„Ganz klar ja.“ So lautet die Antwort von Pal Nikollbibaj vom Haustechnik-Anbieter Taconova auf die Frage, ob der hydraulische Abgleich ein relevantes Geschäftsfeld für Installationsbetriebe ist. „Der hydraulische Abgleich ist ein elementarer Bestandteil jeder effizient betriebenen Heizungsanlage. Nur ein exakt abgeglichenes System verteilt die Energie so, dass in jedem Raum die gewünschte Temperatur ankommt, egal ob im Heizkörper oder in der Flächenheizung“, erläutert er.
Nicht zu unterschätzen
Die Bedeutung des Installateurs ist dabei nicht zu unterschätzen: „In der Praxis ist die Rollenverteilung bei der Umsetzung des hydraulischen Abgleichs eindeutig: Der Planer legt die passenden Komponenten aus, der Installateur setzt den Abgleich vor Ort um“, so Nikollbibaj. „Damit ist der hydraulische Abgleich ein festes, wiederkehrendes Betätigungsfeld im Fachhandwerk.“

Ganz ähnlich sieht das Alexander Sollböck, Geschäftsführer von Reflex Austria und Obmann des Verbandes der Installations-Zulieferindustrie (VIZ). „Der hydraulische Abgleich ist eine kostengünstige Maßnahme, um Energie zu sparen, den Komfort zu erhöhen und die Effizienz der Heizungsanlage zu erhöhen“, sagt Sollböck. „Bei Wärmepumpen ist es mit Sicherheit eine der wichtigsten Optimierungsmaßnahmen, um geringe Vorlauftemperaturen zu gewährleisten. Somit ein notwendiges Business für den Installateur.“
Attraktives Geschäftsfeld
„Der hydraulische Abgleich zählt heute zu den attraktivsten und zukunftsorientiertesten Geschäftsfeldern im Installationsbereich“, meint man auch bei IMI Hydronic Engineering. „In Österreich ist er bei der Inbetriebnahme von Warmwasser-Heizungsanlagen, Kaltwassersystemen zur Raumkühlung sowie Zirkulationsleitungen für erwärmtes Trinkwasser ein wesentlicher Bestandteil einer fachgerechten Anlagenerrichtung.“
Gleichzeitig sei er eine wichtige Voraussetzung für die normgerechte Übergabe moderner Gebäudetechnik an Betreiber und Nutzer. „Gerade in Zeiten rückläufiger Neubauaktivitäten gewinnt der hydraulische Abgleich zusätzlich an Bedeutung“, so die Experten von IMI weiter. Die Optimierung und Sanierung bestehender Anlagen eröffne Installationsbetrieben wertvolle Geschäftschancen, da mit vergleichsweise überschaubaren Investitionen erhebliche Energieeinsparungen und deutliche Effizienzsteigerungen erzielt werden können. „Für qualifizierte Fachkräfte entsteht dadurch ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld mit nachhaltiger Perspektive.“
Wertvolle Beratung
Der Installateur kann die Kunden mit wertvoller Beratung unterstützen. „Typische Anzeichen für ein nicht hydraulisch abgeglichenes System sind zu kalte oder zu warme Heizkörper oder Geräusche in Leitungen“, meint er Taconova-Experte Nikollbibaj. Sinnvoll sei die Maßnahme grundsätzlich in allen Gebäuden, unabhängig vom Baujahr. „Im Neubau, wo niedrige Systemtemperaturen und die Kombination mit Wärmepumpen den Abgleich ohnehin voraussetzen, ebenso wie im Bestand, wo die Einsparpotenziale oft am größten sind.“
Um den hydraulischen Ausgleich fachgerecht durchführen zu können, sind natürlich Know-how und die richtige Ausrüstung notwendig. „Das Grundverständnis für die Hydraulik einer Heizungsanlage ist sicherlich Grundvoraussetzung, um einen hydraulischen Abgleich zu machen. Es braucht Mess- und Prüfgeräte und eine gründliche Analyse der Anlage“, verdeutlicht Reflex Austria-Chef Sollböck. „Viele Hersteller von Regelventilen bieten Software an, die eine tolle Unterstützung sind und auch so, neben der notwendigen Heizlastberechnung als Unterstützung für den hydraulischen Abgleich dienen.“
Viele Produkte
Sollböck verweist für die Durchführung des hydraulischen Abgleichs auf die hauseigenen Druckhaltungsprodukte, egal ob statische Gefäße oder dynamische Pumpendruckhaltung, die „essentiell für den Abgleich und das Funktionieren der Heizungsanlagen“ seien. „Luft und/oder der falsche Druck in der Heizungsanlage sind für einen funktionierenden hydraulischen Abgleich nicht sinnvoll. Daher ist es auch sinnvoll, nach einer Analyse die richtigen Maßnahmen abzuleiten, dies könnte dann auch eine Vakuum-Sprührohrentgasung sein, oder auch unsere Reflex Greenbox, die alle notwendigen, normgeforderten Bauteile in einem vereint“, verdeutlicht der Reflex Austria-Geschäftsführer.
Die Reflex Greenbox betrachtet Sollböck als echtes „Highlight“. Bei der Greenbox handelt es sich um ein kompaktes, vollautomatisches Hydraulikmodul für geschlossene Heiz- und Kühlsysteme. Sie bündelt zentrale Aufgaben der Anlagenhydraulik und Wasseraufbereitung in einer vormontierten Einheit. Je nach Ausführung übernimmt die Greenbox die Entgasung des Anlagenwassers, die automatische Nachspeisung mit Systemtrenner, die Abscheidung von Schmutz, Schlamm und Magnetit sowie die Enthärtung oder Entsalzung des Füll- und Ergänzungswassers.
Strukturiert vorgehen
Der Schlüssel zum Erfolg des hydraulischen Abgleichs liegt aus Sicht der IMI-Experten vor allem in einer strukturierten Vorgehensweise. „Am Beginn stehen eine sorgfältige Analyse der Anlage, die Auswertung vorhandener Betriebsdaten sowie das Verständnis der hydraulischen Zusammenhänge anhand von Anlagenschemata“, erläutern sie.

