Susanne Traxler blickt auf ihre Arbeitstage: „Ich sehe neue Anfragen an, prüfe Zeichnungen, ob die gewünschten Teile technisch von uns fertigbar sind, kläre, was zur Herstellung benötigt wird, welche Abteilungen integriert werden müssen, stimme mich mit den Bereichsleitern ab, nehme an Besprechungen teil. Auf Basis der Rückmeldungen erstelle ich Kalkulationen und Angebote für die Anfragen, es folgen zahlreiche Kontakte mit den Kunden auch zu technischen Klärungen, die Bestellung geht dann auch über meinen Schreibtisch. Ich bin neben dem Geschäftsführer die erste Ansprechperson für die Kunden aber auch intern für die IT.“ Dieses breite Arbeitsfeld gefällt der 43jährigen sehr gut, weil es viel Abwechslung bietet. Die Teile und Anfragen der Kunden variieren, jeder Teil sei individuell und habe andere Anforderungen.
Technischer Schwenk
Nach der Absolvierung einer Handelsakademie in Waidhofen/Thaya hat Susanne Traxler erkannt, dass das rein Kaufmännische nicht ihre Zukunft sein sollte. Daher entschied sie sich für ein 2-jähriges HTL-Kolleg für Elektro- und Nachrichtentechnik in Wien und erhielt damit eine Ausbildung u.a. in Nachrichten-, Halbleiter- und Schaltungstechnik sowie Elektronik. Es folgten vier Jahre in einer Glasfasertechnik-Firma, danach entschied sie sich für die Schösswender Metallgießerei. „Wenn ich mit Kunden heute spreche, kann ich mit meinem Know-how zu Oberfläche, Qualität und Material überzeugen, auch mit meinem Fachwissen zur Bearbeitung und ob ein Teil notwendig und sinnvoll ist oder ob man das nicht anders machen könnte“, berichtet Traxler, die heute mit ihrem Lebensgefährten und den beiden Söhnen in der Nähe von Schwarzenau wohnt.
Teil des Technikteams
Auf ihr technisches Know-how vertraut sie auch bei den regelmäßigen Messebesuchen. „Dort sammle ich mit meinem Team neue Eindrücke, holen uns einen Überblick, was es in unserer Branche Neues am Markt gibt.“ Die Produkte der Metallgießerei finden vor allem Anwendung im Schienenfahrzeug-, Maschinen- und Getriebebau, bei Lüftungen und Zutrittssystemen für Skilifte und Stadien, ebenso bei Sonnenschutzsystemen, Beleuchtungen und z.B. Industrieschläuchen. Die Schösswender Metallgießerei in Litschau ist Spezialist im Bereich Kokillen- und Sandguss. „Unsere Kunden sind v.a. im DACH-Raum, einen großen Kunden haben wir auch in Tschechien.“ Dort werde zwar billiger produziert, mit 55 Mitarbeiter*innen überzeugt die Metallgießerei in Litschau aber durch Qualität. 10 Personen arbeiten im administrativen Bereich, 45 an der Maschine. „Wir hatten auch schon Kunden in Kanada und China“, erinnert sich Traxler und verweist gleichzeitig auf 5 Mitarbeiterinnen in der Produktion. „Wir arbeiten schon immer mit einigen Frauen im manuellen Bereich. In der Gießerei selber haben wir aufgrund der körperlich sehr anstrengenden Arbeit keine Mitarbeiterinnen.“ Diese werken eher in der mechanischen Bearbeitung z.B. mit der Fräsmaschine, beim Schleifen und bei der Verpackung. In der Metallgießerei legt die Waldviertlerin selbst nicht Hand an, daheim ist Handwerkliches für sie aber jederzeit Thema – „bis auf Auto reparieren“, lacht sie.
Die Natur ruft
Die beruflichen Herausforderungen sind breit gestreut, ebenso ihre privaten Interessen und Hobbies. Beide Söhne spielen Fußball, das führt sie jedes Wochenende an den Sportplatz, daneben verbringt sie viel Zeit mit ihrem Border Collie Murphy und den beiden Pferden. „Ich gehe sehr gerne spazieren, wandern, skifahren und bin mit den Pferden unterwegs.“ (gw)