Andreas Opelt, über das Geschäft mit der Bauwirtschaft im laufenden Jahr:

Der Markt bleibt turbulent. Wir erleben seit Jahren immer wieder neue Überraschungen. Grundsätzlich sehen wir in den Ballungsräumen eine Stabilisierung und teilweise sogar eine leichte Erholung im Baubereich. Das betrifft allerdings vor allem die Sanierung. Neue Bauprojekte sind weiterhin rar. Für uns ist das Thema Sanierung aber durchaus relevant, weil dort viele Stoffströme wie Bauschutt oder andere Bauabfälle anfallen. Insgesamt bleiben wir zuversichtlich und arbeiten intensiv daran, unser Angebotsportfolio weiterzuentwickeln, um uns auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich behaupten zu können.

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Ziele erreichen

Über seine Erwartungen für das Gesamtjahr:

Wir gehen derzeit davon aus, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Allerdings muss deutlich härter gearbeitet werden als in Jahren ohne Rezession in der Bauwirtschaft. Wir hatten gehofft, dass 2026 leichter wird. Kleine positive Signale sehen wir zwar in den Ballungsräumen, aber insgesamt bleibt das Jahr anspruchsvoll. Realistisch betrachtet erwarten wir derzeit eher eine Seitwärtsbewegung auf Vorjahresniveau.

Welche Bedeutung die digitale Plattform Wastebox.biz für Saubermacher hat:

Opelt: Wastebox.biz ist ein ganz zentraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Die Plattform verbindet Baufirmen direkt mit regionalen Entsorgungspartnern. Containerbestellungen laufen digital über eine App, die Aufträge werden automatisch an den passenden Partner weitergeleitet. Gleichzeitig wird der gesamte Entsorgungsprozess digital dokumentiert. Dadurch können unsere Kunden exakt nachvollziehen, welche Mengen gesammelt, verwertet oder recycelt wurden. Gerade im Hinblick auf EU-Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichte und Nachweispflichten wird das immer wichtiger. Große Bauunternehmen haben dadurch über hunderte Baustellen hinweg eine einheitliche Datenbasis.

Wie das Angebot von den Kunden angenommen wird:

Besonders in Deutschland sehen wir ein sehr starkes Wachstum. Obwohl der Markt insgesamt eher stagniert oder leicht rückläufig ist, wachsen wir dort im Bereich Wastebox.biz seit mehreren Jahren deutlich zweistellig. Das liegt vor allem daran, dass große Baufirmen in Deutschland viele Regionen gleichzeitig bedienen müssen und deshalb großes Interesse an einer standardisierten digitalen Lösung haben. In Österreich wachsen wir mit diesem Angebot ebenfalls, wenn auch auf einem anderen Niveau, weil wir hier bereits einen höheren Marktanteil haben.

Neben der Digitalisierung setzt Saubermacher stark auf Kreislaufwirtschaft. Was sich hier in Österreich tut …

Wir sehen in Österreich derzeit eine sehr interessante Dynamik. Im vergangenen Jahr haben wir die erste echte Gips-zu-Gips-Anlage in Betrieb genommen. Damit wird ein geschlossener Kreislauf für Gips möglich. Gleichzeitig laufen bereits Projekte für weitere Stoffströme. Wir beschäftigen uns etwa intensiv mit Ziegelschutt, Glaswolle oder Textilien. Gerade bei Textilien entstehen durch neue EU-Vorgaben völlig neue Anforderungen. Viele Stoffe lassen sich nicht einfach wieder zu Kleidung verarbeiten. Deshalb denken wir stärker in Richtung Baustoffe und anderer Anwendungen weiter.

… und welche Investitionen Saubermacher plant:

Für jeden Stoffstrom braucht es spezielle Lösungen und eigene Aufbereitungstechnologien. Die Gips-zu-Gips-Anlage ist letztlich ebenfalls eine Voraufbereitungsanlage, bevor daraus wieder neue Gipsplatten entstehen können. Ich glaube, dass wir in den kommenden Jahren regelmäßig neue Anlagen und neue Kreislauflösungen sehen werden – nicht nur bei uns, sondern im gesamten Markt. Die Branche nutzt die aktuell schwierigere Konjunkturphase durchaus auch dafür, Innovationen voranzutreiben.

Welche strategischen Ziele Saubermacher bis 2030 verfolgt:

Unser klares Ziel ist weiteres Wachstum. Dabei setzen wir einerseits auf eine Vertiefung unserer Wertschöpfungskette, etwa durch zusätzliche Recyclinganlagen und Industriepartnerschaften. Andererseits wollen wir unser digitales Angebot weiter ausbauen. Wir entwickeln beispielsweise digitale Wertstoffhöfe für Baustellen, um Trennung und Nachvollziehbarkeit weiter zu verbessern. Partnerschaften werden dabei eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig evaluieren wir neue Märkte, insbesondere mit unseren digitalen Lösungen.