Stefan Hiesel zieht Bilanz zum ersten Halbjahr:

Wir sind insgesamt zufrieden. Wir liegen leicht über dem Vorjahresniveau, auch wenn der Mai etwas schwächer ausgefallen ist. Entscheidend ist, dass die Richtung stimmt und wir uns trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut behaupten.

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Welche Auswirkungen der Iran-Konflikt auf das Geschäft hat:

Wir spüren einen Anstieg der Kosten: zunächst bei den Transport- und Energiekosten, dann auch bei den Preisen für Stahl und Kunststoffe. Insgesamt sind die Belastungen aber noch beherrschbar. Und das gelingt uns auch: Wir haben unseren Kunden keine Preiserhöhungen verrechnen müssen.

Wie das gelungen ist:

Wir haben frühzeitig gegengesteuert. Bereits im vergangenen Jahr haben wir unser Sortiment optimiert und Einsparungspotenziale genutzt. So konnten wir die Preiserhöhungen intern auffangen. Das belastet unsere Margen, aber wir wollten bewusst vermeiden, jede Kostensteigerung sofort an den Markt weiterzugeben. Wenn entlang der gesamten Wertschöpfungskette permanent Preise erhöht werden, verlieren Bauherren und Investoren die Kalkulationssicherheit. Das kann Projekte verzögern oder sogar stoppen. Unser Anspruch ist es, ein verlässlicher Partner zu sein. Unser Unternehmensmotto lautet schließlich: „Zuverlässigkeit trägt.“

Wann er mit einer Erholung der Bauwirtschaft rechnet:

Das ist schwer zu sagen. Es gibt ein kleines Pflänzchen der Erholung. Allerdings ist die Datenlage schwierig. Zwischen Baubewilligung und tatsächlichem Baubeginn vergeht oft viel Zeit. Wir beobachten deshalb die Marktkennzahlen und unsere eigene Projektpipeline sehr genau. Im mehrgeschossigen Wohnbau sehen wir weiterhin Herausforderungen. Die Zahl der Baubewilligungen ist 2025 erneut zurückgegangen. Gleichzeitig profitieren wir noch von Projekten, deren Baubewilligung bereits länger zurückliegt und die jetzt umgesetzt werden. Deshalb verlief unser Geschäft zuletzt besser als der Gesamtmarkt. Entscheidend wird sein, dass die Zahl neuer Bauprojekte wieder steigt.

Welche strategischen Schwerpunkte Schöck Bauteile in Österreich setzt:

Rund zwei Drittel unseres Umsatzes erzielen wir mit unseren Isokorb-Elementen zur thermischen Trennung von Balkonen. Dieses Segment bleibt unser Kerngeschäft.  Gleichzeitig bauen wir das Sortiment konsequent aus. Heute geht es nicht mehr nur um Balkone. Wir entwickeln Lösungen für thermisch getrennte Stützen und Wandscheiben, um Wärmebrücken weiter zu reduzieren und die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Damit erschließen wir zusätzliche Anwendungen und stärken gleichzeitig unsere Marktposition.

Welche Rolle Innovationen dabei spielen:

Innovationen sind sehr wichtig für uns. Ein wichtiges Beispiel ist unser Isokorb IQ. Damit können Balkone nachträglich an ein Gebäude montiert werden. Das bringt den Bauunternehmen erhebliche Vorteile, weil sie den Rohbau schneller errichten können und sich während der Bauphase nicht mit den Balkonkonstruktionen beschäftigen müssen. Außerdem eröffnet der Isokorb IQ mehr Flexibilität bei der Planung. Das Produkt kommt bereits bei ersten Projekten zum Einsatz und passt sehr gut zum Trend des hybriden und modularen Bauens.

Über diesen Trend:

Wir beobachten eindeutig, dass Holz-Hybridbauweisen, serielles Bauen und modulare Konzepte an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Bauunternehmen beschäftigen sich damit. Deshalb entwickeln wir unsere Lösungen konsequent weiter und suchen auch Partnerschaften mit anderen Unternehmen. Unser Ziel ist es, frühzeitig Produkte anzubieten, die den Anforderungen dieser Bauweisen entsprechen.

Über eine weitere wichtige Entwicklung – Digitalisierung und KI:

Das ist ebenfalls ein wichtiges Thema für uns. Wir arbeiten an Softwarelösungen, mit denen Statiker unsere Produkte einfacher planen und dimensionieren können. Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit KI. Wir testen derzeit beispielsweise, wie die KI unsere Produkte automatisch aus Bauplänen erkennen und daraus Stücklisten erstellen kann. Heute müssen Mitarbeiter diese Informationen oft noch manuell aus den Plänen herauslesen. Das kostet Zeit und bindet Ressourcen. Wenn eine KI diese Aufgabe zuverlässig übernimmt, gewinnen wir deutlich an Effizienz und können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für anspruchsvollere Tätigkeiten einsetzen.