„Das Geschäft mit Flächenheiz- und Kühlsystemen hat sich bei Ke Kelit im vergangenen Jahr sehr positiv entwickelt. Wir konnten ein Wachstum von rund 30 Prozent verzeichnen.“ Karl Egger, Geschäftsführer des Haustechnik-Herstellers Ke Kelit, zeigt sich höchst erfreut über die Entwicklung des besagten Geschäftsfelds. Das starke Plus, so Egger weiter, reflektiere „die steigende Nachfrage nach energieeffizienten und nachhaltigen Systemlösungen.“ Nachsatz: „Vor allem im Bereich der Büro- und Kommunalbauten, so wie im Wohnbau, war diese Steigerung zu erkennen.“

Abschied vom Heizkörper

Ke Kelit ist kein Einzelfall. Der Markt entwickelt sich immer stärker weg von klassischen Heizkörpern hin zu Flächenheizungen und -kühlungen. Daher konnten viele Hersteller trotz der Flaute im Neubau in diesem Produktbereich durchaus zulegen – auch wenn Ke Kelit der einzige ist, der von zweistelligem Wachstum berichtet.

Werbung
Knapp Verbinder für schmale Plattenstärken
Der FIYU FAST 10 für Platten ab 12 mm Stärke fixiert reversibel oder unlösbar. Für Plattenstärken ab 18 mm eignet sich der neue Nut-Feder-Verbinder auch als Mittelwandverbinder. Geeignet für das P-System.

„Letztes Jahr haben wir vermehrt Anfragen für Flächenheizungslösungen erhalten – von kleineren Projekten bis hin zu großen Büro- und Wohnkomplexen“, sagt Helmut Veigl, Verkaufsleiter von Herz in Österreich. „Flächenheizungen übernehmen seit Jahren die Vorherrschaft am Markt, der Heizkörper verschwindet bei Neubauten zunehmend aus dem Blickfeld.“

Leichtes Plus

„Im vergangenen Jahr konnten wir im österreichischen Markt für Flächenheizungs- und Kühlsysteme eine leichte Umsatzsteigerung verzeichnen“, meint Roland Stransky, Product Sales Manager und Leiter der Anwendungstechnik bei Kermi. Im Fokus, so Stransky weiter, stehe dabei in den meisten Bau- oder Renovierungsprojekten insbesondere die Heizfunktion der Systeme. Die Kühloption spiele bei der Nachfrage in Österreich bislang eher eine untergeordnete Rolle. Für die Zukunft sehe man hier aber ein deutliches Potenzial.

Thomas Hagenauer, Managing Director bei Tece Österreich, zeigt sich mit der „Entwicklung unseres Geschäfts für Flächenheizungs- und Kühlungssysteme in Österreich zufrieden.“ Kleine Einschränkung: „Aufgrund des allgemeinen Rückgangs der Bautätigkeit reduzierte sich unser Wachstum in diesem Produktsegment.“

Stabiles Niveau

Rudolf Donner, Geschäftsführer von Building Flow Solutions Österreich, berichtet im Bereich der Flächenheizungen von einem Geschäft „auf stabilem Niveau“. Bei den Deckenkühlungen steige die Nachfrage dagegen „aufgrund der klimatischen Entwicklungen“. Differenziert klingen auch die Aussagen von Andreas Zottler, Sales & Marketing Director bei Vogel&Noot. Im Jahr 2025 habe sich das Geschäft mit Flächenheizungen infolge des deutlichen Rückgangs im Neubau „auf einem insgesamt niedrigen Niveau eingependelt“. Dennoch, so Zottler weiter, „konnten einige Projekte erfolgreich umgesetzt und abgeschlossen werden“. Positiv entwickelt hätten sich Systeme wie die Bauteiltemperierung sowie die Kühl- und Heizdecken, während die klassische Fußbodenheizung „spürbar rückläufig war“.

