„Die Branche muss langfristig von Förderprogrammen unabhängig werden. Es muss uns gelingen, die zahlreichen Vorteile der Technologie noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und die Wärmepumpe als wirtschaftlich attraktive, zukunftssichere und nachhaltige Lösung zu positionieren.“ Das war eine der Kernaussagen von Wärmepumpe Austria-Präsident Richard Freimüller, bei der Generalversammlung des Verbands, die am 18. Juni auf Einladung von Verbandsmitglied Windhager – BHT in Seekirchen stattfand.

Aktuelle Entwicklungen

Mehr als 100 Vertreter*innen der heimischen Wärmepumpen-Branche folgten der Einladung von Wärmepumpe Austria (WPA). Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten sie über aktuelle Entwicklungen der österreichischen Energie- und Klimapolitik sowie deren Auswirkungen. Im Mittelpunkt standen der erwartete Markteinbruch durch die Ausschöpfung des Kesseltausch-Budgets für 2026 und der Ausblick auf 2027 sowie das aktuelle Doppel-Budget, die geplanten Förderkriterien und die damit verbundenen Herausforderungen.

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Angeregte Diskussionen in Seekirchen (v.l.): Richard Freimüller und Gastgeber Andreas Weißenbacher.
Angeregte Diskussionen in Seekirchen (v.l.): Richard Freimüller und Gastgeber Andreas Weißenbacher. © Wärmepumpe Austria

Andreas Weißenbacher, CEO der BWT Holding, unterstrich bei der Begrüßung die Bedeutung innovativer Wärmepumpentechnologien als zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Wärmewende. In den Fachvorträgen wurden Zukunftsthemen aufgegriffen. So wurden die Ergebnisse der Studie „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft“, die Qualitätsanforderungen bei Wärmepumpeninstallationen sowie die Herausforderungen des Generationenwechsels und der Fachkräftesicherung vorgestellt.

1,3 Millionen Wärmepumpen

Die Studie zeigt, dass der gesamte Wärmesektor bis 2040 konsequent von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Systeme wie die Wärmepumpe umgestellt werden muss, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Laut den Berechnungen der Studie werden bis 2040 rund 1,3 Millionen zusätzliche Wärmepumpen benötigt, darunter mehr als eine Million Heizungswärmepumpen. Dies entspricht einem jährlichen Ausbau von etwa 60.000 Heizungswärmepumpen.

Dies würde laut der Studie einen enormen Wachstumsmotor für Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten und eine hohe regionale Wertschöpfung sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen ermöglichen. Durch den Austausch von Heizkesseln könnten demnach rund 19 Terawattstunden Erdgas und Heizöl ersetzt, die Energieunabhängigkeit Österreichs gestärkt und mehrere Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Zudem könnten volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich vermieden werden, die bei einer Verfehlung der europäischen Klimaziele durch den Kauf zusätzlicher Emissionszertifikate entstehen würden.

Gasimporte senken

„Mit der Umsetzung der geplanten Klimaziele – rund 1,3 Millionen Wärmepumpen bis 2040 – können die heutigen nationalen Gasimporte um bis zu 24 Prozent reduziert werden“, meinte WPA-Präsident Freimüller. Dies führe zu Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und einer unabhängigen Wärmeversorgung zu leistbaren Preisen.

Um die Vorteile der Wärmepumpe besser zu vermarkten, möchten der Verband und die Mitglieder eine gemeinsame Marketinginitiative erarbeiten. Das Ziel: „Mit unterschiedlichen Werbemaßnahmen sollen die vielfältigen Vorteile einer Wärmepumpe verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden“, so der Verband. Im Mittelpunkt stehe dabei der Nutzen, der für die Menschen besonders relevant sei – vor allem Heizung, Kühlung und Warmwasser mit nur einer Technologie, Senkung der Betriebs- und Energiekosten, Nutzung kostenlos verfügbarer Umweltenergie und PV-Strom und hohe Energieeffizienz.

WPA-Präsident Freimüller abschließend: „Die Wärmepumpe verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit, geringste Betriebskosten und heimische Wertschöpfung. Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Haushalte und Unternehmen weiterhin in erneuerbare Heizsysteme investieren können.“