Rohrsysteme: Überblick und Neuheiten

Richtige Dimensionierung, Schallschutz, Materialwahl usw. – die Installation von Rohrsystemen ist eine hochkomplexe Angelegenheit. Wir zeigen, welche Arbeitserleichterungen die Neuheiten am Rohrsystem-Markt bieten.

10.03.2021
Rohre
Christian Klobucsar
18.03.2021
© GettyImages
Rohre sind die Blutbahn im Organismus Haus

Der Innovationsgrad bei Rohrsystemen ist enorm, wie man anhand der nachfolgenden Übersicht nachlesen kann. Es vergeht kaum ein Jahr, wo nicht radikale Neuheiten oder zumindest beachtenswerte Weiterentwicklungen vermeldet werden.

Ein Blick in das historische Lehrbuch mit dem bezeichnenden Titel „Der moderne Installateur“ aus dem Jahr 1911 zeigt jedenfalls vorab, was der Stand der Technik vor etwas mehr als hundert Jahren war (Originaltext):

Keine der vielen Sorten Rohre wird bei Hauswasserleitungen so viel angewendet wie die Blei- und Zinnrohre mit Bleimantel (...). Der Vorteil der Bleirohre besteht in ihrer leichten Montage (...). Dies gilt besonders für ihre große Biegsamkeit, welche es ermöglicht, daß sie sich jedem Hindernis (...) leicht anpassen, und alle Verbindungen und Anschlüsse lassen sich an ihnen ebenso schnell als zuverlässig dicht bei solider und sachgemäßer Arbeit ausführen. (...)

Demgegenüber zeigen wir nachfolgend, wie radikal sich die Technik auf diesem Gebiet geändert hat.

Interview mit Geberit-Produktmanager Ing. Friedrich Singer über das neue System "FlowFit"

Herr Singer, was sind bei der Verlegung von Versorgungssystemen die üblichen Fehler im Baustellenalltag?

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Fehlern, die bei der Herstellung eines Versorgungssystems gemacht werden können. Zu unterscheiden ist sicher­lich, ob es sich um ein Großobjekt handelt oder um ein kleines Bauvorhaben, wo es in der Komplexität, der Planung und den Schnittstellen mit anderen Gewerken große Unterschiede gibt. Auch spielen die Qualifikation der Monteure, der Zeitdruck bei der Ausführung und die Erfahrung mit dem eingesetzten System eine große Rolle.

Häufige Fehlerbilder sind mangelhafte Verarbeitungen, Nichteinhaltung von Montagevorgaben, vergessene Verbindungsstellen, unzureichende Befestigungen, verunreinigte Systembauteile, Beschädi­gungen durch Fremdgewerke oder auch, dass Systeme für falsche Einsatzparameter verwendet werden.

Wie sind Sie auf Ihre Erkenntnisse zur Entwicklung Ihrer Neuheit gestoßen?

Bei FlowFit handelt es sich um eine völlig neuartiges Versorgungssystem. Es wurde nicht einfach „nur“ optimiert, sondern komplett neu gedacht. Wir sind auf der grünen Wiese gestartet, haben dazu viele Installateure befragt, wo sie im Umgang mit der Verarbeitung von Rohrleitungssystemen der Schuh am häufigsten drückt. Der Arbeitsfluss wird bei den heutigen Systemen immer wieder unterbrochen, was zu Ineffizienz und Fehlern führen kann. Werkzeugwechsel sind immer aufwendig und kosten Zeit. Das Ziel war, dem Installateur einen möglichst reibungslosen, fließenden Arbeitsablauf zu ermöglichen. So orientierten wir uns bei der Entwicklung an den drei Hauptbedürfnissen der Sanitärinstallateure und Planer: Sicherheit, Hygiene und Verarbeitungskomfort. Der Installateur profitiert nun von einem System, mit dem er einfacher, schneller und damit wirtschaftlicher arbeiten kann, das Fehler reduziert, ihm eine höhere Sicherheit gibt und das ihm auch Spaß bei der Verarbeitung macht.

Sichere Verbindungen gewährleisten aber auch ­andere Systeme am Markt. 

