Das ehemalige Television Centre im Londoner Stadtteil White City wird seit mehreren Jahren zu einem gemischt genutzten Quartier entwickelt. Nach der ersten Bauphase läuft seit Anfang 2024 die zweite Etappe des Projekts. Im Auftrag des Entwicklers Mitsui Fudosan UK sowie des Bauunternehmens Multiplex Construction stellt Wolffkran insgesamt fünf Wippkrane für die Baustelle bereit.

Im Zentrum stehen zwei Wohngebäude: der 23-stöckige Wohnturm „The Ariel“ mit 167 Wohnungen sowie das neungeschossige „Scenery House“ mit 180 Einheiten. Vier Krane des Typs WOLFF 355 B wurden zwischen Juli und August 2025 montiert. Drei davon übernehmen Aufgaben an den niedrigeren Gebäudeteilen. Ein weiterer Kran wurde freistehend mit einer Turmhöhe von 77,2 Metern installiert, um den Gebäudekern im Gleitschalverfahren zu errichten.

Werbung
Knapp Verbinder für schmale Plattenstärken
Der FIYU FAST 10 für Platten ab 12 mm Stärke fixiert reversibel oder unlösbar. Für Plattenstärken ab 18 mm eignet sich der neue Nut-Feder-Verbinder auch als Mittelwandverbinder. Geeignet für das P-System.

Kranlösung für beengte innerstädtische Verhältnisse

Während der rund 20-wöchigen Bauphase des Kernturms wurde dieser Kran auf eine Höhe von 95,2 Metern geklettert. „Abspannungen am Turm wären zwar möglich gewesen, hätten aber zu Stillstandzeiten geführt, weshalb sich der Kunde für die freistehende Variante entschieden hat, die wir mit einer Turmkombination aus dem 3,3 Meter Turmelement TV 33 sowie vier TV 20-Turmelementen realisieren konnten“, sagt Gerard Saville, Senior Sales Manager bei Wolffkran in London.

Nach Fertigstellung der zentralen Struktur wurde ein weiterer Kran des Typs WOLFF 630 B auf dem Gebäudekern installiert. Dieser übernahm unter anderem die Demontage eines benachbarten Krans und unterstützt den weiteren Rohbau des Wohnturms.

Die Baustelle stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Aufgrund der direkten Nähe zur Hammersmith & City Line der London Underground gelten strenge Vorschriften für das Überschwenken. Alle Krane mussten daher auf der rückwärtigen Seite der Gebäude positioniert werden. Zusätzlich befinden sich sämtliche Krane innerhalb einer definierten Sicherheitszone, wodurch ihre Tragfähigkeit auf 75 Prozent reduziert ist. Gleichzeitig wurden die Fundamente um rund ein Drittel verstärkt.

Den Anforderungen begegnen die eingesetzten Wippkrane laut Unternehmen mit entsprechender Leistungsfähigkeit. So können sie auch bei reduzierter Traglast die erforderlichen Hebevorgänge ausführen. Die steile Auslegerstellung und ein vergleichsweise gering

Auf- und Abbau unter engen Rahmenbedingungen

Auch der Auf- und Abbau der Krane ist komplex organisiert. Die Anordnung wurde so geplant, dass sich einzelne Krane gegenseitig demontieren können. Für die verbleibenden Anlagen ist der Rückbau mittels Mobilkranen vorgesehen. Besonders herausfordernd ist dabei die Demontage eines Krans in knapp 100 Metern Höhe, bei der ein 650-Tonnen-Mobilkran zum Einsatz kommt.

Erschwert wird dies durch die bogenförmige Geometrie der Baustellenzufahrt. Da kein ausreichend langes, gerades Straßenstück zur Verfügung steht, muss der Ausleger des Mobilkrans abschnittsweise montiert werden – ein Verfahren, das in der Branche als „Piken“ bezeichnet wird.

Bereits die Montagephase war durch strenge Auflagen geprägt. Aufgrund der Nähe zu bestehenden Wohngebäuden mussten Lärm- und Umweltschutzvorgaben eingehalten werden. Viele Arbeiten fanden daher außerhalb der regulären Arbeitszeiten, insbesondere an Wochenenden, statt. Gleichzeitig war es notwendig, andere Gewerke temporär zu unterbrechen, um Sicherheitszonen einzuhalten.

Erfahrung mit urbanen Baustellen

Dass Wolffkran den Auftrag übernehmen konnte, führt das Unternehmen auf seine Erfahrung mit innerstädtischen Projekten und Baustellen im Umfeld von Bahninfrastruktur zurück. In London zählen beengte Platzverhältnisse, komplexe Genehmigungsprozesse und Anforderungen in bewohnten Quartieren zum Standard.

Hinzu kam ein enger Zeitrahmen: Zwischen Auftragserteilung und erster Kranmontage lagen laut Unternehmen weniger als drei Monate. „Diese Rahmenbedingungen schränkten den Kreis der möglichen Anbieter deutlich ein. Wolffkran war in der Lage, schnell zu reagieren und ein tragfähiges Kran- und Logistikkonzept bereitzustellen“, sagt Gerard Saville, Senior Sales Manager bei Wolffkran in London. Ausschlaggebend seien neben der verfügbaren Kranflotte vor allem eingespielte Prozesse und die Abstimmung mit den Projektbeteiligten gewesen.