Erfolgreiche Premiere für Sonnenhaus-Tagung

Kürzlich fand in der Wirtschaftskammer Österreich die erste Sonnenhaus-Tagung „Bedeutung von Sonnenhäusern für die Energiewende“ statt. Rund 150 Teilnehmer - unter anderem aus Ministerien und Forschungsinstituten, Architektur- und Planungsbüros - informierten sich über das solare Bau- und Heizkonzept, bei dem mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs für die Raumheizung und Warmwasserbereitung solar erzeugt werden.

14.06.2017
Sonnenhaus
© Initiative Sonnenhaus Österreich / Peter Grohotolski

Die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion bekräftigten das Potenzial der Solarenergie für die Energieversorgung in Gebäuden: (v.l.n.r.) Georg Dasch, 1. Vorsitzender Sonnenhaus-Institut; Gernot Tritthart, Vorsitzender des Marketing- und Forschungsbeirats der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ); Harald Drück, Leiter des Forschungs- und Testzentrums für Solaranlagen (TZS) an der Universität Stuttgart; Günther Kohlmaier, Geschaftsführer von Kioto Solar; Martin Leitl, Geschäftsführer der Leitl-Werke und stv. Obmann der Initiative Sonnenhaus Österreich, Claudia Dankl, Managerin des Programms „Stadt der Zukunft“ und Moderatorin der 1. Sonnenhaus-Tagung

© Initiative Sonnenhaus Österreich / Peter Grohotolski

Der Buchautor und Journalist Franz Alt war der Festredner auf der Sonnenhaus-Tagung. Er machte eindrucksvoll klar, dass es höchste Zeit ist, mehr für die Energiewende und den Klimaschutz zu tun.

Das Sonnenhaus-Konzept ist ausgereift und erprobt und bietet ein hohes Potenzial für die Wärmewende im Gebäudesektor. So lautet ein Fazit der 1. Sonnenhaus-Tagung am 9. Juni in Wien. Die Veranstaltung, zu der die Initiative Sonnenhaus Österreich und Austria Solar eingeladen hatten, war komplett ausgebucht. Rund 150 Fachleute von Ministerien und Forschungsinstituten, aus Unternehmen und dem Handwerk informierten sich in der Skylounge der Wirtschaftskammer Österreich über das solare Bau- und Heizkonzept und nutzen die Gelegenheit zum Netzwerken.

Mit der Tagung feierte die Initiative Sonnenhaus Österreich ihr fünfjähriges Bestehen. Rund 100 Mitglieder hat der gemeinnützige Verein derzeit, über 300 Sonnenhaus-Projekte gibt es in Österreich bereits.

Überzeugende Solare Deckung

Auf der Sonnenhaus-Tagung erläuterten Architekten, Bauunternehmer und Komponentenhersteller, wie mit Hilfe von großen Solarheizungen, Wärmespeichern und Bauteilaktivierung eine solare Deckung über 50 Prozent für die Raumheizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden erreicht werden kann. Ein Beispiel im Einfamilienhaus-Sektor ist ein Sonnenhaus in Oberdürnbach, das der Architekt Martin Rührnschopf geplant hat. Mit 27 Quadratmeter Solarkollektoren und Bauteilaktivierung kann hier ein solarer Deckungsgrad von 71 Prozent erreicht werden. Die Bewohner benötigen nur zwei Festmeter Holz im Jahr für die Nachheizung in den sonnenarmen Monaten.

Peter Zifferer, Geschäftsführer der Haller Bau GmbH, erläuterte die wirtschaftlichen Vorteile des Sonnenhaus-Konzeptes in Mehrfamilienhäusern. Das Bauunternehmen hat in Kronstorf ein Gebäude mit acht Wohneinheiten und 616 Quadratmetern Kollektorfläche gebaut. 2015 lag der solare Deckungsgrad bei 58,27 Prozent, 2016 bei 52,09 Prozent. Die Wärmekosten für die Raumheizung und Warmwasserbereitung liegen im Monat bei circa 0,28 Euro/Quadratmeter. „Das ist nicht zu toppen“, war sein Fazit.

Beratungsgespräch verpflichtend für Förderung

Der Klima- und Energiefonds (KLIEN) fördert Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem solaren Deckungsgrad von mindestens 70 Prozent mit dem Förderprogramm „Demoprojekt Solarhaus“. Für Einzelprojekte gibt es bis zu 12.000 Euro. Bauherren, deren Sonnenhäuser für die Begleitforschung ausgewählt werden, erhalten bis zu 17.000 Euro. Interessierte Bauherren sollten in ihrer Zeitplanung berücksichtigen, dass ein Beratungsgespräch mit dem Begleitforschungsteam Voraussetzung für die Einreichung des Antrags ist. 51 Sonnenhäuser wurden aus dem Programm bisher gefördert. Das diesjährige Programm endet am 22. September 2017 um 12.00 Uhr.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren die Teilnehmer sich einig, dass die Thematik ganzheitlich betrachtet werden sollte, das heißt, auch die Stromversorgung beziehungsweise die Kombination von Solarthermie und Photovoltaik sollte mit berücksichtigt werden. Außerdem sollte das Sonnenhaus-Konzept, das in Österreich derzeit noch vorrangig in Einfamilienhäusern Anwendung findet, auch verstärkt in Mehrfamilienhäuser, gewerblich genutzte und bestehende Gebäude integriert werden.

Gernot Tritthart, Vorsitzender des Marketing- und Forschungsbeirats der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), appellierte, in den Bemühungen um die Nutzung der Solarenergie und Sonnenhäuser nicht nachzulassen: „Es ist unsere Aufgabe, die Dinge weiterzuentwickeln, damit die Politik dann die Rahmenbedingungen setzen kann.“

Haustechnik

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