Geberit kombiniert hier mehrere Funktionen, um die Sicherheit des Systems zu erhöhen. Eine davon ist ein Farbleitsystem, das die Pressindikatoren und die passende Pressbacke eindeutig erkennen lässt. Ein klar sichtbares Blau oder Orange – je nach Dimension – kennzeichnen sowohl Pressindikator als auch Backe. Nach der Pressung fällt der Indikator selbstständig ab und die Verbindung ist eindeutig als verpresst erkennbar. Der Indikator hat noch eine weitere wichtige Funktion: Er sichert durch seine Bauart und Position ein richtiges, fehlerfreies Ansetzen der Pressbacke und verhindert Falschpressungen. Zusätzlich verfügen alle Fittings über die Funktion „unverpresst undicht“, die nichtverpresste Bauteile bei der Druckprobe eindeutig erkennbar macht, wie wir das schon von Geberit Mapress und Mepla kennen. Das berühmte i-Tüpfelchen ist, dass alle Rohre sowie die Formstücke mit Schutzstopfen und Schutzkappen vor Verschmutzung geschützt sind.

Welche Werkzeuge bzw. wie viele Pressbacken muss ich mir für dieses System zulegen?

Die gute Nachricht vorweg, die Geberit-Pressmaschinen sind vollwertig kompatibel und können auch für die neuen FlowFit-Backen verwendet werden. Als absolutes Alleinstellungsmerkmal kann das neue Backenkonzept betrachtet werden. Nur noch zwei Backen sind nötig, um alle acht Dimensionen des Systems zu verpressen, die dem bereits erwähnten Farbleitsystem folgen: d16–d40 mm werden mit der blauen Backe verpresst, d50–d75mm mit der orangen. Neu ist auch, dass für die großen Dimensionen d63 und d75 mm keine Pressschlingen und Zwischenbacken nötig sind, was das Gewicht des Werkzeugkoffers deutlich reduziert. Im Klein und Mittelobjekt wird es daher möglich, mit nur einer Pressbacke zu arbeiten. Verwechslungen sind ausgeschlossen und der zeit­intensive Backentausch entfällt. Und wenn es einmal ohne Fremdenergie gehen muss, können Verpressungen der Dimensionen d16–d40 mm mit der kompakten Handpresszange ausgeführt werden.

Falschverpressungen lassen sich vor allem in beengten Raumsituationen nicht immer vermeiden. Hat Ihr System darauf eine Antwort?

Das war einer der wichtigsten Aspekte bei der Entwicklung von Geberit FlowFit: die möglichst weitgehende Vermeidung von Falschverpressungen. Unsere Antwort darauf ist die ­laterale Verpressung, also keine das Fitting umschließende, sondern eine Verpressung, die seitlich am Fitting an der Pressbride ansetzt. Durch die Form des Pressindikators ist beim Ansetzen der Backe eine klare, eindeutige Werkzeugführung sichergestellt. Um dem Monteur das Verpressen ohne Verrenkungen auch in engen Platzverhältnissen zu erleichtern, kann die Presseinheit einfach in die gewünschte Position gedreht werden. Aber schon vor dem Pressen muss sichergestellt sein, dass Rohr und Fitting richtig zusammengesteckt sind. Dafür sorgen acht umlaufende, große Sichtfenster und der gute Kontrast zwischen dem silberfarbenen Rohr und den Fittings.

Das System ist ja vorrangig für die (Trink-)Wasserversorgung vorgesehen. Wie sieht es für den Einsatz zur Heizungsversorgung aus?  

Das System ist durch die verwendeten Materialien sehr universell einsetzbar. Neben Trinkwasserinstallationen können auch Heizungs- und Kälteinstallationen, Druckluft und Systeme für Sonderwässer ausgeführt werden. Je nach Einsatzbereich kommt das silberne SML-Universalrohr oder das weiße Therm-Rohr zum Einsatz. Die Rohre gibt es als Stangen- oder Rollenware auch schon vorgedämmt oder mit Schutzschlauch. 450 Fittinge aus PPSU sowie bleifreiem Rotguss und bleifreier Siliziumbronze decken alle Anforderungen optimal ab. Die Betriebstemperaturen liegen im Sanitärbereich bei 70 Grad und im Heizungsbereich bei 80 Grad. Betriebsdrücke sind bis zehn Bar möglich, im reinen Kaltwasserbetrieb bis 16 Bar.

Kann ich den FlowFit-Fitting auch auf systemfremden Rohren verwenden?

