Kollaborative Roboter

Roto erhöht digitales Tempo

Digitalisierung
18.10.2021

 

Die Digitalisierung in der Produktion ist kein Selbstzweck, sondern muss immer zu konkreten Verbesserungen für das Unternehmen und seine Kunden führen. Auf dieser Grundlage berichtet Roto Fenster- und Türtechnologie (FTT) über weitere gezielte Industrie 4.0-Projekte.

Mit dem Einsatz kollaborativer Roboter geht Roto Fenster- und Türtechnologie (FTT) den nächsten Digitalisierungs-Schritt in der Fertigung.
Mit dem Einsatz kollaborativer Roboter geht Roto Fenster- und Türtechnologie (FTT) den nächsten Digitalisierungs-Schritt in der Fertigung. Die im ungarischen Lövö erprobte neue Technologie automatisiert die Verpackung von Beschlag-Fertigteilen und soll auch in anderen der weltweit 15 Werke des Bauzulieferers angewendet werden. Für die Kunden verbessere sich dadurch die Lieferqualität.

Nachdem der Beschlaghersteller kürzlich den Einstieg in die additive Fertigung meldete, informiert er jetzt über die Integration kollaborativer Roboter in die Produktion. Außerdem stehe mit der Online-Maschinendiagnose schon der nächste Digitalisierungs-Schritt an. Ein kollaborativer Roboter kann im gleichen Raum in unmittelbarer Nähe zu Menschen arbeiten und reduziert bei einer möglichen Kollision automatisch die Geschwindigkeit bis zum Stillstand, erläutert Dr. Stefan Thiemermann. Nach Aussage des FTT-Produktionsdirektors sind daher aufwändige Schutzzäune entbehrlich. Nach intensiver Analyse und Vorbereitung habe bei Roto Mitte 2020 die Testphase des ersten Roboters begonnen. Seine Installation erfolgte im ungarischen Lövö an der automatischen Verpackungseinheit bei einem Rundtisch-Arbeitsplatz für Mittelverschluss-Montage. Die Aufgabe des neuen "Kollegen“: die von einem Förderband transportierten Komponenten zu stapeln, zu bündeln, zu etikettieren und in einen Sammelbehälter zu legen. Inzwischen sei die Testperiode abgeschlossen und in den Normalbetrieb übergegangen. Die mit der Technologie gesammelten und ausgewerteten umfangreichen Praxiserfahrungen dienten u. a. als wichtige Parameter für die exakte Spezifikation des nächsten gleichartigen Roboters. Er komme ebenfalls bei der Verpackung von Fertigteilen zum Einsatz. Dazu werde er einem Axerstulp-Montageautomaten direkt zugeordnet, der z. B. „Roto NX“-Beschläge in großer Stückzahl und in zwei unterschiedlichen Längen produziere. Das kollaborative Duo will man in Lövö zu einem späteren Zeitpunkt noch um ein fahrerloses Transportsystem ergänzen. Es soll für die autonome Nachfüllung langer Halbteile sowohl zwischen dem Lager und dem entsprechenden Automaten als auch zwischen der Verpackungszelle und dem Fertigwarenlager sorgen, beschreibt Ernö Kocsis die Aufgabe dieser Digitalisierungs-Technologie. Wie der Geschäftsführer der Roto Elzett Certa Kft. betont, resultieren daraus eliminierte Wartezeiten und damit insgesamt beschleunigte Produktionsprozesse. 

Reibungslos(er) produzieren

Bei einem zweiten Digitalisierungs-Pilotprojekt steht man dagegen noch am Anfang der "bahnbrechenden, aber unspektakulär anmutenden Entwicklung“. Dabei gehe es grundsätzlich darum, die Funktionsfähigkeit von Anlagen durch die Erhebung und Verarbeitung technischer Daten mithilfe künstlicher Intelligenz langfristig zu erhalten. Das bedeute im Einzelnen: mögliche Fehlfunktionen von Maschinen rechtzeitig erkennen, schwerwiegende Störungen verhindern, Wartungskosten minimieren und Ausfallzeiten in der Produktion vermeiden. Im Endeffekt komme es auch hier darauf an, den Kundennutzen der pünktlichen Lieferung zu sichern. Das stabilisiere die Fertigungsabläufe der Fenster- und Türenhersteller dauerhaft.
Um diese Ziele zu erreichen, beschäftige sich Roto intensiv mit der Online-Maschinendiagnose. Lövö als größter Fertigungsstandort innerhalb des FTT-Produktionsverbundes biete dafür mit gut 600 Mitarbeitenden die besten Voraussetzungen. So verfüge er u. a. über eine Reihe von Stanzautomaten. An einem werde das neue digitale System erprobt. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilot-Anwendung, den Kocsis Anfang 2022 erwartet, sei die Transformation in andere Werke vorgesehen. Auch die aktuellen Industrie 4.0-Beispiele bestätigen die konsequente Realisierung der vielfältigen Digitalisierungsstrategie, resümiert Thiemermann. Zudem hebt der Produktionsdirektor ihre Beiträge zur "Operation Excellence“ in den Fertigungs- und Logistikbereichen sowie zur Bewältigung des länderübergreifenden Personalmangels durch die weiterführende Automatisierung hervor. (uw)

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