Starke Nachfrage nach Schweißkursen

In Vorbereitung auf die mit 1.7.2014 endgültig schlagend werdende Metallbaunorm EN 1090 bietet die Landesinnung Wien der Metalltechniker ihren Mitgliedern seit einiger Zeit vermehrt Schweißkurse an, die im Metallhandwerk und -gewerbe auf starkes Interesse stoßen.

16.10.2013
Innung
Redaktion Metall
© Archiv

Susanna Neuwirth managt in der Metalltechnik-Innung Wien die Kurse zum Thema Schweißtechnik, Sicht­kontrolle, EN 287, EN 1090 und WPK.

Bei den im Herbst angebotenen Schweißkursen in der Innungswerkstatt Wien werden die Plätze knapp: „Der Oktoberkurs ist schon ausgebucht, im November gibt es aber noch Plätze“, erklärt Susanna ­Neuwirth von der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Wien. Das liegt einerseits an der Notwendigkeit, im Hinblick auf die EN 1090 Schweißerqualifikationen durch ein (europaweit anerkanntes) Zertifikat zu dokumentieren. Andererseits aber auch an der Werbung, die Frau Neuwirth für die von ihr in Zusammenarbeit mit dem ­Wifi organisierten Kurse betreibt.

Susanna Neuwirth ist seit rund zwei Jahren in der Wiener Metalltechnik-Innung ­tätig und betreut seit Kurzem die Organisation der diversen Kurse zum Thema Schweißtechnik und EN 1090. „Das ist Mitgliederbetreuung“, sagt Neuwirth gegenüber METALL, „unsere Mitglieder brauchen das genau jetzt, und unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen – derzeit vorrangig unter allen anderen Aufgaben, der die Innung noch nachkommt.“

Der Ablauf
Pro Schweißerprüfungskurs sind zehn bis elf Teilnehmer geplant, gehalten werden die Kurse vom Schlossermeister Ing. Brandstetter und für die Prüfung wird die SZA beigezogen. Die Kurse beginnen am Freitag­nachmittag mit einem Theorieteil und anschließend beginnen die Kursteilnehmer in der Praxis zu schweißen. In dieser Zeit bis zum Kursende Samstagnachmittag wird auch gleichzeitig geprüft.

„In der Regel sieht man bereits vor Ort an den Werkstücken, ob sie den Prüfungskriterien entsprechen“, erklärt Neuwirth. Bislang sei jedenfalls noch niemand durchgefallen. Kein Wunder, denn aus den Betrieben werden meist jene Leute geschickt, die Tag für Tag auf der Baustelle arbeiten. „Zum Teil sind dies Mitarbeiter, die vielleicht irgendwann bereits ein Zertifikat erworben haben (etwa im Ausland), zum Teil wird der Kurs auch als Auffrischung genutzt“, erklärt Neuwirth.

Praxistag
Aufgrund des unterschiedlichen Niveaus der Kursteilnehmer hat man nun auch begonnen, einen Praxistag zur EN 1090 anzubieten. Der erste Praxistag fand erfolgreich im Oktober mit sieben Teilnehmern statt. „Es ist aber schon sehr nützlich, wenn man das Schweißen vorher schon beherrscht, denn nur am Praxistag zu trainieren ist dann doch etwas zu wenig“, so Susanna Neuwirth. An den Vorbereitungskursen und den Schweißerprüfungen nach EN 287 haben heuer in neun Kursen bereits 75 Personen teilgenommen.

Dabei wurden 150 Zertifikate ausgestellt, denn einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um gleich mehrere Zertifikate abzuschließen. Dabei müssen in verschiedenen Verfahren verschiedene Bleche bzw. Rohre verschweißt bzw. abgegeben werden. Die meisten Prüfungen (49) wurden im MAG-Schweißen abgelegt, auch das Elektro-Handschweißen ist mit 41 Prüflingen fast ebenso beliebt. An den Informations­veranstaltungen haben bis jetzt rund 120 Personen teilgenommen. „Das Interesse an den Schweißkursen und der WPK ist sehr groß“, sagt Susanna Neuwirth. „Kein Wunder: Der 1.7.2014 rückt in Riesenschritten näher und der EN 1090 Zertifizierungsprozess dauert doch drei bis sechs Monate. Das heißt, es bleibt nicht mehr wirklich viel Zeit.“ [gr] 

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