Innerhalb der Geberit-Systeme ist eine 100-prozentige Kompatibilität zwischen dem FlowFit-Presssystem und dem Geberit-PushFit-Stecksystem gegeben. Das neue SML-Universalrohr ist für beide Systeme einsetzbar. Für den Übergang auf Mepla und Mapress sind Übergangspressfittings verfügbar, die einen schnellen einfachen Systemwechsel ohne zusätzliche Aufdichtarbeiten sicherstellen. Das Verarbeiten von Fremdrohren ist aus rechtlicher und gewährleistungstechnischer Sicht nicht möglich. Alle Geberit -Versorgungsysteme verfügen über die ÖVGW-Qualitätsmarke sowie die gesetzlich vorgeschriebene ÜA-Kennzeichnung.

Ing. Friedrich Singer, Geberit: "Innerhalb der Geberit-Systeme ist eine 100-prozentige Kompatibilität zwischen dem FlowFit-Presssystem und dem Geberit-PushFit-Stecksystem gegeben."

 

© Geberit
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Durch die Form des FlowFit-Pressindikators ist beim Ansetzen der Backe eine klare, eindeutige Werkzeugführung sichergestellt.

Mit der Hand biegbares Trinkwasserrohr aus Edelstahl und Kunststoff

Ke Kelit, einer der größten Rohrproduzenten Europas, hat kürzlich ein mit der Hand biegbares Edelstahl-Trinkwasserrohr entwickelt.

In "Steelox", einem Trinkwasserrohr aus Edelstahl, haben die Linzer Innovatoren auch ganz viel Kunststoff-Know-how gesteckt, um es per Hand biegbar zu machen. Dieses weltweit erste flexible Edelstahlrohrsystem bis 25 mm ist auch bereits ÖVGW- bzw. DIN-registriert.

Steelox vereint dabei die bereits am Markt bewährten Produkte des Kunststoffrohrsystems Kelox mit dem Edelstahlrohrsystem Steelfix in einer neuartigen Produktsymbiose. Die Edelstahlinnenschicht ist von einer Außenschicht aus PE-RT umgeben, sodass diese optimal vor äußeren Einflüssen geschützt wird. Diese Kombination zweier hochwertiger Werkstoffe ermöglicht die hohe Flexibilität des Rohres – und das bei optimalen hygienischen Eigenschaften.

Hinter dieser Innovation steht zum einen der vielfach formulierte Wunsch von Installateuren nach einem flexibel zu verarbeitenden Trinkwasserrohrsystem und zum anderen, höchste Hygieneeigenschaften zu gewährleisten. Diese werden von Steelox aufgrund seiner physiologischen und chemischen Eigenschaften optimal erfüllt. Denn Edelstahl ist extrem belastbar, altert nicht und ist somit bei der Trinkwasserhygiene State of the Art. Das für dieses System neu entwickelte Fittingssortiment ist zudem Zeta-optimiert und verfügt über eine der besten Durchflusseigenschaften am Markt. So wird die nötige Wasserzirkulation gewährleistet, zudem werden höchste Hygieneeigenschaften erreicht. In der Kombination Rohr und Fitting erreicht Ke Kelit mit Steelox überzeugende Durchflusswerte.

Per Hand biegbares Trinkwasserrohr sowohl als Rollen- als auch Stangenware

Die Vorteile von Steelox liegen im wahrsten Wortsinn auf der Hand. Schließlich lässt es sich von Hand biegen. Neben dieser Flexibilität ist es hochtemperaturbeständig, von der Rolle verlegbar und ermöglicht somit eine wesentlich einfachere Installation. Die Verarbeitung gestaltet sich somit ab sofort auch im Edelstahl-Trinkwasserbereich sehr flexibel. Das System umfasst die Dimension 16, 20 und 25 mm, sowohl als nichtisolierte als auch als isolierte Rohre in den Dämmstärken 4, 9 und 13 mm, als Rollen- oder Stangenware. Aber auch die technischen Eigenschaften sind sehr gut. Schließlich verträgt das Steelox-System permanente Betriebs­temperaturen von bis zu 80 °C, Temperaturspitzen von bis zu 100 °C und einen Druck von zehn Bar.

