Das österreichisch-finnische Architekturbüro Berger Parkinnen+ interpretierte die Steinbrücke von Clemens Holzmeister über den Inn.
Das österreichisch-finnische Architekturbüro Berger Parkinnen+ interpretierte die Steinbrücke von Clemens Holzmeister über den Inn. © Ana Barros

Bereits seit dem 14. Jahrhundert führte an dieser Stelle eine Brücke über den Inn und verbindet das Stadtzentrum am rechten mit den Teilen am linken Ufer. Der in den Jahren 1927 / 1928 nach Plänen des großen österreichischen Architiekten Clemens Holzmeister realisierte Bau wurde nun nach fast 100 Jahren von Berger Parkinnen+ renoviert, die sich der Aufgabe mit präziser Recherche näherten und mit heutigen technischen Möglichkeiten zur Vollendung brachten.

Der Plan zeigt die formale Veränderung gegenüber der ursprünglichen Version von Clemens Holzmeister.
Der Plan zeigt die formale Veränderung gegenüber der ursprünglichen Version von Clemens Holzmeister. © Berger Parkinnen+

Eine architektonische Haltung

Obwohl Clemens Holzmeister damals eine Stahlbetonbrücke entwarf, nahm der Entwurf formal noch stark Bezug auf die Tradition flacher Bogenkonstruktionen des späteren 19. Jahrhunderts. In der Umsetzung ist Holzmeisters gestalterische Idee dann auch sprichwörtlich „verflacht“. Die tatsächlich realisierte Konstruktion weist parallele Träger unter der Fahrbahn auf, die den freien Raum des Bogens weitgehend aufgebraucht haben. Damit ist auch der Freibord, also der freie Abstand zwischen dem Bauwerk und dm höchsten zu erwartenden Wasserstand massiv reduziert worden. Die Verflachung des formalen Ansatzes zeigt sich sogar im Detail der Kappensteine über den Pfeilern. Die Renovierung orientiert sich nun also am Orginialentwurf und versucht diesen mit heute technischen Möglichkeiten erstmals nach den Vorstellungen Clemens Holzmeisters zu realisieren.

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Ansatz für den Entwurf

Die Neuerrichtung gab Gelegenheit, die Defizite der ersten Umsetzung von Clemens Holzmeisters Entwurf subtil auszugleichen, indem die kräftige Formensprache des Entwurfes aufgegriffen und in die neue Ingenieurplanung mit Spannbetonträgern in den Brüstungen integriert wurde. Der von Holzmeister beabsichtigte „Knick“ wurde nun also Realität. Die Gestaltung konnte so auch die Eigenständigkeit der Steinbrücke gegenüber der 60 Jahre jüngeren Barbara-Brücke stärken.