Auf dieser Grundlage werde entschieden, ob Optimierungen innerhalb des bestehenden Systems ausreichen oder ob gezielte Anpassungen – beispielsweise die Nachrüstung voreinstellbarer Ventile oder eine Systemumstellung – sinnvoll sind. Moderne digitale Werkzeuge wie IMI Hytools in Verbindung mit dem TA-Scope Messcomputer können dabei unterstützen, präzise Messungen durchzuführen, Anlagenzustände transparent darzustellen und optimale Einstellungen zu ermitteln. „Selbstverständlich begleiten und schulen wir unsere Kunden intensiv bei der Anwendung dieser Technologien“, so der Hersteller.
Vor Ort begleiten
Zudem begleite man Projekte vor Ort, unterstütze bei Anlagenbegehungen, analysiere Betriebsdaten und bewerte Bestandsunterlagen. „Wenn Zeit oder personelle Ressourcen knapp sind, übernehmen unsere Serviceexperten auf Wunsch auch Teile der Mess-, Analyse- und Optimierungsarbeiten.“

Für den hydraulischen Abgleich kommen heute vor allem intelligente und hocheffiziente Lösungen zum Einsatz. Dazu zählen bei IMI die TA-Smart Regelventile für Regelgruppen, die TA-Smart DP Differenzdruckregler in Steigleitungen sowie Kombinationen aus TA-Nano und TA-Slider für eine präzise Regelung in den einzelnen Zonen. „Im Wohn- und Objektbereich haben sich laut Hersteller „außerdem die Heimeier Eclipse Ventile in Verbindung mit Neo K Regelungslösungen als besonders leistungsfähige und anwenderfreundliche Systeme etabliert“.
Ohne Spezialwerkzeug
Taconova setzt bei der Unterstützung der Installationsbetriebe an zwei Stellen an. Erstens beim Produkt selbst: „Weil unsere Ventile ohne Spezialwerkzeug, Messgeräte oder Tabellen auskommen und den Durchfluss direkt anzeigen, nehmen wir dem Installateur einen großen Teil des Aufwands ab“, sagt Experte Nikollbibaj. Zweitens über konkrete Arbeitshilfen: „Für jedes Produkt stehen Datenblätter und Einbauanleitungen bereit, die den Prozess Schritt für Schritt erklären“, so Nikollbibaj.

„Im Download-Center auf unserer Website finden Installateure sämtliche Einbauanweisungen sowie technische Hilfen und Berechnungsformulare für den hydraulischen Abgleich, mit denen sich fehlende Systemdaten – gerade im Bestand – ermitteln lassen.“ Ergänzend beantworte man in einem FAQ-Bereich häufige Fragen rund um die Produkte des hydraulischen Abgleichs. Für die Planung stellt Taconova zudem kostenfreie Linear-Produktdatensätze für den BIM-Prozess bereit.

„Unsere Highlight-Produkte lassen sich am besten über die zwei Bereiche erklären, in denen der hydraulische Abgleich stattfindet“, so Nikollbibaj weiter. Für den Strang bietet Taconova die Tacosetter-Familie an: „Hier sind unsere Abgleichventile mit Sichtglas und Anzeigeskala zu Hause.“ Dazu gehören der Tacosetter Bypass, der seit 1985 im Programm ist. Neben der Standardversion gibt es die Solarversionen mit hoher Temperaturbeständigkeit sowie die Flanschversionen bis 650 Liter pro Minute. Direkt am Heizkreisverteiler kommen die Topmeter von Taconova zum Einsatz. Mit ihnen wird der einzelne Heizkreis abgeglichen.
Ein sorgfältig durchgeführter hydraulischer Abgleich lohnt sich wirtschaftlich für den Betreiber der Heizungsanlage. Das verdeutlicht eine Zahl, die Nikollbibaj vorlegt: „Ein hydraulischer Abgleich steigert die Effizienz einer bestehenden Heizung um bis zu 15 Prozent.“