Eigenes Fittingkonzept mit geringen Zeta-Werten

Der Korpus der Pressverbinder besteht aus entzinkungsbeständigem Cuphin (DZR), zusätzlich porenfrei metallisiert und somit aus einem Werkstoff, der den anspruchsvollen Anforderungen im Trinkwasserbereich gerecht wird. Die patentierte ellipsenförmige Bauweise im Inneren der Pressverbinder sorgt bei geringsten Zeta-Werten für optimalen Durchfluss. Die Verarbeitung gestaltet sich zudem absolut einfach und sicher. Die Eigenschaften der Edelstahlhülsen wie zum Beispiel Sichtfenster und die Funktion „unverpresst undicht“ garantieren eine gewohnt sichere Montage. In Kombination mit dem neuen Steelox dient das Edelstahlrohrsystem Steelfix als perfekte Ergänzung für die Trinkwasserinstallation. So bringen die großdimensionierten Kellerverteilungen und Steigleitungen aus Steelfix-Edelstahl bis zur Dimension 108 mm das Wasser direkt in die Ebenen, wo es gebraucht wird. Von dort übernimmt Steelox. Küche, Duschen, Waschbecken, WCs etc. werden flexibel und ohne Qualitätsverlust mit Wasser versorgt. Auch bei Großprojekten wie etwa Hotelanlagen, Krankenhäusern oder kommunalen Einrichtungen punktet Steelox durch die verbindliche Erfüllung aller Hygienevorschriften sowie der hohen Temperaturbeständigkeit, aber auch aufgrund der Flexibilität durch einen sparsamen Umgang mit Materialien, was Zeit und Kosten spart.

© Ke Kelit
© Ke Kelit

Steelox von Ke Kelit vereint die bewährten Produkte des Kunststoffrohrsystems Kelox mit dem Edelstahlrohrsystem Steelfix in einer neuartigen Produktsymbiose.

So gelingt jede Trinkwasserinstallation

Bei der Planung von Trinkwasseranlagen ist die exakte Ermittlung bedarfsgerechter Gleichzeitigkeiten eine Voraussetzung, um den Erhalt der Trinkwassergüte durch entsprechend schlanke Rohrleitungsdimensionierungen zu unterstützen.

Flexibilität gehört bei Trinkwasserinstallationen auf der Etage zu den wichtigsten Forderungen der Installateure. Für diesen Anspruch hat Viega das Kunststoffrohrleitungssystem Raxofix entwickelt. Ein breites Sortiment an Formteilen und Problemlösern – beispielsweise Doppelwandscheiben, Anschlussblöcken oder Kreuzungs-T-Stücken – mit sehr geringen Zeta-Werten vereinfacht die Arbeiten rund um die Stockwerksverteilung. Die für Raxofix typische raxiale Verpressung ist zudem sicher und schnell. Mit der Erweiterung des Sortiments um die Nennweite DN 10 eröffnete Viega eine Möglichkeit, Installations- und Betriebskosten durch die schlanke Auslegung der Anbindeleitungen zu weit entfernten Zapfstellen zu senken.

Die neue Raxofix-Nennweite unterstützt gleichzeitig den Erhalt der Trinkwassergüte, denn der Wasserinhalt einer Rohrstrecke in der Nennweite DN 10 ist um fast die Hälfte geringer als bei der Standard-Nennweite 16 mm. Das Volumen wird also wesentlich schneller ausgetauscht. In vielen Fällen kann die Länge der Zuleitung auch unter Einhaltung der Ausstoßzeiten etwa verdoppelt werden.

Neue Rohrdimension für mehr Reichweite

Die Kostenvorteile dieser größeren Leitungsreichweite machen eine typische Anwendung deutlich: Küchen werden in der modernen Grundrissplanung häufig nicht mehr in direkter Nähe zum Bad geplant. Die dortigen Zapfstellen müssen also einzeln angeschlossen werden. Bei der Standard-Rohrleitungsdimension 16 mm können unter den Gesichtspunkten Trinkwasserhygiene und Ausstoßzeiten Leitungslängen von gut sechs Metern installiert werden, wenn man übliche Mindestvolumenströme dem zugrunde legt. Mit Raxofix in DN 10 lassen sich die Längen der Einzelzuleitung in etwa verdoppeln, da der Rohrinhalt nahezu halbiert wird. Dieser Zugewinn an Reichweite macht unter Umständen sogar einen zweiten Steigstrang inklusive der dazugehörigen Zirkulationsleitung oder den Einsatz von Kleinspeichern direkt an der Zapfstelle überflüssig. Die Raxofix-Verbinder in DN 10 sind mit dem gleichen Werkzeug zu verpressen, wie es für die Nennweite 16 mm verwendet wird. Es entstehen also keine zusätzlichen Werkzeugkosten.

