Der Lehrgang vermittelt Kompetenzen in der Gestaltung, der Umsetzung und im Produktionsmanagement von Produkten. Er bietet die Gelegenheit, individuelle gestalterische und kreative Fähigkeiten herauszuarbeiten und in praktischen Aufgaben zu erproben. Im Fokus des Lehrgangs steht der Zusammenhang von neuen und traditionellen Formen der Produktion und Gestaltung. Die Teilnehmer*innen erwerben sowohl handwerkliche Kompetenzen als auch Kenntnisse der digitalen Entwurfsmethoden. Ergänzend werden Themen wie Produktionsmanagement, Vermarktung, Kalkulation und rechtliche Grundlagen z. B. zum Patent- und Urheberrecht, behandelt.
Für die zukünftige Designpraxis ermöglicht dieser Ansatz den Absolvent*innen die Kombination des analogen Handwerks mit digital gesteuerten Werkzeugen. Dies bringt den Vorteil, selbstständig und unabhängig gestalten und produzieren zu können – und Produkte in Kleinserien oder auch Einzelstücke herzustellen. Produkttypologien sind z.B. Consumer Electronics, smarte Produkte wie Beleuchtung und Audio, Produkte des Haushaltsbedarfs, Möbel und vieles mehr.
Handwerk als Ausgangspunkt
Welche Benefits bzw. Erweiterung des handwerklichen Knowhows kann der Lehrgang im Speziellen für Tischler*innen bringen? „Das Handwerk ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Ausgangspunkt, um den Prozess vom handwerklichen Einzelstück hin zum industriellen Serienprodukt und den damit verbundenen produktionstechnischen Voraussetzungen zu verstehen und umsetzen zu lernen“, sagt Lehrgangsleiterin Nada Nasrallah. Für die erfahrene Produktdesignerin ist es „besonders wichtig, den Prozess zwischen dem experimentell-konzeptionellem Ausgangspunkt und einem seriell fertigbaren Produkt im Unterricht zu vermitteln und hierbei viel aus der Praxis einwirken zu lassen. Dabei greife ich auf meine langjährige Berufserfahrung aus der Selbständigkeit mit meinem gemeinsam mit Christian Horner gegründeten Designbüro „Soda Designers“ ebenso zurück wie auf jene aus meinen Tätigkeiten für Firmen wie z. B. Phillips Design im Bereich Consumer Electronics.“
Vielfältige Chancen
Nach dem Abschluss des Lehrgangs sind die Absolvent*innen imstande, verschiedene Produkte des täglichen Gebrauchs zu visualisieren und zu gestalten, den Entwurfs- und Produktionsprozess zu managen, sowie die Vermarktung mitzubestimmen. Aus der Erfahrung Nada Nasrallahs nützen die Absolvent*innen ihre neuen Skills als produzierende Gestalter*innen ganz unterschiedlich: „Manche gehen in ein Designbüro bzw. zu einem Designproduzenten oder machen sich selbständig. Oder sie bringen die neuen Erfahrungen in ihre bereits bestehenden Unternehmen bzw. ihre Berufe ein und erweitern damit ihre Spezialisierungen.“
Sollte sich im Laufe des Lehrgangs der Wunsch nach einer noch fundierteren Ausbildung zeigen, ist auch der Einstieg in das dritte Semester des sechsemestrigen Vollzeit-Bachelorstudiums „Design, Handwerk & materielle Kultur“ an der New Design University möglich. Dieser Abschluss ebnet wiederum den Weg für ein weiterführendes, facheinschlägiges Masterstudium.
