Das klassische mechanische Schloss bleibt für die österreichische Bevölkerung die bevorzugte Lösung an der Haustür. Laut einer repräsentativen Umfrage der Landesinnung Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit TQS Research & Consulting würden sich 69,6 Prozent der Befragten für diese Variante entscheiden. Befragt wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren.

Unter den digitalen Lösungen schneiden biometrische Schlösser am besten ab. Diese nutzen etwa Fingerabdrücke, Gesicht oder Iris zur Identifikation. Mehr als ein Viertel der Befragten könnte sich zudem einen digitalen Zahlencode mit 28,9 Prozent oder NFC- beziehungsweise RFID-Chips mit 26,6 Prozent vorstellen. Eine Schlüssel-App kommt für 18,1 Prozent infrage.

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Biometrische Systeme bei Jüngeren gefragt

Besonders offen für digitale Schließsysteme zeigt sich laut Erhebung die Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren. Alle vier untersuchten digitalen Varianten erzielten in dieser Gruppe ihre höchsten Vertrauenswerte. Fast die Hälfte würde ein biometrisches Schloss in Betracht ziehen, mehr als ein Drittel ein Chip-Schloss und knapp ein Drittel einen Zahlencode.

„Das Vertrauen in Funktionen wie Gesichtserkennung oder Fingerabdrucksensoren ist angelernt. Die meisten Handys nutzen diese Art von Sicherung mittlerweile seit über zehn Jahren. Und die Inhalte dahinter sind für viele fast so privat wie die eigene Wohnung“, sagt Christian Adamovic, Landesinnungsmeister Metalltechnik der Wirtschaftskammer Wien. Die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt bei der Akzeptanz digitaler Schlösser laut Umfrage nur knapp über dem Durchschnitt. Bei den Altersgruppen ab 40 Jahren fällt sie hingegen deutlich geringer aus.

Fachkräfte für digitale Sicherheitstechnik

Mit der zunehmenden Verbreitung elektronischer und digitaler Sicherheitssysteme verändern sich auch die Anforderungen an Fachkräfte. Neben mechanischen Kenntnissen sind für die Installation, Wartung und Reparatur moderner Systeme Kompetenzen in Elektronik und digitalen Technologien erforderlich.

„Grundsätzlich sind moderne Schlösser deutlich sicherer als das klassische, rein mechanische Schloss. Aber eben nur dann, wenn sie professionell eingerichtet werden. Damit die steigende Nachfrage bedient werden kann, braucht es also genügend gut ausgebildete Fachkräfte“, sagt Adamovic.

In der Metalltechnik-Lehre wurde dafür unter anderem das Hauptmodul Sicherheitstechnik geschaffen. Die Ausbildung umfasst neben unterschiedlichen Schließsystemen auch Sicherheitstüren und -fenster, Alarmanlagen, Safes, Tresore und Zutrittskontrollsysteme. Auch Normen und Vorschriften, etwa im Brandschutz, spielen eine Rolle.

Regionale Unterschiede bei der Akzeptanz

Auch zwischen den Bundesländern zeigt die Befragung Unterschiede. In Salzburg liegt die Akzeptanz biometrischer Schlösser bei 46,6 Prozent. In Vorarlberg erreicht der Zahlencode einen Wert von 41,7 Prozent. Die geringste durchschnittliche Zustimmung zu den untersuchten digitalen Schlossvarianten wurde mit 23 Prozent in der Steiermark erhoben. Zudem zeigt die Studie eine tendenziell höhere Akzeptanz moderner Sicherheitssysteme bei Personen mit höherem Einkommen.