Die Bundesimmobiliengesellschaft errichtet im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz eine neue Justizanstalt in Klagenfurt am Wörthersee. Der Neubau ist als zukunftsorientiertes Gebäude konzipiert, das den Anforderungen eines modernen, humanen und effizienten Strafvollzugs gerecht wird und gleichzeitig attraktive und zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet.


Die Fertigstellung der Justizanstalt ist für Herbst 2027 geplant. Der Betrieb der Justizanstalt erfolgt Anfang 2028. Die Errichtungskosten belaufen sich auf rund 170 Millionen Euro. Für die Planung zeichnet das Architekturbüro Zinterl ZT GmbH Architekten verantwortlich. Nach rund 13 Monaten Bauzeit wird nun gemeinsam mit der ausführenden Baufirma PORR das Richtfest gefeiert.

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Visualisierung Justizanstalt 
© Zinterl Architekten ZT GmbH
Visualisierung Justizanstalt © Zinterl Architekten ZT GmbH © Zinterl Architekten ZT GmbH

Ein richtungsweisender und moderner Strafvollzug

Das neue Justizgebäude mit einer Nettoraumfläche von rund 24.400 Quadratmetern ist sternenförmig mit fünf Armen angelegt. Ein Arm dient neben der Erschließung auch den allgemeinen Bereichen wie einem Mehrzwecksaal, einer Krankenstation, einer Großküche und einer Bibliothek. Die weiteren vier Arme beherbergen die vier Departments mit insgesamt 429 Haftplätzen. Diese sind jeweils nur an einer Fassadenseite angeordnet, wodurch keine Sichtverbindungen zwischen den einzelnen Departments bestehen. Jeder Arm verfügt zudem über eigene Gemeinschaftsbereiche wie Schulungsräume und Freizeiträume. Zwischen den Gebäudearmen liegen die Spazierhöfe. Die sternförmige Struktur ermöglicht eine klare Organisation und flexible Anordnung der Abteilungen. Ergänzend ist ein Werkstätten Trakt vorgesehen, in dem die Insassinnen und Insassen handwerklichen Beschäftigungen nachgehen werden.

Aktuelle Baustellenfotos der Justizanstalt Klagenfurt am Wörthersee 
© Rene Knabl
Aktuelle Baustellenfotos der Justizanstalt Klagenfurt am Wörthersee © Rene Knabl © Rene Knabl

„Mit der heutigen Gleichenfeier setzen wir einen Meilenstein für einen modernen Strafvollzug in Kärnten. Die neue Justizanstalt Klagenfurt ist weit mehr als ein Amtsgebäude: Sie ist ein regionaler Garant für die Sicherheit für die Kärntner Bevölkerung und gleichzeitig ein wichtiger Wirtschaftsmotor, der qualitätvolle Arbeitsplätze schafft. Natürlich sind wir uns bewusst, dass der Strafvollzug ein schwieriges und heikles Thema ist, das viel Fingerspitzengefühl verlangt. Genau deshalb investieren wir hier in Sicherheit auf höchstem Niveau. Unser Ziel ist ein moderner, humaner und effizienter Vollzug, der den Schutz der Gesellschaft garantiert und gleichzeitig die Resozialisierung in den Mittelpunkt stellt. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Projekt mit viel Tatkraft und Energie vorantreiben,“ so Justizministerin Anna Sporrer.

Aktuelle Baustellenfotos der Justizanstalt Klagenfurt am Wörthersee 
© Rene Knabl
Aktuelle Baustellenfotos der Justizanstalt Klagenfurt am Wörthersee © Rene Knabl © Rene Knabl

„Die BIG setzt mit dem Neubau der Justizanstalt nicht nur ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für die Justiz um, sondern schafft gleichzeitig einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls für die Region. Zahlreiche Arbeitsplätze in der Baubranche werden mit dem Neubau gesichert und heimische Unternehmen beauftragt. Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Umsetzung komplexer öffentlicher Bauvorhaben bringt die BIG die notwendige Expertise für Projekte dieser Größenordnung mit. Es ist ein richtungweisender Bau, bei dem besonderer Wert auf architektonische Qualität gelegt wird“, so Gerald Beck, Geschäftsführer der BIG.

100 Tiefensonden für Temperierung des Gebäudes

Die Massivbauweise reduziert den Heiz- und Kühlbedarf des Gebäudes. Wasserspareinrichtungen sowie eine Brauchwassernutzung für WC-Anlagen und die Bewässerung der Außenbereiche sind vorgesehen. Zur Temperierung des Gebäudes werden rund 100 Tiefensonden mit etwa 150 Metern Tiefe genutzt. Ergänzend ist eine Photovoltaikanlage mit rund 780 kWp auf Dach- und Freiflächen geplant. Für das Gebäude wird eine klimaaktiv Silber-Zertifizierung angestrebt.