20 bis 25 Prozent

Was die Erwartungen für die unmittelbare und mittelbare Zukunft betrifft, dominiert bei den Herstellern Optimismus – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Ke Kelit-Geschäftsführer Egger rechnet für das Jahr 2026 mit einer positiven Entwicklung. „Aktuell erscheint ein Wachstum von etwa 20 bis 25 Prozent realistisch“, so Egger zuversichtlich. „Treiber dafür sind vor allem der steigende Bedarf an energieeffizienten Gebäudelösungen sowie die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Heiz- und Kühlsysteme im Neubau und in der Sanierung.“

Für die kommenden Jahre geht er „von einer weiterhin steigenden Nachfrageentwicklung“ aus. Der Grund: „Flächenheiz- und Kühlsysteme bieten entscheidende Vorteile, die im aktuellen Marktumfeld zunehmend an Bedeutung gewinnen: niedrige Betriebskosten, hohe Energieeffizienz und langfristige Wirtschaftlichkeit.“

Steigende Nachfrage

Vogel&Noot-Manager Zottler rechnet mittelfristig ebenfalls mit „einer steigenden Nachfrage nach Flächenheiz- und Kühlsystemen. Während diese Systeme im Neubau bereits zum Standard geworden sind, werden sie auch in Sanierungsprojekten zunehmend an Bedeutung gewinnen.“ Für das laufende Geschäftsjahr erwartet er sich allerdings „aufgrund der weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine wesentlichen“ Wachstumsimpulse: „Aus heutiger Sicht wäre daher bereits eine stabile Entwicklung auf dem Niveau von 2025 als Erfolg zu werten.“

Ganz ähnlich sieht das Tece Österreich-Managing Director Hagenauer. Die „sehr positiven Rückmeldungen unserer Kunden zu den von uns angebotenen Systemen“ geben ihm zwar „Zuversicht für die kommenden Jahre“. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er nicht mit großen Sprüngen: „Wir schätzen den Markt für diese Systeme im Jahr 2026 und auch in einer mittelfristigen Prognose in etwa auf dem Niveau der Vorjahre und erwarten kein nennenswertes Marktwachstum.“

Etwas mehr

Etwas mehr erwartet sich Building Flow Solutions Österreich-Geschäftsführer Donner. „In der Flächenheizung wird die Nachfrage nach Systemen mit geringem Aufbau wachsen, vor allem in der Renovierung.“ Davon wolle man mit den hauseigenen Produkten profitieren. „Insgesamt gehen wir – abgesehen von der geopolitisch instabilen Situation – von einem leichten Wachstum in 2026 aus.“

Bei Herz erwartet man für 2026 und die kommenden Jahre ein starkes Interesse an diesen Systemen. „Wir erhalten aktuell zahlreiche Anfragen für Büro- und Wohnkomplexe, die in Planung sind“, sagt Österreich-Verkaufsleiter Veigl. Aber er schränkt ebenfalls ein: „Doch wann und ob sie realisiert werden, hängt von der Erholung der Branche ab.“

Energieeffiziente Lösungen

Kermi-Manager Stransky rechnet 2026 mit einer „weiteren leichten Steigerung im Bereich der Flächenheizungs- und Kühlsysteme“. Vor allem die „zunehmende Nachfrage nach energieeffizienten und nachhaltigen Heizlösungen mit Wärmepumpen“ werde sich „wahrscheinlich auch auf den Flächenheizungsmarkt positiv auswirken.

