Die Berufs-Europameisterschaften EuroSkills, die nach Corona-bedingten Verschiebungen aus 2020 nun von 23. bis 26. September in Graz stattfinden konnten, sind erfolgreich zu Ende gegangen. Erfolgreich vor allem aus österreichischer Sicht: An das 54-köpfige Team Austria gingen insgesamt 33 Medaillen. Zum vierten Mal liegt Österreich damit auf Platz zwei im Medaillenspiegel – mit elf Goldmedaillen, zwölf Silbermedaillen, zehn Mal Bronze und vier Medallions for Excellence für besonders gute Leistungen. Auch der österreichische Teilnehmer der Spengler Lukas Kromoser hat sich wacker geschlagen: Er holte Bronze! 

Und das war nicht leicht … Teilnehmer aus sieben Nationen waren diesmal im Spengler-Bewerb dabei: Österreich, Deutschland, Schweiz, Südtirol, Frankreich, Polen und Russland haben Kandidaten entsandt. Die sieben jungen Spengler mussten in den drei Wettbewerbstagen ein Steildachmodell mit 45 Grad Dachneigung eindecken, in das ein Modell des Grazer Uhrturms eingearbeitet war. Und das an einer diffizilen Stelle, wie EuroSkills-Experte Wilhelm Strasser erzählt: „An der Rückseite des Uhrturms musste der Falz in nur 85 Millimeter Abstand doppelt gefalzt, umgelegt und aufgestellt werden“. Die besondere Herausforderung war über das gesamte Werkstück der Wechsel von Doppelfalz zu Winkelfalz und Leistendeckung mit sehr komplizierten Anarbeitungen. „Das Material Prefalz hat hervorragende Falzqualitäten, aber bei diesem Wettbewerbsmodell stießen die Spengler an die Grenzen des Machbaren“, berichtet Wilhelm Strasser. Der sich an dieser Stelle herzlich bei den Sponsoren bedanken möchte. Prefa hat allen Nationen für Trainings und den Wettbewerb kostenlos Material zur Verfügung gestellt. Die Firma Slama stellte dankenswerterweise neue Maschinen für die EuroSkills zur Verfügung.
Und noch einem gilt großer Dank: Shop-Meister Peter Kratzer aus der Landesberufsschule Spittal/Drau. Er war für die Bereitstellung der Maschinen und des Materials verantwortlich und bekam für die perfekte Organisation Lob von allen teilnehmenden Nationen.

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Nach drei intensiven Tagen erklang dann am 26. September unter tosendem Applaus und Anfeuerungen des Publikums der offizielle Schlussgong. Und es wurde sehr knapp: Mit geringem Punkteabstand ging der Sieg schließlich an Frankreich, Silber holte die Schweiz, und der österreichische Teilnehmer Lukas Kromoser durfte die Bronze-Medaille entgegennehmen. Eigentlich wollte er Europameister werden (wie wahrscheinlich jeder der Teilnehmer), aber das österreichische Team ist glücklich und zufrieden mit dem dritten Platz: „Wir haben nicht Gold verloren, sondern Bronze gewonnen“, sagt Wilhelm Strasser. Denn das Niveau der Teilnehmer war so hoch wie noch nie, weiß der erfahrene Skills-Trainer.

Bild der Europameister (v. li.): EuroSkills-Experte Wilhelm Strasser, EM-Sieger 2014 Anton Zellinger, EM-Sieger 2010 Anton Matlas, der EM-Bronze-Gewinner 2021 Lukas Kromoser, EM-Sieger 2012 Marcel Peer, BIM-Stv. Alexander Eppler.
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Der österreichische Teilnehmer Lukas Kromoser hochkonzentriert bei der Arbeit am Wettbewerbsmodell.
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Spengler Lukas Kromoser zeigt sein Können am Dachmodell "Grazer Uhrturm".
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Endspurt am letzten Wettkampftag, dem 25. September.
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Die letzten Minuten vor dem offiziellen Schlussgong werden intensiv genutzt.
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Endspurt unter tosendem Applaus und Anfeuerungen des Publikums.
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Geschafft! Der Wettbewerb ist nach drei intensiven Tagen erfolgreich geschlagen.
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Erleichterung bei allen Beteiligten: Lukas Kromoser mit seinem stolzen Lehrherrn Daniel Hörmann.
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Try a Skill! Der Info- und Übungsstand der Spengler war ein Publikumsmangnet bei den EuroSkills 2021.
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Für Wilhelm Strasser selbst war es die letzte aktive EuroSkills-Teilnahme. Der langjährige Experte der Spengler bei den EuroSkills wird die Betreuung potenzieller Skills-Teilnehmer ab nun in bewährte Hände legen: Anton Matlas und Marcel Peer, die Spengler-Europameister 2010 und 2012, werden die erfolgreiche Arbeit von Wilhelm Strasser fortsetzen – schon 2023 bei den nächsten EuroSkills in St. Petersburg.
Bundesinnungsmeister-Stv. Spenglermeister Alexander Eppler freut sich auf die professionelle Fortführung: „Ich bin äußerst zuversichtlich, dass mit diesem Experten-Duo die hochprofessionelle Arbeit von Wilhelm Strasser erfolgreich weitergeführt wird, obwohl die Latte sehr hoch liegt. Denn immerhin hat er in den über zehn Jahren seines Wirkens drei Europameister und zwei Bronzemedaillen-Gewinner durch seinen unermüdlichen und engagierten Einsatz hervorgebracht! Wilhelm Strasser wird der Dank der gesamten Spenglerfamilie Österreichs immer bleiben“.
Eine besonders lobende Erwähnung gebührt auch dem Lehrherrn des diesjährigen Teilnehmers: Daniel Hörmann von der Hörmann Dachdeckerei-Spenglerei in Euratsfeld unterstützte seinen Mitarbeiter Lukas Kromoser intensiv bei allen Vorbereitungen und fieberte beim Wettbewerb an seiner Seite mit. So erreicht man tolle Leistungen wie die Bronze-Medaille.
Herzlichen Glückwunsch an Lukas Kromoser und das gesamte österreichische EuroSkills-Team der Spengler 2021!
 

Text: Erika Hofbauer, Birgit Tegtbauer