Die Bestandsfenster des in den 1960er Jahren errichteten Hochhauses wiesen Schäden auf, die Energieverluste verursachten und den Schallschutz minderten.

Statt die komplette Fassade zu erneuern – dies hätte höhere Kosten, rund acht Monate zusätzliche Bauzeit sowie Mietausfälle bedeutet –, entschied sich der Bauherr für eine minimalinvasive Fenstersanierung. Nach einer Bestandsaufnahme entwickelten Bonik Sustainable Facade (BSF) und WICONA einen Sanierungsflügel auf Basis des Systems WICLINE 60. Dieser wurde ausgestattetet mit abgestimmten Beschlägen und Dichtungen sowie einer Dreifachverglasung und ersetzte den vorhandenen Fensterflügel – die tragfähige Rahmenkonstruktion blieb erhalten. Durch diese Maßnahme sank der U-Wert von ≥ 1,7 auf ≤ 1,1 W/m²K, der Heizenergieverlust reduzierte sich um ca. 35 %. Ein außenliegender Sonnenschutz senkt zudem den sommerlichen Energieeintrag um ca. 87 %.

Die Sanierung erfolgte im laufenden Betrieb. Die alten Fensterflügel wurden ausgebaut, vor Ort nach Materialien getrennt und dem jeweiligen Recyclingprozess zugeführt. Für die neuen Sanierungsflügel kam Aluminium mit mindestens 75 % Post-Consumer-Anteil und einem CO₂-Fußabdruck von 1,9 kg CO₂ je kg Aluminium zum Einsatz. Die vorverglasten Elemente wurden just-in-time angeliefert und büroweise montiert.
Bautafel
Projekt: ELS60, Eschersheimer Landstraße 60–62, Frankfurt am Main
Bauherr: Ali Selmi Grundstücks eGbR
Generalübernehmer: Bonik Sustainable Facade (BSF)
Fassadenbau: Heidersberger Fassadenbau
Fassadensysteme: WICONA
Fertigstellung: Frühjahr 2026
