Nach dem 90-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 plant Artek die nächsten 90 Jahre und ergreift Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft der finnischen Birke, dem Material, aus dem der Großteil der Artek-Möbel besteht. Das Unternehmen hat eine Waldfläche in Ostfinnland erworben, die es künftig mit ökologisch fortschrittlichen Methoden bewirtschaften wird. Dies ist der jüngste Schritt in Arteks Bemühungen, seine tief verwurzelte Beziehung zu den finnischen Wäldern zu stärken, die zunehmend durch den Klimawandel und intensive Forstwirtschaft bedroht sind. Artek erweitert die Verantwortung für den Lebenszyklus der Produkte auf die Rohstoffe selbst – vom Moment, in dem ein Baum als Setzling wächst, bis hin zur Auslieferung des fertigen Möbelstücks an den Kunden. „Neun Jahrzehnte nach der Gründung von Artek wissen wir, dass unsere Möbel Generationen überdauern. Indem wir Verantwortung für die Herkunft unserer Rohstoffe übernehmen, stimmen wir die langfristigen Pläne von Artek auf die Lebensdauer von Bäumen ab. Indem wir jetzt handeln, wollen wir sicherstellen, dass auch in weiteren neun Jahrzehnten noch hochwertiges Birkenholz für unsere Produkte zur Verfügung steht“, sagt Marianne Goebl, Global Managing Director von Artek.

Eigenes Holz, das für die Möbelproduktion von Artek bestimmt ist. © Artek / Mikko Ryhänen
Eigenes Holz, das für die Möbelproduktion von Artek bestimmt ist. © Artek / Mikko Ryhänen

Artek und der finnische Wald

Wälder sind zentral für die finnische nationale Identität. Sie beherbergen eine große Vielfalt an Lebensformen, spielen eine zentrale Rolle bei der Freizeitgestaltung und fungieren durch Schutz oder richtige Bewirtschaftung als Kohlenstoffsenker und damit als Kompensatoren des menschengemachten Klimawandels. Auch für Artek sind Wälder von grundlegender Bedeutung. Sämtliche Aalto-Möbel werden weiterhin in Finnland aus Birkenholz regionaler Bäume im Alter von 50 bis 80 Jahren hergestellt. Einige der heute geernteten Bäume waren Setzlinge, als Aino und Alvar Aalto zusammenarbeiteten. Die Setzlinge, die heute wachsen, werden erst gegen Ende dieses Jahrhunderts zu Artek-Produkten. Die Nutzung reifer Naturmaterialien bringt eine große Verantwortung mit sich. Deshalb stellt Artek Produkte mit einer Lebensdauer her, die der Wachstumszeit der Bäume entspricht, aus denen sie bestehen. Doch langlebiges Design erfordert auch langlebige Wälder, und die finnischen Wälder verändern sich. Das von Artek verwendete hochwertige Birkenholz wächst nur in gesunden Mischwäldern, die in Finnland durch konventionelle Forstwirtschaft, insbesondere durch Kahlschlag, zunehmend seltener werden.

Werbung
Dämmung rauf bringt’s – gleich mehrfach
Eine optimal gedämmte Fassade ist die wirksamste Maßnahme für mehr Wohnqualität und weniger Energieverbrauch. Mit dem Baumit SanierungsNavi finden Sie auf direktem Weg die passende Lösung für den Neubau und die thermische Sanierung.
mehr erfahren
Vorbereitungen für die Stuhlproduktion. © Artek / Mikko Ryhänen
Vorbereitungen für die Stuhlproduktion. © Artek / Mikko Ryhänen © Artek / Mikko Ryhänen

Forschungskooperation mit Formafantasma

Im Jahr 2020 initiierte Artek eine langfristige Zusammenarbeit mit dem forschungsorientierten Designstudio Formafantasma, um die Beziehung des Unternehmens zum Wald und zur Holzbeschaffung kritisch zu hinterfragen. In strategischer Partnerschaft mit Formafantasma führte Artek umfassende interne und externe Untersuchungen zu finnischen Forstwirtschaftspraktiken, Lieferkettenstrukturen sowie zu den ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Holzbeschaffung durch. Dieser Prozess machte die langfristigen Folgen aktueller Methoden der Forstwirtschaft sichtbar und schärfte das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Biodiversität, Materialqualität und generationenübergreifender Verantwortung. Durch diese Arbeit wurden die Fragen, die sich Artek selbst stellen musste, klarer – und die neue Sichtweise floss unmittelbar in die Entscheidung ein, die Verantwortung für die Waldbewirtschaftung als Teil des Lebenszyklus der Artek-Produkte zu übernehmen.