Raxofix universell für Trinkwasser- und Heizungsinstallation einsetzbar

Das seit mehr als zehn Jahren praxiserprobte Kunststoffrohrleitungssystem Raxofix ist über DN 10 hinaus in den Abmessungen 16 bis 63 mm universell in Heizungs- und Trinkwasserinstallationen einsetzbar. Das knickresistente Mehrschichtverbundrohr wird direkt von der Rolle verlegt und kann nach dem Ablängen ohne Kalibrieren oder Entgraten sofort verpresst werden. Das bringt bei der Installation Zeiteinsparungen von bis zu 30 Prozent. Die raxiale Presstechnik verbindet die einfach auszuführende radiale Presstechnik mit der axialen Schiebehülsentechnik für eine homogene Verpressung der durchflussoptimierten Verbinder in nur einem Arbeitsgang und ohne O-Ringe. Das Raxofix-Programm umfasst neben optional vorgedämmten Rohren eine Vielzahl an praxisgerechten Formteilen. Für größtmögliche Sicherheit steht die bewährte Viega SC-Contur der Raxofix-Verbinder. Jede vergessene Verbindung fällt damit schon beim Befüllen oder bei der Dichtheitsprüfung sofort auf. Nach der Verpressung ist die Verbindung zuverlässig dicht.

© Viega
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Mit Raxofix in DN 10 lassen sich die Längen der Einzelzuleitung in etwa verdoppeln, da der Rohrinhalt nahezu halbiert wird. Dieser Zugewinn an Reichweite macht unter Umständen sogar einen zweiten Steigstrang überflüssig.

S-Press-Plus-Fitting mit neukonstruiertem Anschlagring

Werden in der Sanitär- und Heizungsbranche Rohrleitungen durch Fittings verbunden, ist das Pressverfahren bei weitem die am häufigsten eingesetzte Verbindungstechnik. Doch wie bei vielen anderen Produkten auch muss sich diese Technik ebenso immer wieder neu erfinden, um nicht nur dem Stand der Technik zu entsprechen, sondern einen Schritt weiter zu sein.

Seit Mitte der 1980er-Jahre wird gepresst. Damals war das eine revolutionäre Technik, da die Verbindung mit einem speziellen Werkzeug ausgeführt werden musste. Anfangs erforderten die manuellen Presszangen enorme Kraftanstrengungen. Später wurden elek­tromechanische und elektrohydraulische Pressmaschinen entwickelt – zuerst für größere Dimensionen, da die Kraftentfaltung der manuellen Presszangen nicht mehr ausreichte, später auch für die kleineren Dimensionen. Alle gängigen Rohrwerkstoffe, darunter auch Mehrschichtverbundrohre, können mit Metall- und Kunststofffittings verbunden werden.

Pressfitting mit strömungsoptimiertem Design

Aufgrund höherer Komfortansprüche werden heute oftmals größere und komplexere Rohrleitungssysteme installiert. Gestiegene Anforderungen an die Trinkwasserhygiene in diesen Systemen sind nur mit zugelassenen Werkstoffen (aufgelistet in der UBA-Positivliste) und mit technischen Maßnahmen wie der Wahl der richtigen Systemkomponenten und Installationsart umsetzbar. Bei Letzterer empfehlen Hersteller wie Uponor bevorzugt die Durchschleif-Ringinstallation, da diese unter anderem für einen regelmäßigen Wasseraustausch im gesamten Leitungsnetz sorgt.

Diese und viele Faktoren mehr sind in die Entwicklung des neuen Fittingsystem S-Press Plus von Uponor eingeflossen. Auch die Frage, wie stagnierendes Wasser als Quelle der Verkeimung von Trinkwasseranlagen durch Legionellen verhindert werden kann, wurde berücksichtigt.

Das strömungsoptimierte Design der S-Press-Plus-Fittings mit sehr guten Zeta-Werten ermöglicht eine druckverlustoptimierte Dimensionierung.

Praxisgerechte Fitting-Dimensionen von d16–d32 

Die fest mit dem Fittingkörper verbundene Edelstahl-Presshülse des Uponor-S-Press-Plus-Fittings schützt die Dichtungsringe vor Beschädigung und sichert eine hohe Auszugs- und Biegefestigkeit der fertigen Verbindung. Die Fittingkörper aus entzinkungsbeständigem Messing (gemäß UBA-Positivliste) sowie alternativ aus dem Hochleistungskunststoff PPSU ermöglichen den uneingeschränkten Einsatz in Trinkwasser- und Heizungsinstallationen. Gegenüber Baustellenchemikalien und korrosiven Substanzen im Beton ist die neue Fittinggeneration äußerst resistent. Mit praxisgerechten Dimensionen von d16–d32 und einem umfangreichen Formteilprogramm wie U-Wandscheiben oder Übergangsmuffen wird das S-Press-Plus-System wirklich jeder Anforderung gerecht.

