Hofstetten-Grünau liegt rund 15 Kilometer südwestlich von Sankt Pölten. Wer mit der Mariazeller Bahn anreist, so wie die Redaktion, steigt an der gleichnamigen Bahnhofsstation aus und erreicht per pedes in wenigen Minuten die Tischlerei von Josef Gruber. Sein Vater war bereits Tischler, doch Sohn Josef wollte nach der Lehre und einigen Jahren Erfahrung den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und gründete vor drei Jahren, damals als 25jähriger, seinen eigenen Betrieb „Grubnertischler“: „Derzeit sind wir zu zweit, meine Schwester Daniela und ich. Da ist der Arbeitsalltag teilweise ein wenig schwierig, eine dritte Person wäre sehr hilfreich. Wir sind noch in der Aufbauphase und möchten langsam, solide zu einem kompakten Betrieb wachsen. Meine Vorstellung liegt bei etwa maximal 10 Personen.“
Kreativität statt Masse
In der rund 200 Quadratmeter großen Werkstatt des jungen, dynamischen Tischlerduos entstehen täglich in liebevoller Maßarbeit Küchen (auch mit Dachschrägen), Möbel für den Bereich Wohnen, Essen und Schlafen, Büros, Stiegengeländer sowie Fußböden. Verarbeitet werden zu zwei Drittel Plattenmaterialen, zu einem Drittel Massivholz. Die Kund*innen sind fast ausschließ im privaten Bereich zu finden. „Derzeit fertigen wir sehr viele Küchen für bestehenden Räume, wo die Kunden nach 25 bis 30 Jahren ihre alte Küche ersetzen wollen durch eine neue moderne Küche. Da muss man sich genau an die vorgegebenen Raummaße anpassen, das ist kreative Detailarbeit gefragt.“ Ohnehin wolle man keine Standardteile auf Masse produzieren, sondern kreative Bauelemente mit persönlicher Handschrift.
Gefertigt wird auf Anfrage, ein Lager sucht man derzeit vergebens. Das Rohmaterial wird wöchentlich von einem nahegelegenen Holzhandelspartner angeliefert. Dennoch will sich Grubner demnächst einen kleinen Lagerplatz einrichten, „dass man halt mit dem Material ein bisschen flexibler ist, wenn schnell ein Auftrag kommt.“
Maschinelle Unterstützung
Vor dem Kauf der Maschinen wurde praktisch fast alles von Dienstleistern zugekauft und in der Werkstätte montiert. Irgendwann entstand der Wunsch, in der Werkstatt alles selbst individueller fertigen zu können – von der zugeschnittenen Rohplatte bis zum fertigen Korpus, Möbel oder Bauelement. Dazu sind entsprechende Maschinen notwendig. Und so investierte Josef in mehrere Maschinen von Felder: zuerst in eine kleinere Abrichthobelmaschine (Hammer) und eine Kreissäge-Fräse (KF 500).
Um die gesamte Variantenvielfalt mit Materialstärken von acht bis teilweise 100 Millimeter und darüber und den variantenreichen Materialmix (neben Holz auch Corian und Plexiglas) abdecken zu können, folgten alsbald aus dem Premium-Segment Format 4 die Schwenkspindel-Fräsmaschine profil 45 M x-motion sowie die Kreissäge kappa 450 x-motion.


Josef kam bereits in jungen Jahren mit Felder-Maschinen in Berührung, die schon seinem Vater in der Tischlerwerkstatt wertvolle Dienste leisteten. Nach dem Kontakt zum regionalen Gebietsbetreuer Kevin Vorstandlechner, wurden die Gespräche bei einer Hausmesse im Felder Group Ausstellungszentrum Böheimkirchen (NÖ) weiter vertieft. „Bei der Hausmesse wollte ich die Maschinen gleich mitnehmen, was leider nicht möglich war“, sagt Grubner lachend. Und so bot Jürgen Rakuschan, Verkaufsleiter bei Felder, dann eine Reise nach Tirol in die Zentrale an, um die Produktion zu besichtigen, die Josef sehr beeindruckte, weil er direkt die Entstehung der Maschinen, darunter seine neu bestellte Schwenkspindelfräse profil 45 x-motion, live sehen konnte: „Der zweieinhalb-stündige Rundgang verging wie im Flug.“
Präzise gesteuert
Die Schwenkspindelfräse sowie die Kreissäge sind bei Grubner mit der selbsterklärenden x-motion Steuerung ausgestattet, die sich über den „aufgeräumten“ 15-Zoll Touch-Farbbildschirm bedienen lässt. „Da kann ich ganz flott eine stufenlose Drehzahl, die Spindelhöhe und den Winkel präzise einstellen, wie etwa 13,7 Grad bei einer Griffleistenfräsung oder exakt 42,8 Millimeter bei einem Küchen-Korpus“, freut sich Grubner. Bemerkenswert findet Grubner auch den gesteuerten Parallelanschlag bei der Formatkreissäge kappa 450 x-motion, wobei die Maßkorrektur digital erfolgt. „Ein Vorteil bei allen Felder-Maschinen ist das überall einheitliche Bedienkonzept, was das Handling sehr erleichtert. Und unsere hauseigene smarte Software“, ergänzt Rakuschan.
Am Weg zur digitalen Werkstatt
Derzeit werden Schnittdaten und Stücklisten noch manuell in die Werkstatt „getragen“. Doch die netzwerkfähigen Säge- und Fräsmaschinen sind „bereit“ für die digitale Übermittlung der Daten aus der RSO-Software. Rakuschan: „Man könnte in Zukunft bei der Kreissäge kappa 450 x-motion die Schnittoptimierung integrieren oder die Stückliste an eine Nesting-CNC übergeben, wenn das einmal ein Thema wird.“ Josef Grubner scheint da nicht abgeneigt zu sein: „Wenn sich alles weiterhin gut entwickelt, wollen wir mit Felder gemeinsam weiter wachsen.“
Im Überblick
- Unternehmen: Grubertischler, 3202 Hofstetten
- Mitarbeiter: 2
- Gründung: 2023
- Schwerpunkt: Küchen, Einrichtungen, Treppen
- www.grubnertischler.at
Der Maschinenpark
- Schwenkspindelfräse profil 45 x-motion
- Formatkreissäge kappa 450 x-motion
- Dübelbohrautomat Felder FD21
- Langlochbohrmaschine Felder FD250
- Kantenanleimmaschine Felder G263
- Hobelmaschine Hammer A3-31
- www.felder-group.com