Der 1826 eröffnete Wiener Stadttempel ist nicht nur die größte Synagoge Österreichs und damit das spirituelle Zentrum der jüdischen Gemeinde in Wien, sondern er ist auch die einzige Synagoge, die 1938 nicht komplett zerstört wurde. Mit der Sanierung schlägt sie ein neues Kapitel in Richtung Zukunft auf.
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) hat das 2005 gegründete Architekturbüro Kenh – Büro für Architektur und Design mit der Restaurierung und Sanierung des Wiener Stadttempels beauftragt. Baubeginn war bereits vergangenen Oktober nach den Hohen Feiertagen. Die Arbeiten werden in Abstimmung und unter Einbindung des Bundesdenkmalamt durchgeführt und sollen im September 2026 – zum 200-Jahr-Jubiläum des Stadttempels – abgeschlossen sein. Das Investitionsvolumen für die Restaurierung und Sanierung des Tempels sowie des zugehörigen Gemeindezentrums beläuft sich auf 9,8 Millionen Euro.
Ziel der denkmalpflegerischen Maßnahmen am fast 200 Jahre alten Wiener Stadttempel ist es, das Zentrum des österreichischen Judentums fit für die Zukunft zu machen. Neben der Wiederherstellung der historischen Anmutung des Raums sowie Verbesserungen im Bereich der Akustik, des Raumklimas und der Barrierefreiheit dient die Restaurierung und Sanierung auch der Modernisierung der Gemeindeinfrastruktur, die im Sinne der Öffnung der Gemeinde zu einem integrativen und demokratischen Ganzen beiträgt.
„Wir verstehen Denkmalschutz so, dass wir nicht nur das Materielle betrachten, sondern uns auch mit dem historischen Entwurfsgedanken auseinandersetzen.“
Die Sanierungumfasst die dreigeschoßige Synagoge, die im Innenhof eines Häuserblocks errichtet wurde. Auch die Fassade wird saniert. Um den Stadttempel klimafit zu machen, werden alle Fenster des Gebäudes restauriert und moderne Heiz-und Kühlsysteme installiert. Bei all diesen Arbeiten werden auch die besonders hohen Anforderungen an die Sicherheitsinfrastruktur berücksichtigt, die im Rahmen der Restaurierung und Sanierung erfüllt werden müssen.