Gebogene Glasfassade: Kurven mit Charakter
Mit dem RGNT entsteht im Herzen der schwedischen Hauptstadt Stockholm ein neuer urbaner Treffpunkt, der Arbeiten, Wohnen, Einkaufen und Gastronomie verbindet. An der Fassade des von Schmidt Hammer Lassen Architects entworfenen Gebäudes kommen hochpräzise gebogene Isoliergläser zum Einsatz.
RGNT ist ein neues Wahrzeichen im Herzen des Stockholmer Geschäftsviertels. Der Entwurf des von Pembroke Real Estate entwickelten RGNT interpretiert die Historie des Ortes – diese erinnert an die Krönungsprozession Königin Kristinas im 17. Jahrhundert – in einer modernen, lichtdurchlässigen Architektursprache. Großzügige Glasflächen und geschwungene Fassadenbänder verleihen dem Gebäude eine plastische Dynamik, die Offenheit und Leichtigkeit vermittelt. Auf rund 36.000 Quadratmetern vereint der Neubau sieben Bürogeschosse, 27 moderne Wohnungen sowie rund 6.000 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Dazu kommt eine exklusive Dachterrasse für die Eigentümer und Mieter mit Panoramablick. Die Kombination aus Geothermie, Fernwärme und -kühlung unterstreicht den hohen Nachhaltigkeitsanspruch des Projekts – geplant ist nach Fertigstellung eine LEED-Platinum V4-Zertifizierung.
Präzise gebogenes Glas für die komplexe Fassadengeometrie

Prägend für den Charakter des Neubaus ist die markante Gebäudehülle. An den geschwungenen Fassadenabschnitten kam an den Ecken gebogenes 2-fach- bzw. 3-fach-Isolierglas – teils konvex, teils konkav – in Formaten bis 17,5 Quadratmeter und Gewichten bis 1,5 Tonnen zum Einsatz. Basis bildet das extra-klare „Diamant“-Floatglas von Saint-Gobain Glass, das maximale Transparenz und eine neutrale Farbwirkung bietet. Je nach Anforderung wurden funktionale Beschichtungen wie „Cool-Lite Xtreme 70/33 II“, „SKN 176 II“, „Eclaz Lumi II“ und „Planitherm XN II“ kombiniert, um Tageslichtkomfort, Sonnenschutz und Energieeffizienz optimal in Einklang zu bringen. Die Fertigung der gebogenen Elemente erfolgte im Werk von Finiglas im deutschen Dülmen. Dabei waren höchste Präzision bei Biegung, Planität und Kantenbearbeitung gefordert, um die komplexe Fassadengeometrie exakt umzusetzen. In enger Zusammenarbeit zwischen Saint-Gobain Glass und Finiglas entstand eine technisch anspruchsvolle Glaslösung, die höchste optische Qualität mit funktionaler Leistungsfähigkeit verbindet. Das gebogene Glas wurde in der UPB-Anlage für verglaste Aluminiumfassaden in Lettland installiert und in die Fassadenelemente integriert.
Das Resultat: eine präzise gefertigte Glasarchitektur, die das urbane Umfeld spiegelt und zugleich neue Blickbezüge eröffnet. Die Fertigstellung des RGNT ist für Ende 2026 geplant.
(bt)





