Wettbewerb: „Europan 15“

In dieser Jubiläumsrunde legt „Europan15“ mit dem Thema „Die Produktive Stadt“ einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration produzierender Arbeit in die Standortentwicklung.

16.12.2019
Europan
Redaktion Architektur & Bau Forum
© Capability Mound

Siegerprojekt aus Wien

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Der internationale Wettbewerb richtet sich explizit an Architekten und Städteplaner unter 40 Jahren. Er bietet jungen Fachleuten ein Forum, um ihre Ideen für aktuelle städtische Herausforderungen zu entwickeln und zu präsentieren. Darüber hinaus bietet „Europan“ für Städte und Entwickler ein Werkzeug, um innovative architektonische und urbane Lösungen für die Umsetzung zu finden.

Das europaweit offene Verfahren unterstreicht Europans Ambition, auf die lokalen Herausforderungen der Wettbewerbsgebiete mit Projekten zu antworten, die dem internationalen Stand der Erkenntnis entsprechen. In dieser Jubiläumsrunde legt Europan15 mit dem Thema „Die Produktive Stadt“ einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration produzierender Arbeit in die Standortentwicklung. Das Auftauchen dieses Programms, das von der Bildfläche der lebenswerten Stadt konsequent verdrängt wurde, wirft innovative Lösungsansätze für eine neue Stadtkultur auf.

In den letzten Jahrzehnten vollzog sich in ganz Europa eine umfassende Stadterneuerung. Auch wenn dabei die durchmischte Stadt als Entwicklungsziel angestrebt wurde, hat sich das Wohnen immer mehr als vorherrschendes Programm in den meisten Stadtentwicklungsgebieten der post-industriellen Ära etabliert, „sinnvoll“ ergänzt durch Büroflächen und öffentliche Einrichtungen, durch Kultur, Geschäfte und Gastronomie. Das Diktum eines authentischen, lebendigen und urbanen Stadtteils wurde geprägt vom „wohnverträglichen“ Mix einer „Café Latte-Urbanität“. Ein wichtiger Aspekt wurde systematisch ausgeschlossen: die produktive Ökonomie.

Mit dem Thema „Die Produktive Stadt“ legt Europan15 einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration produzierender Arbeit in die Standortentwicklung. Das Auftauchen dieses Programms, das von der Bildfläche der lebenswerten Stadt konsequent verdrängt wurde, geht mit sich verändernden Produktionsbedingungen, neuen Ansprüchen an die Lebenswelt der Arbeit, sich verändernden Ansprüchen an den Alltag und innovativen Lösungsansätzen zur Einhaltung ambitionierter Nachhaltigkeitskriterien (z.B. Reduktion der Mobilität) einher.

Neuartig durchmischte Quartiere sowie innovative, in sich vielfältige und kompakte Gewerbegebiete mit nachhaltiger Energieversorgung, guter infrastruktureller Versorgung und hybriden Nutzungskonzepten öffnen neue Perspektiven auf die Stadt der kurzen Wege und ermöglichen eine Vielfalt von Lebensweisen, integrationsfördernden Kulturen und Nutzungen. Die Grenzen zwischen Gewerbe, Wohnen und Handel verschwimmen zunehmend. Neben dem gesellschaftlichen Bedürfnis, Wohnen und Arbeiten wieder enger miteinander zu verbinden, trägt auch das Bewusstsein, Ressourcen zu schonen und lokale Stoff- und Wertschöpfungskreisläufe zu stärken, dazu bei, Orte der Produktion, sofern sie nicht die Lebensqualität beeinträchtigen, wieder in die Stadt zu integrieren. Eine ökologisch gedachte, produktive Transformation setzt auf Synergien. Wenn man solche Synergien zwischen Ökosystemen, Menschen und der gebauten Umwelt ernst nimmt, dann impliziert dies auch neue, nicht-sektorale, gemeinschaftliche Lösungsansätze. Ein solches Vorgehen fordert sowohl von den teilnehmenden Architekten und Planern, als auch von den Entscheidungsträgern, das Bekenntnis, die ihnen anvertraute Verantwortung für die städtische Umwelt wahrzunehmen und voranzutreiben.

Die Europan15-Runde umfasst 47 Standorte aus 12 verschiedenen europäischen Ländern. Die österreichischen Standorte befanden sich in Graz, Innsbruck, Villach, Weiz und Wien. Insgesamt wurden 901 Projektbeiträge eingereicht, davon 123 Einsendungen für österreichische Standorte. Das Thema von Europan 15 war „Productive Cities“.

Die Preisverleihung findet am 30. Jänner 2020 um 19:00 Uhr  im HDA Haus der Architektur in Graz statt.
Von 30. Jänner bis 18. Februar sind die Ergebnisse dann ebenfalls im HDA Haus der Architektur in Graz ausgestellt.

Mehr Informationen zu Europan: http://www.europan.athttp://www.europan-europe.eu

Architektur

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