Das Ziel war klar: Das bestehende Elternhaus sollte so umgebaut werden, dass mehrere Generationen in ihm leben können. Dafür wurde das Gebäude im vorarlbergischen Koblach umfassend umgestaltet, modernisiert und vergrößert. Auf das vorhandene Erdgeschoss wurden zwei zusätzliche Ebenen in Holzbauweise aufgesetzt. Es entstanden drei voneinander unabhängige Wohneinheiten, die barrierefrei erreichbar sind. Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2025 und wurden noch im selben Jahr weitgehend abgeschlossen.
Neue Haustechnik
Mit der baulichen Erweiterung ging auch eine vollständige Erneuerung der Haustechnik einher. Dabei entschieden sich die Bauherrinnen und Bauherren für Lösungen aus dem Hause Vaillant. Durch die größere Wohnfläche und die veränderten Anforderungen musste das bestehende Heizsystem neu geplant werden. Nach Angaben des Herstellers wurde dabei bewusst auf eine Lösung gesetzt, die langfristig energieeffizient und flexibel betrieben werden kann.

Im Zuge der Modernisierung fiel die Entscheidung für eine Wärmepumpe als zentrales Heizsystem. „Der Familie war von Anfang an wichtig, bei den umfassenden Änderungen im Haus in alle Richtungen vorzudenken – so auch bei Heizkomfort und Energieeffizienz“, sagt Christian Tiefenthaler, Vertriebsmitarbeiter bei Vaillant in Österreich, der das Projekt begleitete. Durch den Umbau und den damit verbundenen Zugewinn an Wohnfläche veränderte sich der Energiebedarf des Gebäudes maßgeblich, was eine Neuausrichtung des Heizsystems erforderlich machte und den Umstieg auf eine umweltfreundliche Wärmepumpen-Technologie nahelegte.
Niedrige Vorlauftemperaturen
„Diese ist im Neubau mittlerweile Standard, weil die niedrigen Vorlauftemperaturen perfekt zu Fußbodenheizungen passen und das ganze Jahr über für ein angenehmes Raumklima sorgen“, erklärt Installateur Markus Kresser von Mäcky’s Service, der für das Heizsystem im Koblacher Haus verantwortlich zeichnete und seit vielen Jahren mit Vaillant zusammenarbeitet – „weil der Service passt und die Technik sehr verlässlich ist“.
Wärmepumpe statt Erdsonde
Bei der Planung wurde zunächst auch eine Erdsondenlösung geprüft. Aufgrund des baulichen Aufwands und der Kosten entschied man sich jedoch gegen eine Tiefenbohrung und für eine Luft-Wärmepumpe. Installiert wurde ein Gerät der Baureihe Arotherm Plus, das für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern ausgelegt ist.
„Dieses Wärmepumpenmodell ist für das Mehrfamilienhaus bestens geeignet. Sie arbeitet mit dem umweltfreundlichen Kältemittel R290, das für besonders hohe Wirkkraft und geringe Betriebskosten sorgt“, so Vaillant-Mitarbeiter Tiefenthaler. „Außerdem ist dieses besonders leise“. Ein Aspekt, der bei dem Projekt in Koblach entscheidend war, um die zulässigen Schallpegelwerte von maximal 30 Dezibel zur Nachbarschaft einzuhalten und das Wohnen in der grünen Ruhelage für alle auf Dauer sicherzustellen.
In Holzfassade integriert
Das Außengerät der Wärmepumpe wurde in die Holzfassade des Gebäudes integriert. Dadurch konnte die Anlage platzsparend aufgestellt werden, ohne zusätzliche Abstände einhalten zu müssen. Laut Hersteller ermöglicht ein spezielles Sicherheitskonzept eine flexible Positionierung auch bei begrenztem Raumangebot.
Im Inneren versorgt die Anlage mehrere Heizkreise, die über eine Fußbodenheizung betrieben werden. Diese erlaubt neben dem Heizen im Winter auch eine Kühlung im Sommer. An besonders warmen Tagen kann zusätzlich eine Klimaanlage zugeschaltet werden. Die Steuerung erfolgt über ein zentrales Regelgerät, das Zeitprogramme, Temperatursteuerung und weitere Funktionen ermöglicht.
PV-Anlage möglich
Das Gebäude wurde so geplant, dass künftig auch eine Photovoltaikanlage eingebunden werden kann. Damit soll ein Teil des Strombedarfs für die Wärmepumpe selbst erzeugt werden. Ziel ist es, den Eigenverbrauch zu erhöhen und den Betrieb weiter zu optimieren.
Neben der Energieeffizienz spielte auch die langfristige Nutzbarkeit des Hauses eine Rolle. Ein Lift verbindet alle Ebenen und erleichtert den Zugang zu den Wohnungen. Nach Angaben der Eigentümer war dies keine Komfortentscheidung, sondern eine Maßnahme, um das Gebäude dauerhaft für verschiedene Lebenssituationen geeignet zu machen.
Niedriger Energieverbrauch
Mit der Kombination aus baulicher Erweiterung und moderner Wärmepumpentechnik entstand ein Wohnhaus, das auf einen langfristig niedrigen Energieverbrauch ausgelegt ist. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie sich bestehende Gebäude mit aktueller Heiztechnik an neue Anforderungen anpassen lassen.