Wettbewerb

Gewinner für Österreichische Botschaft Bangkok

Das Wiener Büro Holodeck architects ging als Sieger des EU-weit, nicht-offenen Realisierungswettbewerbs zum Neubau des Österreichischen Botschaftsgebäudes und Konsulats in Bangkok hervor.

01.08.2013
Architektur
Redaktion Architektur & Bau Forum
© Holodeck architects

Botschaft Bangkok Modellfoto_1

© Holodeck architects

Botschaft-Bangkok-Modellfoto_3

© Holodeck architects

Botschaft-Bangkok-Modellfoto_6

Das neue Botschaftsgebäude in der thailändischen Hauptstadt Bangkok, das die Republik Österreich vertreten durch das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten zu errichten beabsichtigt, soll eine Netto-Grund-Fläche (NGF) von rund 680 Quadratmetern umfassen. Im Hinblick auf die in Bangkok herrschenden klimatischen (tropisch) und baugrundmäßigen Verhältnisse – hoher Grundwasserpegel, Regen- und Überschwemmungszeiten – sollte in der Konzeption des neuen Botschaftsgebäudes besonderer Wert auf eine entsprechende sinnvolle Gebäudegestaltung gelegt werden, die in allen ihren Aspekten auf diese besonderen Umstände eingeht und reagiert.
 
Neubau als Green-Building
Auch waren in der Konzeption des Neubaus Attribute eines „green buildings“ zu berücksichtigen. Neben der Nachhaltigkeit als ausschlagegebendes Bewertungskriterium wurden von der Jury, der u. a. Georg Pendl. Anna Heringer und Kurt Lambacher angehörten, auch die städtebauliche Lösung, die baukünstlerische Qualität, funktionelle Lösung sowie ökonomische und ökologische Kriterien bewertet.
Für das Architektenteam hat das zu errichtende Botschaftsgebäude als Repräsentant eines Staates in einem anderen Kulturraum eine wichtige völkerverbindende Aufgabe. Ein respektvoller Umgang mit den kulturellen Eigenheiten beider Länder führte somit zur Entwicklung eines symbiotischen Raumes. So war es Marlies Breuss und Michael Ogertschnig ein Anliegen, in ihrem Entwurf Errungenschaften österreichischer Kultur, Forschung, Technik und Produktion mit der kulturspezifischen thailändischen Lebensweise und Bauweise zu verbinden. 'Einzelne Individualgebäude gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen, teilüberdachten Außenraum mit natürlicher Luftkühlung“, heißt es hierzu in der Entwurfsbeschreibung der Architekten. Mit dem großzügigen Innenhof mit Bäumen und schattigen Bereichen folgt man dieser Tradition wie auch der österreichischen Hoftypologie und bietet eine einladende Atmosphäre mit Aufenthaltsqualitäten für kulturelle Veranstaltungen. Die Positionierung der Botschaftsräumlichkeiten rund um den Innenhof wählte man letztlich aufgrund funktionaler Anforderungen und örtlicher Gegebenheiten. Außerdem zeichnet sich das Gebäude der Aufgabenstellung entsprechend durch zahlreiche Maßnahmen als nachhaltiges Bauwerk aus.
 
Respekt vor kulturellen Kontext
Die Jury erläutert ihre Entscheidung wie folgt: „Der vorgeschlagene Lösungsvorschlag ist gleichsam als Atriumhaustypus konzipiert und reagiert auf den vorhandenen bedeutenden Baumbestand. Der gesamte Botschaftsbereich ist hermetisch abgetrennt von den Residenzflächen sodass auch der interne Zugang von der Residenz zum Botschaftsbereich über eine Schleuse organisiert ist. Der Entwurf orientiert sich an der ländlichen thailändischen Typologie und findet so eine sensible Eingliederung in den kulturellen Kontext. Das Zusammenspiel von Innen- und Außenräumen ist sehr gelungen, vor allem der dem Wartebereich zugeordnete Außenbereich ist wertvoll. Die Option einer nachträglich realisierbaren barrierefreien Erschließung vor allem des Oberschoßes ist nicht dargestellt. Der Lösungsvorschlag bewirkt eine dem Ort angemessene, sympathische, maßstäbliche Dimension und schafft eine angenehme Intimität der Anlage. Insgesamt überzeugt das Projekt. Die Dachflächen bieten einen sehr positiven kontextuellen Bezug einerseits zum umgebenden bestand wie auch zur lokalen Bautradition und bieten durch Geste aber auch durch Wirkung guten klimatischen Schutz. Positiv auch die Beziehung zur Residenz (wenig Einsicht, keine Arbeitsräume an dieser Seite), sowie das bewusste erhalten der sogenannten heiligen Bäume. Die Zugangsseite ist sehr zurückhaltend, angenehm wenig mächtig.“

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