Breser: „Wir übernehmen gerne Verantwortung“
Bernhard Breser, Landesinnungsmeister Bau des Burgenlands, im Interview. Er spricht über die Bedeutung der Bauwirtschaft, Mythen und den Kampf gegen die Bürokratie.
Wie war 2025 für das Baugewerbe im Burgenland? Womit rechnen Sie in 2026?
Laut den Konjunkturumfragen gehört das Burgenland zu jenen Bundesländern, die für 2025 positiv bilanzieren können. Freilich ist das nur der Durchschnitt, der sich für einige Firmen und einige Regionen anders darstellt. Seitens der Landesinnung stemmen wir uns mit einigen Maßnahmen gegen die sonst so negative Stimmung. Wir haben eine Kampagne unter dem Titel „Wir bauen. Wenn nicht jetzt, wann dann?“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Aktion haben wir mit Mythen aufgeräumt: Hausbauen ist viel zu teuer, bauen bringt unnötig viel Ärger. Um weitere Impulse zu setzen, werden wir seitens der Wirtschaftskammer alle Beteiligten an einen Tisch holen und eine Eigenheim-Offensive für jene schaffen, die von den eigenen vier Wänden träumen. Ziel ist es, die Auftraggeber zu begleiten – von der Finanzierung bis hin zur Schlüsselübergabe. Wir wollen unterstützen, wenn es um die Realisierung von Wohnraum geht. Damit sichern wir Arbeits- und Ausbildungsplätze, binden Kaufkraft und schaffen Lebensqualität. Mit dieser Offensive schaffen wir Werte für Generationen.
Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?
Hoffnung gibt mir, dass man sich im Burgenland der Bedeutung der Bauwirtschaft bewusst ist. Nachdenklich stimmt mich, dass die Wohnbauförderung nicht dem Zweck entsprechend verwendet wird. Diese Forderung haben wir im letzten Wirtschaftsparlament wieder eingebracht.
Was erwarten Sie sich von der Politik? Wie beurteilen Sie beispielsweise die unlängst präsentierten Maßnahmen zum Bürokratieabbau? Welche weiteren Maßnahmen sollte sie setzen, um die Bauwirtschaft zu unterstützen?
Ein wichtiger Ansatz ist der Bürokratieabbau, das betrifft Gemeinden, genauso wie das Land und den Bund. Seitens der Landesinnung haben wir uns in die Arbeitsgruppe des Landes mit Ideen und Forderungen eingebracht. Weiteres haben wir 2025 auch noch ein Projekt zur Vergabe von öffentlichen Aufträgen im Burgenland ins Leben gerufen. Im Burgenland sind auch Sprechtage in den WK-Regionalstellen für Gemeinden geplant, die Bauvorhaben umsetzen möchten. Wir wollen so den direkten Kontakt zwischen den Gemeinden und den durchführenden Unternehmen herstellen und die Kommunen bei den Vergabeverfahren unterstützen, um Projekte rascher voranzutreiben.
Die Bauunternehmen sind aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation fähig und bereit, verantwortungsvoll zu agieren. Wir übernehmen gerne Verantwortung, allerdings werden wir in unserer Eigenverantwortung durch Form- und Dokumentationsvorschriften in machen Prozessen stark eingeschränkt.




