Die Branchenverbände der erneuerbaren Heiztechnologien fordern in einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung eine deutliche Aufstockung der Fördermittel für den Austausch fossiler Heizkessel. Wie die Organisationen in einer Aussendung bekannt geben, sollen im Doppelbudget 2027/2028 jährlich mindestens 500 Millionen Euro für den sogenannten Kesseltausch vorgesehen werden, um Planungssicherheit für Betriebe und Haushalte zu schaffen. „Ohne klare Signale – etwa durch ein verbindliches Erneuerbaren-Gebot und eine Außerbetriebnahme-Verpflichtung für fossile Kessel – droht ein struktureller Rückschritt“, so die Verbände. „Österreich würde seine energiepolitische Souveränität weiter schwächen und die Leistbarkeit für Haushalte aufs Spiel setzen.“
Kosteneffiziente Maßnahme
Verfasst wurde das Schreiben von Wärmepumpe Austria, dem Österreichischen Biomasse-Verband und Pro Pellets. Den drei Verbänden zufolge ist der Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen oder Biomasseanlagen eine kosteneffiziente Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele. Gleichzeitig warnen sie vor negativen Folgen einer unsicheren Förderpolitik. Förderstopps und unklare Budgetdotierungen würden Investitionen, Arbeitsplätze und das Vertrauen der Bevölkerung gefährden.
Nach Angaben der Unterzeichner müssten jährlich mindestens 60 000 fossile Heizsysteme ersetzt werden, um den Ausstieg aus Erdgas und Erdöl zu erreichen. Dafür sei eine deutliche Aufstockung der Fördermittel erforderlich. Zudem fordern die Organisationen eine klare budgetäre Trennung zwischen thermischer Sanierung und Heizungstausch, um beide Bereiche planbar zu halten.
Die Verbände verweisen darauf, dass erneuerbare Heizsysteme im Jahr 2025 Absatzrückgänge zwischen zwanzig und fünfunddreißig Prozent verzeichnet hätten, während der Absatz fossiler Heizkessel gestiegen sei. Gleichzeitig seien rund 1,2 Millionen Haushalte weiterhin von Energieimporten abhängig. Investitionen in erneuerbare Wärme würden laut Schreiben die heimische Wertschöpfung stärken und Energieimporte reduzieren.