Das italienische Designerduo Formafantasma. © Simona Pavan
Das italienische Designerduo Formafantasma. © Simona Pavan

Förderung der Biodiversität im finnischen Wald

Artek begann gezielt nach geeigneten Mischwaldflächen mit hohem Birkenanteil zu suchen. Ende 2025 wurde ein erstes Waldgebiet erworben, das nach dem Prinzip der Dauerwaldbewirtschaftung (Continuous Cover Forestry, CCF) unterhalten wird, einer ökologisch fortschrittlichen Form der Holzernte. Dabei werden Bäume selektiv gefällt, wodurch zusammen mit Maßnahmen wie dem Erhalt von Totholz und einzelnen Altbäumen die Biodiversität besser erhalten wird als bei herkömmlicher Forstwirtschaft. Die durch selektive Abholzung entstehenden, unterschiedlich großen Lücken bieten ideale Bedingungen dafür, dass sich Birken neben schattentoleranten Bäumen auf natürliche Weise selbst aussäen. Dadurch wird die Artenvielfalt erhöht, ohne dass eine Anpflanzung erforderlich ist.

Holzernte im eigenen Wald. © Artek / Mikko Ryhänen
Holzernte im eigenen Wald. © Artek / Mikko Ryhänen

Sicherung der zukünftigen Versorgung mit finnischem Birkenholz

Silberbirken machen nur etwa vier Prozent der finnischen Wälder aus. Die für Artek erforderliche Holzqualität entsteht ausschließlich in Mischwäldern, in denen Birken als Pionierpflanzen hoch und gerade in Richtung Licht wachsen. In Finnland dominiert die auf Kahlschlag und anschließender Wiederaufforstung basierende Rotationsforstwirtschaft. Dieses Verfahren ist ungünstig für das hochqualitative Birkenholz, das für Arteks langlebige Möbel benötigt wird und verringert stetig das verfügbare Angebot. Arteks eigener Wald soll gezielt das Wachstum hochwertiger Silberbirken fördern. Ziel ist es, künftig zehn Prozent des jährlichen Birkenbedarfs aus eigenen Wäldern zu decken. Erste Bäume sollen ab etwa 2055 erntereif sein. Der Anspruch des Projekts geht jedoch weit darüber hinaus. Derzeit werden weniger als zwei Prozent des Holzes in Finnland mittels Dauerwaldwirtschaft gewonnen. Artek möchte durch den Nachweis der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit dieses Ansatzes zum Modell für andere Waldbesitzer werden.

Produktion des Hockers Stool 60 von Artek
© Artek / Mikko Ryhänenmehr anzeigen
© Artek / Mikko Ryhänenmehr anzeigen
© Artek / Carl Bergmanmehr anzeigen

Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Artek-Produkten

Artek sieht das größte Potenzial zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks in der Umstellung von Holz aus Kahlschlagwäldern auf Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern mit kontinuierlicher Bewirtschaftung. Dieses Prinzip wird in den eigenen Wäldern umgesetzt und soll auch in der Lieferkette ausgeweitet werden. Artek hat bereits weitere Initiativen ergriffen, um seine Umweltbilanz zu verbessern. Die „Forest Collection“, entwickelt mit Formafantasma, führt „Wildbirke“ als Material für Aalto Möbel ein. Dabei handelt es sich um Holz mit natürlichen Unregelmäßigkeiten wie Ästen, Insektenfraßspuren und Farbvariationen, wodurch ein größerer Teil des Baumes genutzt und eine neue Ästhetik der Nachhaltigkeit etabliert wird. Artek verzichtet zunehmend auf fossile Materialien, sowohl bei der Verpackung als auch bei den Produkten selbst. Die Hocker 60, E60 und NE60 sind nun in einer noch kompakteren, vollständig zellulosebasierten Verpackung erhältlich. Darüber hinaus werden bei Aalto-Tischen ab 2026 Spanplatten aus Holzfasern verwendet. Inzwischen sind für die beliebtesten Artek-Produkte Umweltproduktpässe und Umweltproduktdeklarationen verfügbar, die über die Umweltauswirkungen Auskunft geben. Diese und weitere Umweltinitiativen werden im Laufe der Zeit auf weitere Produktgruppen ausgeweitet und kontinuierlich verbessert.