Den Hauptpreis sowie den ersten Platz in der Kategorie „Kommunikation“ erhielt der Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgabeneinhebung im Bezirk Hollabrunn für das Projekt „Abfallverband Hollabrunn – Spielerisch zum Recycling“.
Insgesamt wurden 71 Projekte eingereicht – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Jury unter Vorsitz von Daniel Resch, Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbands (ÖWAV), bewertete die Einreichungen nach Innovationsgrad, Relevanz für die Abfallwirtschaft und Praxistauglichkeit. Neben den drei Kategorien „Innovation“, „Kommunikation“ und „Best Project“ wurde heuer erstmals ein Gesamtsieger durch ein Online-Voting des Publikums ermittelt. Das Gesamtpreisgeld betrug 10.500 Euro, davon 3.000 Euro für den Hauptpreis.
„Daraus lässt sich deutlich ablesen, dass der ‚Phönix‘ als Auszeichnung immer wichtiger wird und die österreichische Abfall- und Ressourcenwirtschaft bereits intensiv an der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft arbeitet“, sagt Martin Niederhuber, Präsident des ÖWAV in Wien. Auch Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft in Wien, betont die Bedeutung der Branche: „Die Abfallwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Mit dieser Auszeichnung schaffen wir Bewusstsein und stärken die öffentliche Akzeptanz für ihren wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.“
Digitale Schnitzeljagd als Präventionsmaßnahme
Das ausgezeichnete Projekt aus Hollabrunn setzt auf eine interaktive Wissensvermittlung. Entwickelt von jungen Menschen für junge Zielgruppen, kombiniert die Initiative eine digitale Schnitzeljagd mit Lerninhalten zur richtigen Entsorgung von Elektroschrott.
Ein Schwerpunkt liegt auf Lithium-Ionen-Akkus, die bei falscher Entsorgung ein erhöhtes Brandrisiko darstellen. Mithilfe der App „Actionbound“ wurde eine spielerische Anwendung umgesetzt, die durch Videos und Aufgaben ergänzt wird. Ziel ist es, Umweltbewusstsein und Sicherheitsaspekte bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken.
Glasrückgewinnung aus Verbrennungsrückständen
In der Kategorie „Innovation“ ging der erste Platz an Brantner green solutions in Krems. Ausgezeichnet wurde eine Anlage zur Rückgewinnung von Glas aus Rückständen der Müllverbrennung. Laut Unternehmensangaben können daraus Glasanteile mit einem Reinheitsgrad von 99,9999 Prozent gewonnen und wieder in industrielle Kreisläufe eingebracht werden.
Den zweiten Platz belegte ein Forschungsprojekt der Montanuniversität Leoben zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Ziel ist die Entwicklung effizienter hydrometallurgischer Verfahren, die hohe Rückgewinnungsraten für kritische Metalle ermöglichen und die Umweltbilanz der Batteriewertschöpfung verbessern sollen.
Recyclinglösungen für Bau und Infrastruktur
In der Kategorie „Best Project“ wurde die GzG Gipsrecycling in Stockerau für Österreichs erste Gips-zu-Gips-Recyclinganlage prämiert. Die Anlage verarbeitet jährlich bis zu 60.000 Tonnen Gipsabfälle aus Abbruch und Rückbau und führt diese wieder dem Produktionskreislauf zu.
Der zweite Platz ging an die Magistratsabteilung 28 der Stadt Wien. Ausgezeichnet wurde ein Maßnahmenpaket zur Ressourcenschonung im Straßenbau, das unter anderem auf Wiederverwendung von Materialien und angepasste Ausschreibungsbedingungen setzt. Ziel ist es, Primärrohstoffe zu reduzieren und das Deponievolumen zu verringern.