NoVA für Nutzfahrzeuge

Mit welchen Kosten müssen KMU rechnen?

Die Einführung der NoVA für leichte Nutzfahrzeuge hat vor allem für Klein- und Mittelbetriebe große finanzielle Auswirkungen. Experten rechnen mit Mehrkosten im 5-stelligen Bereich.

14.05.2021
Fuhrpark
Redaktion Handwerk + Bau
© Getty Images/Zerbor
Die neue NoVA für leichte Nutzfahrzeuge trifft vor allem Klein- und Mittelbetriebe.

Nicht nur die Coronakrise ist für die österreichischen Betriebe eine Herausforderung, auch die neue NoVA. Ab 1. Juli 2021 werden Betriebe bei der Anschaffung eines PKWs tiefer in die Tasche greifen müssen und auch beim Kauf eines Nutzfahrzeuges erhöhen sich die Kosten erheblich.

Massive Belastungen

Für alle Kraftfahrzeuge, die schon jetzt der NoVA unterliegen, wird die Steuer zunächst Anfang Juli 2021 und dann weiter bis 2024 jedes Jahr immer Anfang Jänner erhöht. Das erfolgt durch die Verringerung des CO2-Abzugsbetrages und des Malusgrenzwertes sowie der Erhöhung der Malusbeträge und des Höchststeuersatzes.

Absolutes Novum ist aber die NoVA für leichte Nutzfahrzeuge. Und gerade diese sind wichtige Betriebsmittel der heimischen KMU. Das heißt, dass gerade Klein- und Mittelbetriebe durch die neue NoVA massive Belastungen verkraften müssen. Somit ist so gut wie jeder heimische Betrieb davon betroffen, denn fast 100 Prozent der Betriebe in Österreich sind KMU.

Für Henning Heise, Obmann Fuhrparkverband Austria (FVA) wirkt es wie der geplante Bruch des wirtschaftlichen Rückgrats: „Mit der NoVA für leichte Nutzfahrzeuge werden das Gewerbe und Handwerk, die Bau- und Transportwirtschaft sowie die produzierenden Betriebe zusätzlich geschröpft“. Alleine im Bereich Gewerbe und Handwerk sollen es 236.000 Unternehmen sein. (ar)

Überblick über die Kosten

Die grundsätzliche Regelung der NoVA bezüglich der leichten Nutzfahrzeuge lautet ab 1. Juli 2021:

(CO2 Emissionen in g/km – 165) : 5 = Steuersatz

Der Malusgrenzwert beträgt 253 g/km.

Zur besseren Übersicht hat Franz Weinberger, Sprecher der österreichischen Nutzfahrzeugimporteure, Beispiele zusammengestellt, die zeigen, mit welchen Kosten man durch die NoVA-Einführung bei leichten Nutzfahrzeugen in der Praxis rechnen muss.

Nutzfahrzeuge, die in der Praxis häufig eingesetzt werden
Fiat Ducato Fahrgestell L4 35 Maxi Doppelkabine Dreiseitenkipper 2.3 Multijet 180  
NoVA 2020 0 Euro
NoVA 2021 14.553 Euro
NoVA 2014 21.281 Euro
Iveco Daily 35S16 A8 Kastenwagen 1900/3520L  
NoVA 2020 0 Euro
NoVA 2021 8.096 Euro
NoVA 2024 13.463 Euro
VW Crafter DoKa-Pritsche  
NoVA 2020 0 Euro
NoVA 2021 11.420 Euro
NoVA 2024 17.348 Euro
Mercedes-Benz Sprinter Kastenwagen 314 CDI Hochdach, lang  
NoVA 2020 0 Euro
NoVA 2021 11.200 Euro
NoVA 2024 17.026 Euro

 

Wissenswertes rund um die neue NoVA

Die NoVA wird abhängig von den CO2-Emissionen als Prozentsatz vom Fahrzeugwert (exkl. Umsatzsteuer und NoVA) berechnet. Aufgrund der gesetzlichen Änderungen werden der CO2-Abzugsbetrag sowie der Malusgrenzwert verringert und die Malusbeträge und der Höchststeuersatz erhöht.

Vorgesehen ist außerdem, dass es ab 2022 beim Auto, Wohnmobil und Klein-Lkw (N1) jährlich, und bei Krafträdern ab 2024 alle zwei Jahre, zu einer Verschärfung der NoVA-Formel kommt.

Hier finden Sie weitere Informationen und Berechnungstools:

Österreichs Automobilimporteure: https://www.automobilimporteure.at

Wirtschaftskammer : https://www.wko.at/branchen/ooe/Fahrzeughandel/Rechtliches/Steuerrecht--NOVA/NoVA-Berechnungstool.html

Bundesministerium für Finanzen: https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/kraftfahrzeuge/Normverbrauchsabgabe-%C3%9Cbersicht/NoVA-Steuersatz.html

Öamtc: https://www.oeamtc.at/thema/steuern-abgaben/nova-normverbrauchsabgabe-18177294

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