Die wirtschaftliche Entwicklung in der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik bleibt laut Branchenvertretung gedämpft. „Bei vielen Betrieben kommt der Aufschwung noch nicht an. Der Neubaubereich schwächelt weiterhin. Was uns trägt, ist momentan die Sanierung – vor allem der Heizungstausch und im Sanitärbereich“, sagt Anton Berger, Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Die Einschätzung äußerte er bei einem Pressegespräch im Rahmen der Energiesparmesse in Wels.
Die Branche beobachtet insbesondere bei der Modernisierung von Gebäuden eine anhaltende Nachfrage. Maßnahmen wie der Austausch von Heizsystemen oder Sanierungen im Sanitärbereich gelten derzeit als wichtige Stabilitätsfaktoren für viele Betriebe.
Öffentliche Gebäude mit Modernisierungsbedarf
Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie wird rund ein Drittel der Bundesgebäude im öffentlichen Eigentum weiterhin fossil beheizt. Gleichzeitig erreichen lediglich fünf Prozent der öffentlichen Gebäude gute Energiestandards. „Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen“, sagt Berger.
Die staatliche Sanierungsoffensive 2026 setzt auf zwei zentrale Instrumente: den Kesseltausch für energieeffiziente Heizsysteme sowie einen Bonus für thermisch-energetische Sanierungen. Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 sind laut Angaben jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt stehen damit 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung.
Förderschwerpunkt auf Heizungstausch
Seit der Neuauflage der Förderprogramme Ende November 2025 zeigt sich laut Ministerium eine deutliche Nachfrage nach thermisch-energetischen Sanierungen. Rund zwei Drittel des Antragsvolumens entfallen demnach auf den Sanierungsbonus, etwa ein Drittel auf den Kesseltausch.
Da der Austausch von Heizkesseln im Vergleich höhere CO₂-Einsparungen pro eingesetzten Förder-Euro ermöglicht, wurde das Programm angepasst. Seit Februar 2026 können neue Förderanträge ausschließlich für den Kesseltausch gestellt werden.
Planungssicherheit für Betriebe
Aus Sicht der Bundesinnung eröffnet die Neuausrichtung der Förderung neue Möglichkeiten, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. „Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO₂ einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel. Und wichtig ist auch: Die Konsumentinnen und Konsumenten und die Betriebe können endlich besser planen“, sagt Berger.

Bundesinnungsmeister Anton Berger
„Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen“
Positiv bewertet die Branchenvertretung insbesondere die mehrjährige Förderperspektive bis 2030. Auch thermische Solaranlagen werden berücksichtigt: Wird eine solche Anlage gemeinsam mit einem förderfähigen Heizsystem installiert, ist ein zusätzlicher Bonus von 2.500 Euro vorgesehen.
Eine rasche Modernisierung öffentlicher Gebäude könnte laut Berger mehrere Effekte gleichzeitig auslösen – sowohl als Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele als auch als Signalwirkung für private Haushalte und Unternehmen. „Die Sanierungsoffensive schafft dafür einen finanziellen Rahmen. Entscheidend wird sein, dass die Umsetzung in der Breite gelingt und Modernisierung punktgenau dort stattfindet, wo die CO₂-Einsparungen pro Euro besonders hoch sind“, sagt Berger.