Neuer Fitting sorgt für präzise Pressbackenführung

Die Verarbeitung der neuesten Fittinggeneration von Uponor wird durch die optimierte Form der Presshülse und den neukonstruierten Anschlagring für eine präzise Pressbackenführung noch weiter erleichtert. Sichtfenster in den Edelstahl-Presshülsen ermöglichen eine einfache Kontrolle der Einstecktiefe des Rohres vor dem Verpressen. Die Edelstahl-Presshülse ist zudem mit einer speziellen Folie mit Dimensionsangabe ummantelt, die sich nach dem Verpressen einfach ablösen lässt und so zusätzlich zur „Unverpresst undicht“-Funktion eine weitere Verpresskontrolle bietet. Die Farbcodierung und eine deutlich lesbare Dimensionsangabe sind selbst bei schlechten Lichtverhältnissen gut zu erkennen.

Ein weiterer Vorteil für die Praxis: Die Fittings lassen sich ohne Entgraten und Kalibrieren des Uni-Pipe-Plus-Rohres verarbeiten. Für die Montage sind nur drei Schritte notwendig: ablängen, stecken, pressen. Die spezielle Form der Presshülse und der neukon­struierte Anschlagring sorgen für eine präzise Platzierung der Pressbacken. Selbst nach dem Pressvorgang können die Rohrleitungen bis zur Druckprüfung noch ausgerichtet werden. Zu guter Letzt ermöglicht der aufgedruckte QR-Code online rund um die Uhr Zugriff auf Installationssupport, Projektdatenbanken, und Artikellisten.

Die DVGW-zertifizierten S-Press-Plus-Fittings sind optimal auf das Uponor-Verbundrohr Uni Pipe Plus abgestimmt. Das fünfschichtige Mehrschichtverbundrohr verfügt u. a. über eine nahtlos gezogene Aluminiumsperrschicht, die nicht nur für die notwendige Diffu­sionsdichte sorgt, sondern gleichzeitig bemerkenswert geringe Rückstellkräfte hat. Ein von Hand oder mit der Biegezange auf 90 Grad voreingestelltes Rohr behält dauerhaft diese Form. Das garantiert eine saubere und passgenaue Installation

© Uponor
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Die Verarbeitung der neuesten Fittinggeneration von Uponor wird durch die optimierte Form der Presshülse und den neukonstruierten Anschlagring für eine präzise Pressbackenführung noch weiter erleichtert.

Auszugssicherung für den Anschluss von Hebeanlagen und Tauchpumpen

Das Rohrsystem Polo-Kal XS von Poloplast gilt für viele Anwender als eines der sichersten und effizientesten Rohrsysteme auf dem Gebiet der Gebäudeentwässerung.

Es wurde für eine besonders schnelle und unkomplizierte Verarbeitung entwickelt: Gleitmittelfreies Stecken dank der patentierten „funTEC“- Technologie garantiert saubere Hände sowie einen sauberen Arbeitsplatz. Auch das Anfasen ist nicht mehr nötig und reduziert Zeit- und Arbeitsaufwand. Der bereits in der Muffe integrierte Dichtring sorgt für enorme Sicherheit. Es besteht keine Gefahr, den Dichtring auszuschieben, zu verlieren oder bei der Montage zu vergessen.

Die schlanke Konstruktion von Polo-Kal XS ermöglicht den Einsatz in engen Bereichen wie beispielsweise bei geringer Bodenaufbauhöhe, im Fertigteilhausbau oder bei Trockenbauwänden. Sehr gute Schalldämmeigenschaften garantieren hohen Wohnkomfort. In Verbindung mit der speziell entwickelten Auszugsicherung ASV ist auch der Einsatz als Druckleitung für Hebeanlagen oder als innenliegende Regenfallleitungen möglich.

Poloplast entwickelt, produziert und vertreibt vorwiegend verstärkte, mehrschichtige Rohrsysteme aus Kunststoff. Mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Perfektionierung von Kunststoffrohrsystemen und Compounds machen das Unternehmen zu einem der europaweiten Technologieführer. Die innovativen Rohrsysteme bewähren sich in verschiedenen Anwendungen im Hoch- und Tiefbau.

© Poloplast
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Die innovativen Rohrsysteme von Poloplast bewähren sich in verschiedenen Anwendungen im Hoch- und Tiefbau

Haustechnik

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