Auszeichnung

J. & L. Lobmeyr: Manufaktur des Jahres 2020

Glashandwerk
11.02.2021

Aktualisiert am 11.02.2021

Die „Austrian Limited“-Community hat ihre Favoriten gewählt. Über 1.000 Votings sind bei der Wahl zur Austrian Limited Manufaktur des Jahres 2020 eingegangen. Und der Gewinner ist: Das Wiener Traditionsunternehmen J. & L. Lobmeyr. Schöner Anlass für einen Blick in die Glasmanufaktur.

Es sind die kleinen, feinen Unterschiede, die Lobmeyr-Gläser ausmachen und Lobmeyr-Fans in aller Welt begeistern.

Das MOMA in New York sammelt sie, Alain Ducasse serviert sie, die besten Designer entwerfen sie und Menschen in aller Welt schätzen sie täglich: Gläser der Wiener Manufaktur J. & L. Lobmeyr üben universelle Faszination aus. Luster aus Lobmeyr-Produktion statten den privaten Wohnraum aus, aber auch Opernhäuser, Botschaften, Paläste und Moscheen von Mekka bis Medina.

1823 gegründet, avancierte J. & L. Lobmeyr schnell zum k. u. k. Hoflieferanten und wird heute in sechster Generation von Andreas, Leonid und Johannes Rath erfolgreich geführt.
Auch wenn jede Generation einen anderen Zugang zur Herstellung und Verarbeitung von Glas hatte, so hatten sie doch alle etwas gemeinsam: Die Liebe zum Material sowie den emotionalen Bezug zu den außergewöhnlichen Produkten ihrer Werkstätten.

24 Hände und vier Qualitätskontrollen

Das Wiener Traditionsunternehmen J. & L. Lobmeyr wird heute in sechster Generation von Andreas, Leonid und Johannes Rath erfolgreich geführt.

Bis zum Verkauf durchläuft ein Lobmeyr-Glas mindestens 24 Hände und vier Qualitätskontrollen – die letzte immer durch ein Familienmitglied: Es sind die kleinen, feinen Unterschiede, die Lobmeyr-Gläser ausmachen und Lobmeyr-Fans in aller Welt begeistern. „Glas ist ein faszinierender, anspruchsvoller Werkstoff“, erzählt Leonid Rath. Er leitet das Wiener Unternehmen in sechster Generation, gemeinsam mit seinen Cousins Andreas und Johannes Rath. Die Meisterschaft der Lobmeyr-Glasbläser zeigt sich in der Herstellung von hauchzartem Musselinglas. Mit einer Stärke von weniger als einem Millimeter sorgt es für einen besonders feinen Kontakt zwischen Mund, Glas und Getränk.

Von Loos bis Lang

Die Gestalter von Lobmeyr-Glas sind Maler, Architekten oder Designer. Um die Jahrhundertwende waren es Josef Hoffmann oder Adolf Loos, heute sind es Stefan Sagmeister, Helmut Lang, Ted Muehling, Gregor Eichinger, Michael Anastassiades, Tomàs Alonso, Marco Dessí und andere. „Wir bekommen regelmäßig Anfragen von Entwerfern aus aller Welt“, erzählt Leonid Rath. „Ebenso von Concept Stores, von Magazinen wie Wallpaper oder Unternehmen wie Vitra.“

Im Jahr 1883 entwickelte Lobmeyr unter Mitarbeit von Thomas Edison die weltweit ersten elektrifizierten Kristallluster für die Wiener Hofburg. Luster erleben gerade ein Revival, vor allem im Privatbereich.

Mit Starburst zu den Sternen

1883 entwickelte Lobmeyr mit Thomas Edison die ersten elektrischen Kristallluster für die Wiener Hofburg und sorgte damit für eine Sensation. 1962 wurde mit dem „Starburst“-Luster für die Metropolitan Opera in New York der wohl bekannteste Lusterentwurf des 20. Jahrhunderts geschaffen. Höhepunkt in den siebziger Jahren war die Ausstattung der großen Moscheen in Mekka und Medina, in jüngerer Zeit folgten u. a. Aufträge aus Hotellerie und Gastronomie, etwa für das Wolseley in London. „In Österreich werden Luster bei Privatpersonen immer beliebter, da sehen wir ein Revival“, so Johannes Rath. „Aber auch das Thema Restaurierung spielt wieder eine Rolle.“

J. & L. Lobmeyr: Österreichische Handwerkskunst in höchster Qualität wird in der ganzen Welt geschätzt. Im Segment Glas werden rund 20 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet.

Lobmeyr international

Lobmeyr-Produkte sind international bei über fünfzig ausgewählten Händlern erhältlich. Das Vertriebsnetz spannt sich von den USA über ganz Europa bis zu Händlern in Saudi-Arabien, Katar, Shanghai und Südkorea. „Der Schwerpunkt liegt auf Märkten wie der US-Ostküste und zunehmend Japan. In Europa sind wir stark in der Schweiz, den Benelux-Staaten, in London und Paris“, so Andreas Rath. Tatsächlich werden beim Glas bereits 20 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. Begehrte Produkte sind neben den Einstiegs­serien wie den „Alpha“-Gläsern oder dem „Patrician“-Service nach Josef Hoffmann zunehmend zeitgenössische Entwürfe mit einem Anteil von mittlerweile 25 Prozent.

Über Austrian Limited

Kuratiertes Einkaufen – made in Austria

„In Zeiten, in denen wir alles überall haben können, stellt sich die Frage was wir wirklich wollen, neu. Es hat sich ein neues Bewusstsein für Qualität entwickelt“, wissen die Gründer von Austrian Limited. Austrian Limited hat sich zum Ziel gesetzt, Wertschöpfung in Österreich nachhaltig zu unterstützen und anspruchsvolle Konsumenten und heimisches Handwerk und Produktion auf einer zeitgenössischen Plattform zu vernetzen.

www.austrian-limited.at

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