heißen "selbsterklärende, einfache Bedienbarkeit". Neben Komfort und Hygiene ist jedenfalls auch die selbstständige Nutzbarkeit bis ins hohe Alter eines der wichtigsten Kauf-Anreize.

Mehrheit wischt nicht, sondern wäscht

Noch mehr Komfort, Langlebigkeit und Hygiene sollen die Akzeptanz in der europäischen Bevölkerung für die zahlreichen Vorteile dieser Toilettenvariante gerade jetzt weiter erhöhen. Denn von einer Quote wie zum Beispiel in Japan, wo rund 80 Prozent der Haushalte mit einem Dusch-WC ausgestattet sind, kann man hierzulande trotz pandemiebedingter  Sensibilisierung für Hygiene nur träumen. Aber nicht nur in Japan, auch ganz generell setzt rund 70 Prozent der Weltbevölkerung auf Körperreinigung mittels Wasser nach jedem Toilettengang. Genaue Zahlen gibt es zwar nicht, Schätzungen zufolge liegt dagegen die derzeitige Ausstattungsrate an Dusch-WCs in Österreich im einstelligen Prozentbereich. Gute Aussichten somit für einen Markt, der zahlreiche Argumente liefert, warum das Bessere der Feind des Guten ist.

Dusch-WCs als Win-Win für Handwerk und Konsument*innen

Auch umsatztechnisch verspricht das Hygieneupgrade am stillen Örtchen einen attraktiven Deckungsbeitrag. Denn diese modernen Hightech-Produkte starten bei knapp 1.000 Euro mit einer – je nach Ausstattung – nach oben nahezu offenen Preisrange.

Doch dieser Umsatz muss natürlich auch erst einmal gemacht werden. Denn trotz schmelzender Skepsis ist das Produkt nach wie vor sehr beratungsintensiv, was natürlich auch dem höheren Preise geschuldet ist. Dafür bekommen die Käufer*innen allerdings auch ein Hightech-Produkt, das "alle Stückeln spielt". Je nach Modell wird so einiges an Funktionen geboten: Dazu zählen u. a. an persönliche Bedürfnisse anpassbare Strahlfunktionen, die Reinigung mit temperiertem Wasser, eine Trocknerfunktion, einfache Bedienung mittels Drehknopf, App oder Fernbedienung, Geruchsabsaugung, sich automatisch öffnende und schließende Deckel, unterschiedliche Nachtbeleuchtungen und dank spezieller Beschichtungen besonders leicht zu reinigende Oberflächen.

Technische Voraussetzungen für Dusch-WCs

Die technischen Voraussetzungen reduzieren sich auf einen Strom- und Wasseranschluss. Während letzteres natürlich in jedem WC vorhanden sein muss, ist das Thema Strom schon eine deutlich größere Herausforderung. Denn das Dusch-WC benötigt eine Dauerstromquelle, und diese ist im WC-Bereich – vor allem dann, wenn das Gebäude nicht erst in den letzten Jahren gebaut wurde – nur selten an der passenden Stelle vorhanden. Eine Abzweigungsleitung vom elektrischen Ventilator oder der Beleuchtung würde zwar naheliegen, ist jedoch nicht geeignet, da diese Lösung keinen Dauerstrom liefert. Derartige Leitungen sind in der Regel mit dem Lichtschalter gekoppelt. In der Zwischenzeit hat aber der Markt längst auf diese Herausforderung reagiert, und bietet seit einigen Jahren Vorwandelemente an, die bereits über eine Leerverrohrung für Stromkabel verfügen.

Dusch-WC gewährleistet selbstbestimmtes Wohnen

Ein selbstständiges Nutzen von Sanitäreinrichtungen trägt in großem Maß zu einem lange selbstbestimmten Leben bei und bringt auch wesentliche Erleichterungen in der Pflege in Bezug auf die Tageshygiene. Neben dem erhöhten Hygieneanspruch könnte also auch der hierzulande steigende Altersdurchschnitt den Durchbruch für Dusch-WCs beschleunigen.

