Umsatzentwicklung 2022

Betonhersteller weiter zuversichtlich

Konjunktur
16.02.2022

 
Die österreichische Beton- und Fertigteilindustrie blickt mit vorsichtigem Optimismus auf das erste Halbjahr 2022.
Konjunkturbarometer

Laut dem aktuellen Konjunkturbarometer, das im Auftrag des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) halbjährlich durchgeführt wird erwarten zwei Drittel der befragten Unternehmen gleichbleibende Umsätze, knapp ein Viertel von ihnen rechnet sogar mit Umsatzsteigerungen. Die Branche hat im zweiten Halbjahr 2021 ein stabiles Wachstum verzeichnet: Gut die Hälfte der Betriebe meldete eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Digitalisierung und CO2-Reduktion sind zentrale Herausforderungen der Branche in den nächsten Jahren.

Umsatzwachstum in 2021

Franz Josef Eder
"2021 war für die gesamte Bauwirtschaft ein sehr erfolgreiches Jahr, die ­massiv gestiegenen Energie- und Transportkosten wirken aber zunehmend als Wachstumsbremsen." VÖB Präsident Franz Josef Eder.  

Die österreichische Beton- und Fertigteilindustrie blickt auf ein erfolgreiches Vorjahr zurück: 58 Prozent der befragten Unternehmen meldeten im zweiten Halbjahr 2021 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr – dieses betrug durchschnittlich 15 Prozent. Bei 41 Prozent der Befragten blieben die Umsätze auf dem Vorjahresniveau. „Einer kräftigen Erholung unserer Betriebe im ersten Halbjahr 2021 ist eine Stabilisierung des Umsatzwachstums in der zweiten Jahreshälfte gefolgt. Vor allem die umfassenden staatlichen Förder- und Investitionsprämien führten 2021 bei unseren Betrieben zu vollen Auftragsbüchern. Verbunden mit einer in vielen Bereichen guten Wirtschaftslage haben wir einen Bauboom gesehen, der heuer kaum noch zu übertreffen sein wird“, so VÖB-Präsident Franz Josef Eder. Der Wachstums­motor im zweiten Halbjahr 2021 war – wie in den Jahren zuvor – der Wohnbau. 58 Prozent der Unternehmen meldeten hier steigende Umsätze. Kräftig erholt hat sich mittlerweile auch der Gewerbe- und Indus­triebau, auch hier meldeten 58 Prozent der Befragten eine Umsatzsteigerung. Hingegen fiel das Wachstum im Tief- und Straßenbau (14 Prozent der Unternehmen) sowie im Bürobau (zwölf Prozent der Unternehmen) deutlich geringer aus.

2022: Inflation schwächt die Konjunktur

Gedämpfter Optimismus herrscht in der Branche, wenn es um die diesjährige Konjunkturentwicklung im eigenen Unternehmen sowie in der gesamten Baubranche geht. So gehen 22 Prozent der befragten Unternehmen von einem Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2022 aus. 67 Prozent von ihnen geben hingegen an, dass die Umsätze gleich bleiben werden. Etwas weniger optimistisch ist man, wenn es um die gesamte Baubranche geht: Hier rechnen nur elf Prozent der Befragten mit steigenden Umsätzen, für 76 Prozent werden sie gleich bleiben. Dementsprechend schätzen knapp 80 Prozent der Betriebe das Geschäftsjahr 2022 als "eher zufriedenstellend" ein. "Obwohl die meisten Unternehmen vorsichtig optimistisch bleiben, setzen der starke Anstieg von Strom-, Gas- und Transportkosten im zweistelligen Bereich sowie aufgrund der Covid-Einschränkungen weiterhin verlangsamte Planungs- und Genehmigungsprozesse der gesamten Bauwirtschaft vermehrt zu", sagt Thomas Mühl, VÖB-Geschäftsführer. Der Fachkräftemangel bleibt nach wie vor ein akutes Problem der Branche: Während knapp zwei Drittel der Unternehmen (61 Prozent) offene Stellen melden, klagen 25 Prozent der Befragten über nicht geeignete Bewerber, die abgewiesen werden müssen. 

Fertigteile als Antwort auf die Krise

Thomas Mühl
"Die Covid-Einschränkungen verlangsamen Planungs- und Genehmigungsprozesse in der gesamten Bauwirtschaft", VÖB-Geschäftsführer Thomas Mühl.

Dennoch bleiben die Unternehmen weitgehend optimistisch, wenn es um die zukünftige Entwicklung von Fertigteilen geht. 59 Prozent der Befragten rechnen hier mit steigenden Marktanteilen gegenüber anderen Baustoffen und Bauweisen. "Wir stellen aktuell einen erhöhten Bedarf an Fertigteilen fest, der durchaus eine Antwort auf aktuelle Unsicherheiten bei anderen Baustoffen ist. Diese betreffen die Beton- und Fertigteilbranche nicht, denn wir verfügen aktuell über stabile Lieferketten. Das bringt Stabilität und Verlässlichkeit für unsere Produkte", so Thomas Mühl. (uw)

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