Die Lebensqualität von Menschen zu verbessern ist Silvia Thurnhofer ein wichtiges Anliegen. Als Prokuristin bei Innovametall setzt sie das jeden Tag um, intern wie extern. „Wir begegnen uns im Unternehmen auf Augenhöhe, reden offen über alles. Bei uns gibt es nicht die viel beredete Work Life Balance, sondern vielmehr Work Life Integration“, beschreibt die 45jährige das Arbeitsumfeld. „Wir unterstützen die Familien in der Firma, bieten Veranstaltungen wie Sommerworkshops für die Kinder und binden sie aktiv in den Arbeitsalltag ein.“ Für diesen Ansatz wurde das Unternehmen mit dem „Felix Familia 2026“ ausgezeichnet, dem begehrten Landesfamilienpreis des Landes Oberösterreich. „Wir suchen auch die besten Köpfe und die geschicktesten Hände, machen keinen Unterschied, ob Mann oder Frau.“
Sie selbst fühlt sich im Metallbereich sehr wohl. „Metall ist ein cooler Werkstoff, der in fast jeder Form sowohl manuell wie automatisiert bearbeitbar ist und ideal mit Glas und Holz kombiniert werden kann“, so Thurnhofer und verweist auf ein Projekt aus 2025. „In der Atacamawüste in Chile haben wir eine 11 Meter große Kuppel für Weltraumteleskope aufgestellt, die für die Langzeitbeobachtung von Sternensystemen errichtet wurde.“ Wohl fühlt sich die Oberösterreicherin und Mutter zweier Söhne auch, wenn sie mit ihrem Pferd in der Natur unterwegs ist. „Das bedeutet für mich Ausgleich, hier kann ich komplett abschalten.“
Wohnkomfort vorantreiben
Kund*innen unterstützt Innovametall mit dem Solar Sky Park (integrierte Mobilitätslösung) und vor allem mit dem sybkon, einem modularen Balkonsystem, das speziell auf den urbanen Wohnbau und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ausgelegt ist. „Es ist konzipiert für komplett individualisierbare Lösungen sowohl im Fassaden- und Balkonbau als auch beim Bau von Terrassen, Laubengängen und Loggien.“ Sie selbst kann daheim nicht auf einem sybkon entspannen, denn er ist eine Systemlösung für Neubauten und Sanierungen, zum Beispiel für den Genossenschaftsbau. Entwickelt wurde sybkon vor etwa 10 Jahren, da hat Thurnhofer das Mühlviertler Unternehmen bereits einige Jahre aktiv mitgestaltet. „Mein Lebensgefährte ist Geschäftsführer und Eigentümer der Firma, ich bin seit 2008 im Unternehmen und für alles Organisatorische im Verwaltungsbereich zuständig wie HR und Finanzen.“
Vom Kleinbetrieb zur weltweit tätigen Firma
Ihre ersten beruflichen Schritte hat die gebürtige Bad Zellerin, die heute in Sankt Oswald bei Freistadt wohnt, nach der Absolvierung einer Handelsakademie in einem Industriebetrieb für Sensoren und Messgeräte gesetzt. „Ich war acht Jahre im Verkaufsinnendienst tätig. Dann hat mein Lebensgefährte die Firma übernommen und ich habe mich entschieden, hier mitzuarbeiten, vorerst in Vertrieb und Marketing. Damals waren wir zehn Leute.“ Aus dem kleinen Handwerksbetrieb wurde eine weltweit tätige Firma. „Wir entwickeln die Strukturen fortlaufend weiter, verbessern interne Abläufe und Prozesse, damit die Fertigung schneller und einfacher läuft.“
Am Standort Niederkappl bietet Innovametall eine Lehrausbildung zum/r Metalltechniker/in im Bereich Metallbau- und Blechtechnik an. „Hier würde ich mir mehr Frauen wünschen“, betont Thurnhofer. Es würden sehr wenige Bewerbungen von Frauen für den technischen Bereich eintreffen. „In der Montage gibt es zwar immer schwere Gegenstände zu heben, aber heute unterstützen dabei eine Vielzahl an intelligenten Hebegeräten.“
In der Konstruktion gibt es laut der Prokuristin auch nicht viele Bewerbungen. Ist Metall für sie privat ein Thema? „Auf jeden Fall“, lacht sie. „Bei uns daheim versuchen wir, gemeinsam so viele Lösungen als möglich selbst umzusetzen – wenn geht aus Metall.“ (gw)