Mittelfristig dominiert bei ihm ebenfalls Zuversicht: Das Segment werde weiter an Bedeutung gewinnen. „Einen wesentlichen Treiber für diese Entwicklung sehen wir in der fortschreitenden Umstellung auf moderne Heizsysteme, die mit geringeren Vorlauftemperaturen arbeiten.“ Gerade in solchen Heizkonzepten würden Flächenheizungen und -kühlungen mit ihrer effizienten, großflächigen Wärmeübertragung in die Räume punkten. Stransky: „Daher werden sie weiterhin in der Branche eine wichtige Rolle spielen.“

Kühlung wird wichtiger

Einig sind sich die Vertreter der Branche bei einem zentralen Trend: Die Kühlung wird aufgrund der Klimaerwärmung deutlich an Bedeutung gewinnen. „Der Trend in Richtung Deckenkühlung und Betonkernaktivierung wird anhalten“, meint Building Flow Solutions-Manager Donner. „Gerade vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und steigender Temperaturen denken wir, dass sich die Kühlung von Gebäuden verstärkt zu einem Trendthema entwickelt“, stimmt Kermi-Experte Stransky zu. „Moderne Wärmepumpen bieten heute häufig bereits die Möglichkeit, zusätzlich zum Heizen auch zu kühlen. Hier liegt es nahe, ein solches Heizsystem mit einer Flächenheizung zu kombinieren, die ebenfalls beide Funktionen vereint.“

Ganzjährig temperieren

„Ein klarer Trend zeigt sich in Richtung kombinierter Flächenheiz- und -kühlsysteme, die eine effiziente, komfortable und nachhaltige Möglichkeit bieten, Wohn- und Arbeitsräume ganzjährig zu temperieren“, unterstreicht Vogel&Noot-Sales Manager Zottler. „Vor allem im urbanen Raum rückt die Heizleistung zunehmend in den Hintergrund, während Kühlung zu einem entscheidenden Faktor bei der Systemwahl wird.“

Das sieht Ke Kelit-Geschäftsführer Egger ganz ähnlich. Auch er nimmt eine steigende Nachfrage nach Technologien wahr, „die sowohl Heiz- als auch Kühlfunktionen in einem System vereinen und gleichzeitig einen nachhaltigen sowie wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen“. Er verweist hier auf die patentierten Flächenheiz- und Kühlsysteme aus dem eigenen Haus. „Diese werden in Österreich entwickelt und produziert und zeichnen sich durch ihre hohe Funktionalität und Effizienz aus. Systeme über die Decke ermöglichen sowohl angenehmes Heizen im Winter als auch effektives Kühlen im Sommer – bei gleichzeitig minimalem Wartungsaufwand.“ Ein weiterer wesentlicher Trend sei die Kombination mit Wärmepumpensystemen. „Durch die optimale Abstimmung auf Niedertemperaturbetrieb lassen sich hier besonders effiziente Gesamtsysteme realisieren.“

Baukörper nutzen

Tece Österreich-Manager Hagenauer verweist auf die „sinnvolle Idee“, den Baukörper als Wärme- oder Kältespeicher zu nutzen. „Gleichzeitig sehen wir noch enormes Entwicklungspotenzial in der Nutzung der Baukörper auch im Hinblick auf Speicherkapazität und Regelungstechnik.“ Neben diesem Anwendungstrend verfolge der Hersteller in seiner Innovationsstrategie das Ziel, die Montage der Systemkomponenten und deren Zusammenspiel laufend zu verbessern. „Insofern können wir zu jeder Systemkomponente eines Flächenheiz- und Kühlsystems Features nennen, die die Gesamtanwendung für den Verarbeiter und den Investor attraktiv erscheinen lassen.“

Hydraulischer Abgleich

Bei Herz betont man wiederum die Bedeutung des hydraulischen Ausgleichs: „Die richtige Verteilung im Gesamtsystem ist entscheidend, sowohl für Neubauten als auch für Sanierungen – und für alle Beteiligten vom Installateur bis zum Endverbraucher“, erklärt Verkaufsmanager Veigl und ergänzt „Wir bei Herz kennen die Herausforderungen aus der Praxis. Daher bieten wir Lösungen, die die Installation erleichtern, Zeit sparen und gleichzeitig eine effiziente Wärmeverteilung sicherstellen.“