Neue Normen, Ausführungsfehler und künftige Nachhaltigkeitsvorgaben stehen im Mittelpunkt der Holz_Haus_Tage 2026. Die Holzforschung Austria veranstaltet die zweitägige Fachtagung am 15. und 16. Oktober im Kongress & TheaterHaus Bad Ischl. Das Programm richtet sich an Planende und Ausführende im Holzbau. Neben Regelwerken behandelt es Gewerke-Schnittstellen, Trittschall bei Holzmassivdecken, Feuchte- und Witterungsschutz sowie den Umgang mit Veränderungen in Unternehmen und Planungsteams.
Was bereits gilt und was noch kommt
Mehrere angekündigte Beiträge befassen sich mit neuen Regelwerken. Die ÖNORM B 4119 zu Planung und Ausführung von Unterdächern und Unterspannungen trägt das Ausgabedatum 1. September 2026. Die ÖNORM M 7778 zur Montageplanung und Montage von Photovoltaikmodulen und thermischen Solarkollektoren ist mit 15. September 2026 datiert. Beide Normen sind damit zum Zeitpunkt der Tagung bereits erschienen.
Anders ist der Stand bei der OIB-Richtlinie 7. Das Österreichische Institut für Bautechnik führt sie derzeit als Entwurf für die OIB-Richtlinien 2027. Sie soll die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen behandeln. Das Programm greift die Frage auf, ob daraus mehr Nachhaltigkeit oder vor allem zusätzlicher Aufwand für die Branche entsteht.
Auch die zweite Generation des Eurocode 5 ist ein Zukunftsthema. Laut dem Joint Research Centre der Europäischen Kommission ist für die zweite Eurocode-Generation der 30. September 2027 als Veröffentlichungsdatum vorgesehen. Ein Vortrag in Bad Ischl soll die Systematisierung, Erweiterungen und Vereinfachungen im Holzbau-Regelwerk erläutern.
Schnittstellen und typische Baufehler
Die Tagung bleibt nicht bei Normen stehen. Der Programmfolder kündigt Praxisbeispiele zu Estrichkonstruktionen im Holzbau und deren Einfluss auf Schall- und Feuchteschutz an. Weitere Beiträge behandeln elastisch gebundene Schüttungen auf Holzmassivdecken, den Witterungsschutz während der Bauphase, beschichtete Holzfassaden sowie einen neuen Leitfaden für Gewerke-Schnittstellen.
Damit rückt ein wiederkehrendes Problem in den Mittelpunkt: Selbst eine korrekte Planung schützt nicht vor Fehlern, wenn Zuständigkeiten zwischen Gewerken unklar sind oder Details auf der Baustelle anders ausgeführt werden. Welche Lösungen der angekündigte Leitfaden enthält und wann er verfügbar sein wird, geht aus den öffentlich zugänglichen Unterlagen noch nicht hervor.
Anmeldung bis 6. Oktober
Die Holzforschung Austria nennt den 6. Oktober 2026 als Anmeldeschluss. Die Teilnahme an beiden Tagen kostet 515 Euro zuzüglich Umsatzsteuer; Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Holzforschung erhalten laut Veranstalter 20 Prozent Ermäßigung. In der Gebühr sind Unterlagen, Mittagessen, Pausengetränke und das Abendessen enthalten.