Holz als Antwort auf Klimanotstand – klingt nach plakativer Schlagzeile, ist aber Realität in Wien. Der wienwood 25 – Holzbaupreis Wien kürt herausragende Bauwerke, die durch innovative Anwendung von Holz überzeugen. Am Donnerstagabend wurden im Architekturzentrum Wien vier Projekte prämiert, zusätzlich ein Sonderpreis vergeben und drei Projekte mit Anerkennung bedacht.


„Die ausgezeichneten Projekte beweisen, wie innovativ und vielfältig Holzbau heute sein kann – und vor allem, wie wichtig er für den Klimaschutz ist. Es freut uns, diesen Weg gemeinsam als Partnerin weiterzugehen und nachhaltige Bauweisen stärker ins Bewusstsein zu rücken.“ Gerald Weber, Vorstandsdirektor Wiener Städtische Versicherung


Vielfalt der prämierten Projekte

Laut Veranstalter wurden beim wienwood 25 sowohl großvolumige Wohnbauten als auch Kleingartenhäuser, Bildungs‑ und Sportbauten bewertet. Die Preisträger ‑ darunter „Woody – M“, die Trainingsschwimmhalle Großfeldsiedlung, die Rudolf Steiner‑Schule Wien‑Mauer und die Villa Minimale – stehen stellvertretend für den wachsenden Trend: Holz wird urban, modular und ökologisch eingesetzt.

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Ein mehrstöckiges Holzhaus mit Balkonen
Woody – M von Freimüller Söllinger Mitten im dichten 12. Wiener Gemeindebezirk. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Schwimmhalle aus Holz gewann die wienwood 25.
Die Trainingsschwimmhalle Großfeldsiedlung von Arge illiz gewann die Auszeichnung. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Eine kleine Holzvilla im minimalistischen Stil.
In der Villa Minimale gruppieren sich vier Holzboxen windmühlenartig um ein zentrales, zweigeschossiges Atrium. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Waldorfschule Wien-Mauer im Rendering.
Ganz im Sinne der Waldorfpädagogik kamen bei der Rudolf Steiner Schule überwiegend natürliche Baustoffe wie Lehm und Holz zum Einsatz. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Ein mehrstöckiges Holzhaus mit Balkonen. Die Fassade ist hier näher zu sehen.
Die fünf- und sechsgeschossigen Wohnhäuser sind in Brettsperrholzbauweise errichtet. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Schwimmhalle aus Holz mit Bäumen und viel Glas.
Schon von außen hebt sich der Neubau mit seiner Fassade aus senkrechten Holzlatten, einem Rankgerüst, dem vollflächig verglasten Obergeschoss und der auskragenden hölzernen Dachscheibe deutlich vom Bestand ab. Zwei Brücken verbinden das alte mit dem neuen Bad. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Eine kleine Holzvilla im minimalistischen Stil.
Dach und Wände des Gartenhauses sind aus Brettsperrholzlatten, die innen mit weiß lasierten Sperrholzplatten aus Seekiefer bekleidet sind. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Waldorfschule Wien-Mauer im Rendering. Hier ist der Innenhof zu sehen.
Das Volumen des Neubaus wird mit dem Altbau durch ein neues, alles überspannendes Dach formal vereint. Die neu geschaffenen Klassen- und Horträume befinden sich im ersten Obergeschoss und sind über offene Laubengänge direkt mit dem Garten verbunden.© proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen

Vorbildfunktionen und technologische Potenziale

„Woody – M“ demonstriert, wie Brettsperrholzbauweise große Wohnbauten möglich macht: 85 Mietwohnungen über Tiefgarage und Supermarkt zeigen, dass Nachverdichtung mit Holz effizient und attraktiv sein kann. Die Schwimmhalle in der Großfeldsiedlung setzt auf Holztragwerk und Dachkonstruktion aus Brettschichtholz und Brettsperrholz – ein Prototyp, der auch in Simmering Anwendung findet. Beim Schulzubau in Wien‑Mauer kombinieren Holz und Lehm eine natürliche Materialwirkung. Und die Villa Minimale beweist: Auch auf nur 35 Quadratmeter lässt sich Raum überraschend großzügig gestalten.

„Wie alle anderen Baustoffe hat auch der Holzeinsatz seine materialspezifischen Grenzen, trotzdem ist Holz jener Baustoff, der in Zeiten des Klimawandels für einen Paradigmenwechsel steht. Dies spiegelt sich auch in den prämierten Bauten wider, die für eine neue Bau- und Denkweise stehen und einen wichtigen Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung des Holzbaus in der Stadt leisten.“ Jury

Sonderpreis und Anerkennungen – öffentlicher Mehrwert im Blick

Ein Sonderpreis ging an SchloR – Schöner Leben, ein kollektives Betriebs‑ und Wohngemeinschaftsprojekt. Anerkennungen wurden vergeben an die allgemein‑psychiatrische Abteilung der Klinik Ottakring, die Sport & Fun Halle Leopoldstadt und das Haus P in einer Gartensiedlung. Diese Projekte zeigen: Auch soziale, gesundheitliche und Freizeitfunktionen profitieren von nachhaltigem Holzbau – nicht allein ästhetisch, sondern funktional und ökologisch.

Holzbauprojekt zwischen mehreren Häusern.
SchloR von GABU Heindl Architektur ist ein kollektives Betriebs- und Wohngemeinschaftsprojekt aus Holz. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Holzhaus mit großem Garten
Das Haus von Sandbichler Architekten steht in Wien am Finkenweg. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Holzfassade am Hang eines Hügels zu sehen. Davor parken Autos.
Die Allgemein-psychiatrische Abteilung der Klinik Ottakring wurde von Pernthaler Markus entworfen. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Turnsaal von innen: Blauer Boden und spielende Menschen.
Die Sport & Fun Halle Leopoldstadt von Schluder Michael wurde 2023 fertiggestellt. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
SchloR hat einen Sonderpreis gewonnen.
Mit fairen, kollaborativen und integrativen Methoden wird die handwerkliche Schönheit des Holzes in SchloR wiederentdeckt und zukunftsfähig gemacht. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Holzhaus P von innen: Helles Holz und viel Licht.
Das Holzhaus P überzeugt mit seiner lichtdurchfluteten Wohnküche und Blick in den Garten. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Holzfassade der Klinik Ottakring Allgemein psychiatrische Abteilung.
Helles Holz, viel Glas und eine Moderne Formsprache prägen das Bild des Neubaus. © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen
Die Turnhalle von außen. Oben steht Sportanlage.
Die prämierten Bauten zeigen, dass der Einsatz von Holz im urbanen Kontext immer selbstverständlicher wird, nicht nur als Fassadenmaterial, sondern vor allem auch als konstruktiver Baustoff © proHolz Austria / Bruno Klomfarmehr anzeigen

„Die prämierten Bauten zeigen, dass der Einsatz von Holz im urbanen Kontext immer selbstverständlicher wird, nicht nur als Fassadenmaterial, sondern vor allem auch als konstruktiver Baustoff.“ Jury

Schlussbetrachtung des wienwood 25

Die diesjährigen Gewinner des wienwood 25 zeigen deutlich: Holzbau ist nicht mehr Randerscheinung, sondern wird zentraler Teil städtischer Entwicklung. Ob groß oder klein, sozial oder privat – diese Beispiele geben Impulse für Wien und darüber hinaus: Holz kann Räume formen, Atmosphäre schaffen und gleichzeitig Umweltwirkungen minimieren.