Eine Untersuchung zeigte diesbezüglich, dass derart die Pflegezeit pro Person um mehr als 50 Minuten pro Woche reduziert werden könne, da keine Hilfe beim Toilettengang benötigt wird ... was sich auch finanziell mit einer Ersparnis von rund 2500 Euro pro Jahr niederschlagen kann, die sonst für Pflegeleistungen zu zahlen wären.

Waschen statt Wischen schützt die Umwelt

Die Argumente pro Hygiene und Komfort von Dusch-WCs werden zudem auch noch mit einem bedeutenden Umweltaspekt ergänzt. Denn die Ökobilanz zeigt, dass Spülen gegenüber Wischen enorme Vorteile hat. EU-weit beträgt der jährliche Verbrauch von Toilettenpapier pro Person laut einer WWF-Studie 13 Kilo. Allein in Österreich werden pro Jahr rund 287 Millionen Klopapierrollen verwendet. Genug, um die Erde 178-mal entlang des Äquators zu umrunden. Und da ist noch gar nicht die Rede von feuchten WC-Tüchern, die die Umwelt und vor allem auch die Kläranlagen noch stärker belasten.

Aber nicht nur der Verbrauch des Hygienepapiers belastet die Umwelt stark. Auch die Herstellung von Klopapier ist ressourcenintensiv. Sie benötigt viel Holz, Energie und Wasser. Hinzu kommt, dass die Papierfasern nach dem Gebrauch über die Kanalisation oder als Abfall entsorgt werden. So gehen sie dem Papierkreislauf verloren und können nicht recycelt werden.

Diese Dusch-WCs sind uns besonders aufgefallen:

Mit Cleanet Riva hat Laufen das Dusch-WC grundlegend neu gedacht und ein Produkt entwickelt, das Design, Komfort und Hygiene erstmals ganzheitlich definiert. Es ist das einzige Dusch-WC bei dem das gesamte wasserführende System in regelmäßigen Abständen auch thermisch gereinigt wird. Für Kalkfreiheit sorgt eine Entkalkungsfunktion. www.laufen.com

So unterschiedlich wie ihre Namen – Mera, Sela und Tuma – so verschieden sind auch die Dusch-WCs von Geberit. Vom preiswerten Einsteiger über den Alleskönner bis zum hochwertigen Modell ist für jeden Anspruch etwas Passendes dabei. Das abgebildete AquaClean Mera Comfort mit seinem schwebenden Design ist übrigens das meistverkaufte Dusch-WC in Europa. www.geberit.at

Das Unternehmen Tece hat mit seinem Dusch-WC "one" bewiesen, dass moderne Technik auch ohne Strom funktionieren kann. Dazu macht sich dieses Modell die Kraft des Wassers zunutze: Die Duschfunktion wird mithilfe des Wasserdrucks gesteuert. Das warme Wasser für die hygienische Reinigung kommt dabei direkt aus der Leitung. www.tece.com

ViClean-I 100 von Villeroy & Boch wurde vollständig in Europa entwickelt und produziert. Wassertemperatur, Wasserstrahlstärke und Duschdüsenposition können individuell eingestellt werden. Die Bedienung ist einfach, ohne auf jeglichen Komfort verzichten zu müssen. www.villeroy-boch.at

Mit dem Grohe Sensia Arena bleiben Reinigungsmittel und WC-Bürsten öfter unbenutzt in der Ecke stehen. Denn eine spezielle Oberflächenbeschichtung, das spülrandlose WC-Design und die effektive Spülpower erschweren ein Festsetzen von Schmutzpartikeln. www.grohe.at

Beim SensoWash von Duravit kommt nach Anwendung der verschiedenen Duschfunktionen ein Föhn zum Einsatz, der mit warmer Luft trocknet. Die Temperatur lässt sich nach Belieben über die App regeln. Auch bei dieser Funktion können persönliche Vorlieben gespeichert und wieder abgerufen werden. www.duravit.de

Die weltweit höchsten Verkaufszahlen von Dusch-WCs verzeichnet der japanische Sanitärhersteller Toto – so eine Studie des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Das Unternehmen bietet auch kostengünstige WC-Sitze, in die die Dusch-WC-Technik integriert ist, wie etwa beim Washlet RX mit Fernbedienung. https://eu.toto.com/de

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