Thomas Wenger führt den gleichnamigen Salzburger Metallbaubetrieb seit über 20 Jahren. Das neunköpfige Team arbeitet täglich mit viel Leidenschaft, Präzision und Kreativität. „Wir sind Experten für außergewöhnliche Projekte, die andere eher meiden. Von komplexen Unterkonstruktionen über aufwendige Wendeltreppen, spezielle Nurglas-Geländer und Balkone bis hin zu Wintergärten aus Edelstahl im Stil einer französischen Metrostation. Und fallweise schmieden wir auch noch Fenstergitter oder Grabkreuze“, sagt Thomas Wenger. „Das Projekt Famler hat gleich mehrere Kernkompetenzen unseres Metallbaubetriebs sichtbar gemacht: Das exakte 3D-Aufmaß mit einem 3D-Scanner aufnehmen, digitale Planung, werkstoffgerechte Fertigung, durchdachte Unterkonstruktion, saubere Montage und ein Gefühl für die architektonische Wirkung.“
Knifflig war die Beschaffung und Verarbeitung des seitens Famler gewünschten Werkstoffes Tombak. „Das ist ein sehr hochwertiges und teures Blech. Tombak, in der Architektur auch als Baubronze bekannt, ist ein kupferreiches Messing, also eine Kupfer-Zink-Legierung, die durch ihren edlen goldroten Grundton besticht. Die natürliche Witterung bewirkt mit der Zeit eine materialtypische Patina.
Portal-Verkleidung und Eingangstür
Thomas Wenger erzählt: „Im Bestand trifft man auf Unebenheiten im Mauerwerk und Abweichungen der vorhandenen Geometrie. Das kann bei großformatigen Metallpaneelen schnell sichtbar werden. Deshalb wurde zuerst das Aufmaß mit einem 3D-Scanner aufgenommen. Basierend darauf entstand die 3D-Planung der Konstruktion. Zuschnitt, Biegen, Handhabung sowie Montage des hauchdünnen Tombak-Bleches musste deshalb besonders sorgfältig erfolgen. Die seitliche Verkleidung wurde nicht direkt auf den Baukörper gesetzt, sondern über eine Aluminium-Unterkonstruktion befestigt. Die Aluminium-Konstruktion schafft eine definierte Montageebene und ermöglicht den konstruktiven Toleranzausgleich. Auf diese Unterkonstruktion wurden die Tombak-Paneele geklebt. Sichtbare Befestigungspunkte, wie etwa durch Schrauben oder Nieten, die das ruhige Gesamtbild der hochwertigen Tombak-Oberfläche gestört hätten, konnte man so vermeiden. Für die Eingangstür kamen Janisol-Türprofile von Jansen zum Einsatz. Das schlanke, hoch tragfähige Stahlprofilsystem wurde pulverbeschichtet und von Wenger aussen mit 0,75 Millimeter dünnem Tombak-Blech verkleidet, um die Türe harmonisch in die Portalfläche einzubinden.
Maximale Vorfertigung
Das komplette Projekt war, so Wenger, „recht zügig in nur 14 Tagen fertig gestellt“ und profitierte dabei von der intensiven Vorbereitung: Die Verarbeitung – Zuschnitt, Abkanten – verlangte eine saubere Werkstattarbeit. Das heikle Tombak-Blech verzeiht keinerlei raue Behandlung. Im Fertigungsprozess war daher peinlich genau auf Oberflächenschutz zu achten. Das Eingangsportal bei Famler in Salzburg zeigt, wie anspruchsvoll kleine Projekte sein können. Der Umfang ist überschaubar, die technische Qualität sehr hoch. www.schlosserei-wenger.at

