Der österreichische Dämmstoffmarkt konnte 2025 erstmals seit mehreren Jahren wieder zulegen. Laut aktueller Markterhebung stieg das Volumen leicht von 4,419 auf 4,446 Millionen m³ – ein Plus von 0,61 Prozent.
Damit scheint der Abwärtstrend vorerst gestoppt. Zuvor war der Markt zwischen 2021 und 2024 um rund 30 Prozent eingebrochen. Vom Niveau des Jahres 2021 mit 6,337 Millionen m³ ist die Branche jedoch weiterhin deutlich entfernt. „Wir haben die Talsohle durchschritten, auch wenn von einer echten Entwarnung noch keine Rede sein kann“, sagt Mag. Roland Hebbel, Vorstand der GDI 2050, der Interessenvertretung führender Unternehmen aus den Bereichen Dämmstoffe, Fenster und Gebäudehülle. „Das leichte Plus ist ein erstes positives Signal – wir erwarten für 2026 eine weitere Stabilisierung.“
Unterschiedliche Entwicklung je Dämmstoff
Ein differenzierter Blick auf die einzelnen Materialgruppen zeigt: Die Entwicklung verläuft nicht einheitlich. Zulegen konnten vor allem Schaumstoffe wie EPS, XPS und PUR. Sie wuchsen um 4,92 Prozent auf 2,496 Millionen m³ und profitieren weiterhin von ihrer breiten Anwendbarkeit und wirtschaftlichen Verarbeitung.
Rückläufig ist hingegen die Mineralwolle (Stein- und Glaswolle), die ein Minus von 3,78 Prozent auf 1,780 Millionen m³ verzeichnet.
Deutlich unter Druck stehen laut GDI 2050 alternative Dämmstoffe wie Zellulose, Schafwolle oder Hanf. Sie verloren 10,53 Prozent und liegen bei 0,170 Millionen m³. Diese Materialien sind besonders stark vom schwächelnden Einfamilienhausbau betroffen.
Impulse aus dem Objekt- und Sanierungsbereich
Für die Praxis zeigt sich damit ein klares Bild: Während der Neubau im privaten Wohnbereich weiterhin verhalten bleibt, sorgen Projekte im Objektbereich sowie Sanierungen für stabilisierende Impulse. Gerade im Bestand gewinnt die energetische Verbesserung von Gebäuden zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender Anforderungen und volatiler Energiepreise.
Gebäudehülle als Schlüssel zur Energieeffizienz
Unabhängig von der Marktentwicklung bleibt die Gebäudehülle ein zentraler Faktor für zukunftsfähiges Bauen und Sanieren. „Eine leistungsfähige Gebäudehülle reduziert den Energiebedarf nachhaltig und erhöht die Unabhängigkeit von externen Einflüssen“, so Hebbel. „Gerade in einer geopolitisch angespannten Lage und bei unsicheren Energiemärkten ist das ein entscheidender Vorteil.“
Für Planer*innen und ausführende Betriebe bedeutet das: Energieeffizienz wird zunehmend zum bestimmenden Kriterium – sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungsprojekten.
Vorsichtiger Optimismus für 2026
Auch wenn das Marktumfeld herausfordernd bleibt, deutet vieles auf eine schrittweise Erholung hin. Die leichte Stabilisierung 2025 könnte sich im kommenden Jahr fortsetzen.
Für die Branche bleibt entscheidend, dass Investitionen in die Gebäudehülle weiterhin als zentrale Maßnahme für Energieeinsparung, Werterhalt und Versorgungssicherheit wahrgenommen werden.
(bt)
