Strabag erhöht Leistungsprognose 2020

Die Strabag musste im ersten Halbjahr Rückgänge bei Leistung und Gewinn hinnehmen, erhöhte dank großem Auftragsbestand aber die Leistungsprognose für 2020.

01.09.2020
Strabag
© Strabag SE/Erlacher

Nach den Ergebnissen des ersten Halbjahres solle es künftig wieder mehr werden.

Bis Juni sank die Leistung der Strabag um 10 Prozent auf 6,72 Milliarden Euro, im Gesamtjahr soll sie heuer nun bei 15 Milliarden Euro statt der bisher erwarteten 14,4 Milliarden Euro liegen, wie der Konzern im Zuge seiner Halbjahresbilanz mitteile. Allerdings waren es voriges Jahr insgesamt 16,6 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz fiel heuer bis Juni um 9 Prozent auf 6,32 Milliarden Euro.

Der Leistungsrückgang im Halbjahr resultierte aus vorübergehenden Baueinstellungen in der Coronakrise in Österreich (wo 15 Prozent der Konzernleistung erbracht werden), einem Vertragsablauf mit einem deutschen Großkunden sowie der Fertigstellung von Tunnelbauprojekten in Chile, heißt es. Zehn Tage lang seien in Österreich die Baustellen komplett gestanden, dann schrittweise wieder hochgefahren worden.

Auftragsbestand ausgebaut

Den Auftragsbestand baute der Konzern im Jahresabstand um 6 Prozent auf die Rekordhöhe von 19,44 Milliarden Euro aus. Deutlich gewachsen ist das Orderbuch laut Strabag in Deutschland und in Tschechien, in Großbritannien erhielt man neue Großaufträge bzw. Auftragserweiterungen im Tunnelbau. Rückgänge gab es dagegen in der Region Americas, in Ungarn und in Österreich, weil hier Großaufträge abgearbeitet wurden.

Die Ergebnisse gerieten unter Druck. Zwar blieb das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 300,1 Millionen Euro noch auf Vorjahreshöhe (+2 Prozent). Höhere Abschreibungen infolge stärkerer Investitionen im Vorjahr drückten jedoch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 26 Prozent von 61,0 auf 45,1 Millionen Euro. Dieser Rückgang sei auf die Entwicklung des Segments International+Sondersparten zurückzuführen, heißt es. Das Vorsteuerergebnis (EBT) betrug 31,6 (41,5) Millionen Euro.

CEO Birtel: „Auf zweite Welle vorbereitet"

Die EBIT-Marge, die im Halbjahr bei 0,7 (0,9) Prozent und im Gesamtjahr 2019 bei 3,8 Prozent lag, soll heuer bei „zumindest 3,5 Prozent" liegen. Die Prognose zu Leistung und Marge basiert laut CEO Thomas Birtel darauf, dass es im Unterschied zum ersten Halbjahr im zweiten keine - auch nicht eine temporäre - Einstellung des gesamten Baubetriebs in einem der Strabag-Kernländer gibt. Das bedeute aber nicht, dass man von einer „zweiten Welle" unvorbereitet getroffen würde. Denn eines sei klar: „Es handelt sich um keinen kurzfristigen Spuk und um keine leichte Rückkehr in die gewohnte Normalität vor März 2020."

Bau

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