Nur Licht fällt durch

Leider passieren noch immer schwere und sogar tödliche Unfälle aufgrund von Durchstürzen durch nichtgesicherte Lichtkuppeln. Das Team von Sadler-Lichtkuppeln beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Durchsturzsicherheit und ist maßgeblich an innovativen Entwicklungen beteiligt, die dieses Risiko verhindern. Wir haben mit den beiden Geschäftsführern Manuela Geyer-Sadler und Manfred Geyer gesprochen.

23.01.2018
Sicherheit
© birgit tegtbauer
© birgit tegtbauer

Das Hauptaugenmerk Ihres Unternehmens liegt neben der Erzeugung von Lichtkuppeln auf der Durchsturzsicherheit dieser Produkte. Seit wann beschäftigen Sie sich so intensiv mit diesem Thema?
Manfred Geyer:
Bis vor rund zwölf Jahren wurde das Thema Durchsturzsicherheit nicht wirklich wahrgenommen. Norm- und gesetzmäßig war es nicht gefordert. Das Umdenken hat meines Erachtens mit einem schweren Unfall in Salzburg im Jahr 2003 oder 2004 begonnen, da sind bei Räumarbeiten nach großen Schneefällen Feuerwehrleute durch Lichtkuppeln gestürzt. Kurz danach kam Werner Linhart auf uns zu, der eine Idee zur Sicherung von Lichtkuppeln hatte. Gemeinsam haben wir dann „Likunet“ entwickelt. 

Manuela Geyer-Sadler: Die erste Lichtkuppel-Durchsturzsicherung haben wir im April 2006 verkauft. Im Jahr 2009 kam dann die ÖNorm B 3417 mit vier Ausstattungsklassen. Wir erreichen mit unserem System Ausstattungsklasse 2 bis 4.
Manfred Geyer: 2006 hatten wir einen Anteil von fünf Prozent an Durchsturzsicherungen bei Lichtkuppeln, inzwischen sind es an die 70 Prozent. 

Wer ist verantwortlich, wenn es zu einem Durchsturz kommt?
Manfred Geyer:
Laut geltender Rechtslage ist der Bauherr beziehungsweise Eigentümer erster Ansprechpartner für Haftungsfragen. 

Wie groß ist der Sicherheitsgedanke bei Bauherren heute?
Manfred Geyer:
Immer größer, weil er dafür Sorge tragen muss, dass auf seinem Dach nichts passiert. Hier hat in den letzten zehn Jahren wirklich ein Umdenken stattgefunden.

Wie teilt sich der Absatz von Durchsturz­sicherungssystemen in Neubau und Sanierung auf?
Manuela Geyer-Sadler:
Rund 65 Prozent Sanierung und rund 35 Prozent Neubau. Wenn eine Lichtkuppel kaputt ist, wird sie ausgetauscht, meist mit einer Durchsturzsicherung. Wir bieten aber auch Alternativlösungen, die in bestehende Lichtkuppeln integriert werden können, z. B. „Likunet sani“, das zwischen Lichtkuppel und Aufsatzkranz eingebaut wird. 

Welche Produkte im Sicherheitsbereich werden am meisten nachgefragt?
Manuela Geyer-Sadler:
Eindeutig „Likunet“, das optisch das ansprechendste ist. Es ist sehr hochwertig, ein Verlust des Lichteinfalls ist kaum vorhanden. 
Manfred Geyer: Auch der Privatbereich hat einen immer größeren Anteil. Hier bieten wir mit „Liku-Therm“ ein Produkt an, bei dem die Durchsturz­sicherung in das Sicherheitsglas integriert ist. Es ist luftdicht, schafft einen guten U-Wert und schützt gegen Wind und Schall. 

Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Geschäftsjahr? 
Manfred Geyer:
2017 ist für uns durch die Unwetter mit Hagel und Stürmen im Sommer ein herausragendes Jahr. Aber auch 2016 war ein sehr gutes Geschäftsjahr. Da haben wir uns sehr über die Ergebnisse des „Branchenradars“ gefreut: „Die Marktführerschaft für Lichtkuppeln in Österreich wird erstmalig an Sadler abgegeben“, hieß es da. 
Manuela Geyer-Sadler: Durchsturzsicherung wird immer mehr zum Thema. Es gibt heute keine Ausschreibung mehr, wo nicht sichere Lichtkuppeln gefordert werden. Und das ist gut so. 

Dach + Wand

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