Palfinger und das US-Technologieunternehmen Icon wollen künftig gemeinsam Lösungen an der Schnittstelle von Bauwesen, Automatisierung und digitaler Fertigung entwickeln. Wie das Unternehmen mitteilt, bringt Palfinger dabei seine Kompetenz im Maschinenbau sowie Erfahrung bei Hebe- und Positionierungssystemen in die Kooperation ein. Icon steuert seine Technologie im Bereich robotergestützter 3D-Druckverfahren für das Bauwesen bei.
Das Unternehmen mit Sitz in Bergheim entwickelt nach eigenen Angaben seit mehr als 90 Jahren Hebe- und Kransysteme. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen modulare Plattformen, Robotik-Komponenten und industrielle Fertigungskompetenz von Palfinger mit den großformatigen 3D-Drucklösungen von Icon kombiniert werden. Ziel sei es laut Unternehmen, Anwendungen zu entwickeln, die den Bauprozess automatisieren und effizienter gestalten könnten.
Großformatiges Robotersystem
Ein zentraler Bestandteil der Kooperation ist das robotergestützte 3D-Drucksystem „Titan“. Dabei handelt es sich um eine großformatige Robotereinheit, die automatisierten Bau mittels additiver Fertigung ermöglichen soll. Laut Unternehmen können damit Strukturen mit einer Höhe von bis zu acht Metern gedruckt werden, was auch mehrgeschossiges Bauen unterstützen könne.
Palfinger liefert dafür Komponenten aus dem Bereich Special Lifting Solutions. Diese Systeme übernehmen laut Hersteller die präzise Positionierung der Druckeinheit sowie Stabilisierung und Abstützung während des Druckprozesses.
„Die Partnerschaft mit Icon zeigt, wie Palfinger seine Kompetenzen systematisch über traditionelle Anwendungsfelder hinaus erweitert“, sagt Alexander Susanek, Chief Operating Officer bei Palfinger in Bergheim. „Wir verbinden unsere Expertise im Bereich großformatiger Hebelösungen mit der 3D-Drucktechnologie von Icon und erschließen damit neue industrielle Anwendungen.“
Tests mit Prototypen bereits abgeschlossen
Nach Angaben des Unternehmens wurden erste Prototypen des „Titan“-Systems bereits getestet. Die Anlagen seien für einen kontinuierlichen Betrieb ausgelegt und sollen eine automatisierte Bauproduktion rund um die Uhr ermöglichen.
Zum Einsatz kommen modulare Komponenten, Abstützungen und Raupensysteme, die laut Palfinger Flexibilität und Stabilität gewährleisten sollen. Im Vergleich zu konventionellen Baumethoden könne der robotergestützte 3D-Druck Bauzeiten verkürzen und den Personaleinsatz auf Baustellen reduzieren.
„Innovation bei Palfinger bedeutet, unsere Engineering-DNA auf neue Anwendungsfelder zu übertragen“, sagt Alexander Susanek. Durch die Verbindung von Hebelösungen, Automatisierung und Systemintegration im 3D-Druck wolle das Unternehmen neue industrielle Lösungen im Bauwesen entwickeln.
Strategische Erweiterung in digitale Fertigung
Die Kooperation mit Icon ist Teil der Unternehmensstrategie, neue Anwendungen im Bereich großformatiger Robotik und digitaler Fertigung zu erschließen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit laut Unternehmen dazu beitragen, die Industrialisierung robotergestützter Bauprozesse voranzutreiben.
Während Palfinger seine Engineering- und Industrialisierungskompetenz einbringt, profitiert Icon laut Mitteilung vom globalen Service- und Lieferkettennetzwerk des österreichischen Maschinenbauunternehmens.