Wie Wien große Gebäude und kritische Infrastruktur an heißen Tagen kühlt, zeigt eine Führung durch die Fernkältezentrale am Hauptbahnhof. Die Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) und Wien Energie öffnen die Anlage am 15. Oktober 2026 um 15:30 Uhr. Burkhard Hölzl, Fernkälte-Experte bei Wien Energie, führt durch die Zentrale; Maik Novotny von der ÖGFA moderiert das anschließende Gespräch. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist verpflichtend.

Kaltes Wasser übernimmt den Wärmetransport

Bei der Wiener Fernkälte wird Wasser in zentralen Anlagen auf etwa fünf bis sechs Grad Celsius gekühlt und über Leitungen zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort nimmt es Wärme auf und führt sie wieder ab. Wien Energie beziffert das Netz mit Stand Juni 2026 auf 33 Kilometer, 220 versorgte Gebäude und 250 Megawatt Leistung. Diese Angaben stammen vom Betreiber.

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Die Zentrale am Hauptbahnhof nahm 2013 den Betrieb auf und wurde später erweitert. Wien Energie gab 2024 eine Kühlleistung von 26 Megawatt an. Neben Kompressionskältemaschinen arbeitet dort demnach auch eine mit Abwärme betriebene Absorptionskältemaschine. Zwei Wärmepumpen speisen überschüssige Abwärme in das Fernwärmenetz ein.

Betreiberangaben bleiben Thema für das Gespräch

Wien Energie nennt für Fernkälte rund 50 Prozent weniger CO₂-Emissionen als bei konventionellen Klimaanlagen. Zudem liege die Nachfrage an besonders heißen Tagen bis zu 60 Prozent über jener eines durchschnittlichen Sommertags. Beides sind Angaben des Unternehmens; Systemgrenzen, Vergleichsannahmen und Lastprofile sind in den verlinkten Mitteilungen nicht näher ausgewiesen. Gerade diese Punkte können bei der Führung für Planende und Fachleute interessant sein.

Die Veranstaltung gehört zum ÖGFA-Jahresschwerpunkt „Infrastruktur und Transformation“. Laut Veranstaltungsseite beginnt sie am Donnerstag, 15. Oktober, um 15:30 Uhr am Wiener Hauptbahnhof, Am Hauptbahnhof 1, 1100 Wien.

Anmeldung startet am 8. Oktober

Die verbindliche Anmeldung wird am 8. Oktober 2026 um 6 Uhr freigeschaltet. Die ÖGFA weist auf ein begrenztes Platzkontingent hin; Mitglieder werden laut Veranstalter vorgereiht.