Tag für Tag befahren tausende Fahrzeuge den Autobahnabschnitt Mondsee–Thalgau zwischen Oberösterreich und Salzburg. Die hohe Verkehrsbelastung setzt der Fahrbahn mächtig zu. Daher war eine umfassende Sanierung notwendig, die Ende 2025 abgeschlossen wurde. Das Besondere an dem Vorhaben: Die Arge aus Habau Group und Asamer Kies- und Betonwerken realisierte im Auftrag der Asfinag zum ersten Mal ein Projekt mit konsequentem Re-Recycling der bestehenden Betondecke.

Preis für das Projekt

Für diese Pionierleistung wurde das Projekt kürzlich von der European Concrete Paving Association (EUPAVE) in Brüssel ausgezeichnet. „Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau bedeutet für uns, ressourcenschonende Eingriffe umzusetzen, die Materialverbrauch und graue Emissionen minimieren“, so Habau Group-CEO Hubert Wetschnig. „Wir setzen auf langlebige, wiederverwendbare Materialien und schließen Kreisläufe, indem wir Baumaterialien recycelbar machen.“

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Sanierung der Westautobahn mit recyceltem Beton
Prämiertes Projekt: Auszeichnung für Nachhaltigkeit im Infrastrukturbau. © Mike Wolf/Asfinag/Habau

Damit hat das oberösterreichische Bauunternehmen Erfahrung. Bereits 1991 setzte man erstmals im europäischen Betonstraßenbau im Abschnitt Thalgau–Schmittenhäusl der A1 West-Autobahn auf das Recycling der bestehenden Betondecke: „Die bestehende Autobahninfrastruktur wurde erstmals systematisch als sekundäre Rohstoffquelle verstanden und genutzt. Damit wurde das Prinzip der Kreislaufwirtschaft im Betonstraßenbau bereits Jahrzehnte vor seiner regulatorischen Verankerung praktisch umgesetzt“, so die Habau.

Gute Tradition

Die aktuelle Generalsanierung der A1 West-Autobahn im Abschnitt Mondsee–Thalgau knüpft an diese frühe Pionierleistung an. Erstmals in Europa wird eine Betondeckenautobahn re-recycelt: Beton, der bereits aus Recyclingmaterial hergestellt wurde, wird erneut aufbereitet und zu hochwertigem Fahrbahnbeton verarbeitet. „Damit wird die bislang überwiegend theoretisch postulierte Mehrfach-Kreislauffähigkeit des Baustoffs Beton erstmals unter realen, großmaßstäblichen Bedingungen empirisch nachgewiesen“, meint die Habau.

Sanierung der Westautobahn 3
Projekt mit Signalwirkung: Millonen Tonnen von Betondeckenfahrbahnen neu verwenden. © Mike Wolf/Asfinag/Habau

Die Umsetzung dieses Re-Recyclings stellte höchste Anforderungen an Planung, Materialtechnologie und Bauausführung. Sie erforderte tiefgehendes ingenieur- und materialwissenschaftliches Know-how, eine präzise Anpassung der Betonzusammensetzung an die Eigenschaften der mehrfach aufbereiteten Gesteinskörnung sowie eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Auftragnehmer, Prüfinstituten und Betonherstellern. „Nur durch diese integrative Projektorganisation konnten die hohen Anforderungen an Dauerhaftigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Regelwerkskonformität zuverlässig erfüllt werden“, meint man bei der Habau.

Grundlage geschaffen

Die systemische Bedeutung dieses Projekts reicht aus Sicht des heimischen Baukonzerns weit über den betrachteten Autobahnabschnitt hinaus. „Es zeigt, dass Betonfahrbahnen langlebige Infrastrukturelemente sind, die zugleich als langfristige urbane Materiallager fungieren können.“ Das erfolgreiche Re-Recycling schaffe die Grundlage, um künftig Millionen Tonnen bestehender Betondeckenfahrbahnen erneut stofflich zu verwerten, den Bedarf an primären Rohstoffen signifikant zu reduzieren und CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus deutlich zu senken.

Konzernchef Wetschnig: „Das Projekt steht exemplarisch für die Innovationskontinuität der Habau Group und setzt einen neuen europäischen Maßstab für einen zukunftsfähigen, kreislauforientierten Betonstraßenbau.“