85 Prozent der Betriebe sparen derzeit – das sind um fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des KSV 1870 hervor. Angesichts dieser betrieblichen Ausrichtung sei eine großflächige Investitionsbereitschaft weiterhin nicht in Sicht. Nur jeder fünfte Betrieb will 2026 Geld für Investments in die Hand nehmen – vor allem die Digitalisierung und die Implementierung von KI (59 Prozent) stehen dabei laut der KSV-Umfrage im Mittelpunkt. 90 Prozent der Investitionen erfolgen demnach im geringen oder moderaten Ausmaß. „Die Unternehmen reagieren auf die wirtschaftlichen Herausforderungen mit einem klaren Sparkurs“, so KSV 1870-Prokurist Günther Fasching. „Sie bewältigen damit aktuelle Krisensituationen und schützen ihre Substanz so gut es geht.“

Leben im Jetzt

Investitionen, Kreditverbindungen, längerfristige Projekte – sprich, alles was Verbindlichkeiten für die Zukunft darstellen – würden derzeit vermieden, meint Fasching weiter. „Kurzum: Die Betriebe leben im Jetzt.“

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Auch wenn globale Krisenherde das Finanzmanagement der österreichischen Unternehmen dominieren, weisen laut den KSV-Zahlen 68 Prozent eine insgesamt stabile wirtschaftliche Struktur auf, 21 Prozent sogar eine sehr stabile. „Die finanzielle Vorsicht der Unternehmen in den vergangenen Jahren und die Zurückhaltung bei Investitionen ist zwar kein Zukunftsmodell, zeigt aber kurzfristig Wirkung“, so Fasching.

Eine Analyse der Ratingklassen aus der KSV1870 Wirtschaftsdatenbank zeichnet ein ähnliches Bild. Zwar befinden sich 87 Prozent der Unternehmen nach wie vor in einer Ratingklasse mit geringem Risiko, jedoch gibt es innerhalb dieser Klassen Verschiebungen nach unten: Unternehmen aus der 2er Klasse sind in die 3er und 4er Klasse abgerutscht. „Die Bonität hat sich im Laufe der Krisenjahre tendenziell Richtung Mittelfeld bewegt. Solche Bewegungen sind aufgrund der großen Menge der Unternehmen in unserer Datenbank eher selten und belegen, dass die Wirtschaft unter Druck ist“, meint Fasching.