Fehlerkultur? Fehlanzeige

Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten ­kritisiert die Stadt Wien hinsichtlich ihrer Planungs- und ­Auftraggeberkultur – samt Lösungsvorschlag.

16.02.2016
ArchitektIn
Redaktion Bauzeitung
© APA/Arch+Ing/Schedl

Bernhard Sommer, Arch+Ing-Vizepräsident, kritisiert die mangelnde Projektvorbereitung der Stadt Wien.

Es läuft nicht rund zwischen der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland und der Stadt Wien. Im September 2015 verlieh die IG Architektur den PPP-Projekten der Stadt Wien den Planlos-Award. Nun beobachte man bei Bauprojekten der öffentlichen Hand einen „Verlust der Planungs- und Auftraggeberkultur“, so Bernhard Sommer, Arch+Ing-Vizepräsident. Auch wenn ausdrücklich betont wurde, „die Stadt Wien als verantwortungsvollen und besonders kompetenten Auftraggeber zu kennen“, sei die Tendenz von „immer dicker werdenden Verträgen und immer dünner werdenden Planungsunterlagen“ nicht erfreulich. Schuld daran sei laut der Architektenkammer für W, NÖ und Bgld. vor allem mangelnde Projektvorbereitung, nichtvorhandene Fehlerkultur und das in der Praxis noch immer vorherrschende Billigstbieterprinzip. Als negativer Höhepunkt der Entwicklung wurde die Causa Stadthallenbad genannt, die seit einigen Jahren Gerichte beschäftigt. Für die missglückte Sanierung wurde der Generalplaner Georg Driendl verantwortlich gemacht und entlassen. Das ausstehende Honorar von 860.000 Euro versucht dieser seitdem einzuklagen. Die Reaktion war, laut Hannes Pflaum von Pflaum Karlberger Wiener Opetnik Rechtsanwälte, eine Gegenklage von 13,3 Millionen Euro.

Um Eskalationen wie diese bereits im Vorfeld zu vermeiden und den Planungsprozess zu optimieren, schlägt die Architektenkammer die Gründung eines Kompetenzzentrums der Stadt Wien für Planen und Bauen nach Vorbild der Bundesimmobiliengesellschaft vor.

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