Der langsam anspringende Konjunkturmotor im Baubereich bereitet den heimischen Zement- und Betonherstellern zunehmend Sorgen: Für 97 Prozent der Betriebe ist die Belebung der Baukonjunktur heuer die wichtigste Priorität. 67 Prozent nennen zudem die Verbesserung der eigenen Auftragslage als zentrale Aufgabe.
Aktuelle Umfrage
Das zeigt eine aktuelle Branchenumfrage unter 82 Entscheidungsträger*innen, die Raffeiner Reputation im Auftrag von Beton Dialog Österreich im Februar und März 2026 durchgeführt hat. Parallel dazu wünschen sich 93 Prozent der Unternehmen eine stärkere Deregulierung und weiteren Bürokratieabbau. 87 Prozent wollen außerdem Maßnahmen zur Ressourcenschonung und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Nach Ansicht der Branche braucht es rasch politische Impulse für den Bau- und Infrastruktursektor. „Die heimische Baukonjunktur braucht dringend klare politische Rahmenbedingungen, damit sich die Bauwirtschaft zukunftsfit und klimagerecht transformieren kann“, sagt Anton Glasmaier, Vorstandsvorsitzender von Beton Dialog Österreich.
„Wichtig ist einerseits die Bündelung zentraler Kompetenzen rund um Bauen, Wohnen, Infrastruktur und Baustoffpolitik in einem Ressort. Andererseits braucht es im Rahmen des Finanzausgleichs deutlich mehr Mittel für Gemeinden“, meint Glasmaier weiter. Diese müssten aufgrund europäischer und österreichischer Klimavorgaben verstärkt in leistbaren Wohnraum, Infrastruktur, öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindergärten sowie in Maßnahmen zur Klimawandelanpassung investieren.
Gerade in diesen Bereichen sieht die Branche ihre größten Entwicklungschancen: Zwei von drei Unternehmen nennen den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur als wichtigste Wachstumschance, dicht gefolgt vom Bau leistbarer Wohnungen. Auch mittelfristig gilt Infrastruktur als zentraler Motor für die Bauwirtschaft: Jedes zweite Unternehmen erwartet hier die größten Wachstumspotenziale für den Baustoff Beton.
„Beton bleibt überall dort unverzichtbar, wo dauerhafte und robuste Lösungen gefragt sind. Moderne Infrastruktur und leistbarer Wohnraum sind ohne diesen Baustoff kaum denkbar“, so Glasmaier.