Tradition mit Zukunft

manufaktur\lab entwickelte in Kooperation mit den Meisterwelten Steiermark eine Veranstaltung für Handwerker der etwas anderen Art.

31.08.2017
Tradition
Diana Danbauer
© Diana Danbauer

Der WerkSommer 2017 fand im Stift Sankt Lamberg in der Steiermark statt.

© Diana Danbauer

In den Workshops wurden verschiedene Aspekte des Handwerks herausgearbeitet.

© manufaktur\lab

Networking inmitten der traumhaften Kulisse.

Der WerkSommer 2017 sollte eine Begegnung und ein Austausch auf Augenhöhe für Handwerker sein, die sich den Entwicklungen und Perspektiven für das Handwerk der Zukunft stellen wollen, dabei aber keineswegs auf Tradition verzichten möchten. Die Zeiten, in denen der Sohn automatisch den (Handwerks)Betrieb des Vaters übernimmt, nachdem er den jeweiligen Lehrberuf abgeschlossen und in Folge die entsprechende Meisterprüfung abgelegt hat, sind großteils vorbei. Industrialisierung, Digitalisierung und Technologisierung sind nur einige Schlagworte, die mitverantwortlich dafür sind, dass sich immer mehr Handwerker und Traditionsbetriebe die Frage nach der Zukunft stellen. Damit dieses Projekt für den einzelnen nicht zum Kaffeesudlesen wird, gibt es verschiedene Strategien. Am ersten Juli-Wochenende traf sich eine heterogene Gruppe von Handwerkern auf Initiative von manufaktur\lab in Kooperation mit den Meisterwelten Steiermark inmitten der traumhaften Kulisse des Stifts Sankt Lamberg in der Steiermark, um dem Spannungsfeld der handwerklichen Tradition hin zum zukunftsfähigen Handwerk auf den Grund zu gehen.

Austausch Imran Rehman, creative architect for transformation, moderierte den Workshop und stellte gleich zu Beginn fest: „Es geht um Lernen und um die Entschleunigung des Handwerks. Wir machen alle nur mehr Projektmanagement – davon müssen wir wegkommen.“

Die Keynote zur Veranstaltung hielt Christoph Schaden, Tischlermeister und Geschäftsführer der Schaden Lebensräume GmbH. Der unkonventionelle Spezialist für Kastenfenster weiß aus eigener Erfahrung: „Um erfolgreich zu sein, ist kein traditioneller Ausbildungsweg notwendig. Wissen und Können müssen aber stimmen.“

In den Workshops wurden im Laufe des Tages zahlreiche Aspekte des Handwerks herausgearbeitet und diskutiert. Das Alte mit dem Neuen zu beleben, war von Beginn an das erklärte Ziel der Teilnehmer, und jeder einzelne konnte neue Aspekte, Sichtweisen und Eindrücke mitnehmen.

„Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit Handwerk ist für mich die Wertschätzung“, betont Martin Aigner, Innenarchitekt, Tischlermeister und geschäftsführender Gesellschafter von Tischler handgedacht, und nennt ein anschauliches Beispiel: „In meiner ersten Wohnung hatte ich keinen Geschirrspüler und musste den Abwasch noch von Hand erledigen. Ich weiß also, wie es ist, das selber zu machen und kann daher auch wertschätzen, wie viel Arbeit und Zeit mir erspart bleibt, wenn ich jetzt die Geschirrspülmaschine einschalte.“

Vor allem der Austausch untereinander stellte sowohl für die Veranstalter als auch die Teilnehmer einen zentralen Aspekt der gesamten Veranstaltung dar. „Egal ob klein oder groß, alle Unternehmen teilen die gleichen Sorgen. Mit diesem Bewusstsein kann ich es teilweise etwas entspannter sehen“, bringt es Christoph Schaden auf den Punkt.

Weiter so

Sowohl manufaktur\lab als auch Meisterwelten zeigten sich vom Erfolg der Veranstaltung überzeugt und werden das Format weiter verfolgen und ausbauen. „Die praktische Arbeit mit den teilnehmenden Betrieben beim WerkSommer hat manufaktur\lab bestätigt, den gewählten Ansatz der aktiven Weiterentwicklung von Handwerk durch inhaltliche und strategische Werkzeuge in der Praxis gemeinsam mit den Betrieben weiter zu verfolgen und zu intensivieren“, resümiert Sieglinde Kathrein, Initiatorin von manufaktur\lab. Und auch Claudia Glawischnig, Koordinatorin Meisterwelten Steiermark ist von dem Format begeistert: „Der WerkSommer 2017 ist Ausgangspunkt dafür, dass gemeinsam mit Meisterinnen und Meistern an der Zukunft des Handwerks gearbeitet wird – eine Keimzelle für Handwerk 4.0 ist entstanden.“

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