Design als Leidenschaft
Die beste Werbung für die Ausbildung sind die Absolvent*innen selbst, die von ihren Erfahrungen berichten – wie Christian Machek: „Design und Zeichnen gehörten schon immer zu meinen Leidenschaften. Durch den Lehrgang Produktdesign konnte ich meinen Wissensdurst in diesen Bereichen stillen, sehr viele interessante Menschen kennenlernen und beruflich über den Tellerrand schauen“, berichtet er. Da sich ein Vollzeitstudium mit dem beruflichen Alltag des Tischlermeisters, der aktuell in einem Raumstudio tätig ist, nicht vereinbaren ließ, fand er in der berufsbegleitenden Ausbildung an der NDU „die ideale Möglichkeit, mein Know-how zu vertiefen und gleichzeitig im Berufsleben zu bleiben.“ Besonders angesprochen haben den 51-Jährigen die Möglichkeit, Design nicht ausschließlich aus der Perspektive der Innenraumgestaltung zu betrachten, sondern einen breiteren Blick auf das Thema zu entwickeln und auch in die Welt der Serienproduktion hineinzuschnuppern: „Zu verstehen, wie Produkte für eine größere Produktion gedacht, entwickelt und umgesetzt werden, war für mich eine wichtige Ergänzung zu meinen bisherigen Erfahrungen.“
Ganzheitliches Verständnis
Genau dieses ganzheitliche Verständnis macht die Ausbildung für Machek besonders wertvoll: Man durchläuft die komplette Zeichenschule – vom schnellen Skizzieren bis zur detaillierten Darstellung. Dazu kommt eine umfassende CAD-Ausbildung inklusive Rendering. Gleichzeitig werden auch spezifische betriebswirtschaftliche Aspekte vermittelt. Denn in einem Unternehmen, das für die Serienproduktion entwickelt, denkt man in vielen Bereichen anders als in kleineren Betrieben oder bei Einzelanfertigungen. Besonders spannend fand der Absolvent auch die Auseinandersetzung mit neuen Technologien und Künstlicher Intelligenz. „Durch die breitgefächerte Wissensvermittlung bekommt man nicht nur technisches Know-how mit auf den Weg, sondern entwickelt auch ein Verständnis dafür, wie sich Design heute verändert und welche Möglichkeiten sich daraus für die eigene Arbeit ergeben. Mir persönlich hat die Ausbildung durch die kreativen, technischen und wirtschaftlichen Aspekte einen breiteren Blick auf Design ermöglicht.“
Erproben in der Praxis
Weitere positive Aspekte sind für Machek das gemischte Feld der Teilnehmenden und die Möglichkeit, sich gemeinsam mit der Gruppe – im Rahmen von Research und Präsentationen – weiterzuentwickeln: „Dieser Austausch ist für mich eine ideale Vorbereitung auf die wirtschaftliche Praxis.“ Genau diese praxisorientierten Projekte sind es, die die individuelle gestalterische Handschrift fördern und die Umsetzung eigener Ideen ermöglichen. „Jedes Semester hatte einen anderen Schwerpunkt zum Thema – praxisnah wie bei einem echten Kundenauftrag. Im zweiten Semester z.B. stellte uns ein internationales Unternehmen eine reale Aufgabe für die Entwicklung eines Produktes, die dieses tatsächlich benötigte. Die Präsentation hielten wir als praxisnahes Training direkt bei dem Auftraggeber ab“, berichtet Christian Machek weiter aus der Unterrichtspraxis. ■


Universitätslehrgang „Produktdesign“ – NDU St. Pölten
Universität: Die New Desing University (NDU), die Privatuniversität der WKNÖ in St. Pölten, bietet neben unterschiedlichen Vollzeitstudien zu dem großen Überthema Design auch Universitätslehrgänge an. Das Format richtet sich vor allem an berufstätige Studierende, da der Unterricht in zweiwöchigen Blöcken freitags und samstags abgehalten wird.
Abschluss: Akademisch geprüfte*r Produktdesigner*in
Dauer: drei Semester
Organisationsform: Universitätslehrgang zur Weiterbildung, berufsbegleitend/geblockt
Umfang: 60 ECTS-Punkte
Lehrgangsleitung: Nada Nasrallah
Weitere Vortragende: Expert*innen aus Theorie und Praxis, u.a. Architekt*innen und Designer*innen
Voraussetzungen/Aufnahme: Mindestalter 18 Jahre, Reifeprüfung oder Lehrabschluss mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung, Einreichung Portfolio mit fünf bis acht gestalterischen Arbeiten, Aufnahmegespräch mit der Lehrgangsleitung
Zielgruppen: Absolvent*innen von Handwerksausbildungen, HTLs, Fachschulen mit Schwerpunkten wie z. B. Technologie, Möbelbau und Produktmanagement; Maturant*innen mit handwerklicher/gestalterischer Kompetenz; Designer*innen, Designaffine aus unterschiedlichen Branchen und NDU-Absolvent*innen, die sich gezielt im Produktdesign weiterbilden bzw. spezialisieren wollen.
Kosten pro Semester: 2.380 Euro (Referenz WS 2026/2027)
Alle weiteren Details über Inhalte, Termine & Fördermöglichkeiten unter:
www.ndu.ac.at/studium/universitaetslehrgaenge/produktdesign