Furnier ist in Dicken von 0,6 bis 6 Millimeter erhältlich und wird als Säge-, Messer- und Schälfurnier angeboten. Je nach Holzart und Herstellung unterscheidet sich die Optik. Neben einzelnen Furnierblättern sind auch fertig konfektionierte Fixmaße erhältlich. Während Sägefurnier hauptsächlich für Restaurationsarbeiten zum Einsatz kommt, ist Messerfurnier im hochwertigen Möbelbau zuhause. Schälfurniere werden häufig für die Herstellung von Sperrholzplatten eingesetzt und bieten eine durch den Fertigungsprozess vorgegebene Optik.

Speziell angefertigte Optiken machen diese Furniere auf einer Oberfläche einmalig. © Schorn&Groh
© Schorn&Groh

Kulturgut für den Tischler

Obwohl Furnier in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, ist das Thema „Furnieren“ noch immer ein wichtiger Teil der Ausbildung. Das ist auch gut so! Denn bei keiner anderen Tätigkeit lernt man mehr über die Möglichkeiten, die den Werkstoff Holz so einzigartig machen. Furnier mit einer Dicke von unter einem Millimeter zu verarbeiten, setzt viele Fertigkeiten voraus. Durch das Anfertigen einer Furnier- oder Intarsienarbeit ergeben sich einmalige Impulse für viele Tätigkeiten aus dem Tischleralltag. So erlernt man durch das Fügen und Zuschneiden von Furnieren, die Leimauswahl und den fachgerechten Auftrag, den perfekten Schliff der Oberflächen und letztlich auch durch das Aufbringen einer Oberflächenbehandlung eine Perfektion auf vielen Gebieten, die in der Ausbildung und im späteren Tischleralltag einen unschätzbaren Mehrwert darstellen.

Werbung
Ein Solar-Rollladen für Fensterkombinationen
Mit dem Außenrollladen ARZ Komfort Solar bietet FAKRO eine innovative Lösung für Fensterkombinationen aus Dachfenster + Fixelement. Ein Rollladen schützt beide Elemente komfortabel mit Solarbetrieb.
mehr erfahren
Eine Optik, wie sie nur die Natur wachsen lassen kann © Schorn&Groh
Easi Wood, das ist biegbares vorgeschliffenes und einfach verarbeitbares vlieskaschiertes Furnier. © Schorn&Groh

Weniger Furnier – warum?

Der Rückgang der Absatzzahlen von Furnier ist eine Folge der immer originalgetreuer werdenden Oberflächendekore von Plattenwerkstoffen. Außerdem haben Möbelkäufer leider allzu oft das Gespür für Qualität verloren und orientieren sich an den Billigangeboten der Möbelmärkte. Vielen Kunden ist der Unterschied zwischen einer furnierten Oberfläche und einem Imitat nicht mehr geläufig. In der Herstellung verringert sich durch den Einsatz von fertig beschichteten Plattenwerkstoffen der Arbeitsaufwand erheblich. Hier muss keine aufwendige Oberflächenbehandlung mehr ausgeführt werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich auf diesem Weg Fantasie- bzw. Scheindekore entwickelt haben. Und natürlich haben auch die Möbeltrends mit ihren Hochglanzoptiken dazu beigetragen.

Edle Optiken für einmalige Oberflächen © Schorn&Groh
Furnier im Würfelformat © Schorn&Groh
Hirnholzfurnier, für die Fläche vorkonfektioniert. © Schorn&Groh

Neue Produkte mit Furnier entwickeln

Wir alle wissen: „Mode kommt und Mode geht.“ Der Tischler hat eine Vielzahl von Möglichkeiten, originelle Ideen haptisch umzusetzen. Man denke an die ersten sägerauen und gekälkten Oberflächen vom Tischler – ein neuer Oberflächentrend war entstanden. Erst nach knapp zehn Jahren konnte diese Optik für die breite Masse als Dekor zur Verfügung gestellt werden, doch die einmalige Haptik der natürlichen Oberfläche wurde nie erreicht. So kann auch der Einsatz von Furnieren, gerade im gehobenen Möbelbau, Trends setzten. Besonders edle und hochwertige Hölzer lassen sich so sehr sparsam und großflächig verarbeiten. Vorkonfektionierte Furnierflächen sind in Fixmaßen und vielen Holzarten erhältlich, einige Anbieter haben spezielle Furnieroptiken im Angebot. Diese werden durch spezielle Techniken gefertigt und garantieren so eine immer gleichbleibende Oberflächenoptik in Struktur und Farbe. Weiterhin sind Furniere mit rückseitig kaschiertem Vlies im Angebot. Dies erlaubt die Verarbeitung von Hölzern, die als Furnier zu einer starken Rissbildung neigen. Zum Beispiel mit Vlies kaschiertes Hirnholzfurnier: Hirnholz ohne Vlieskaschierung ist in solchen Materialdicken durch seine technischen Eigenschaften handwerklich kaum zu verarbeiten.

Egal ob schleifen, kaschieren oder fügen: Die Furniere müssen mit größter Sorgfalt verarbeitet werden. © Schorn&Groh
© Schorn&Groh
© Schorn&Groh
© Schorn&Groh
© Schorn&Groh

Sehr dünne, so genannte Microfurniere, ermöglichen es, Profile zu ummanteln. Auch geschweifte Bauteile können so furniert werden. Geprägte Furniere wiederum bieten dem Tischler vollkommen neue Möglichkeiten: Anstatt aufwendig die Oberflächen zu gestalten, sind viele Holzarten als Trägerfurnier oder auf einer Trägerplatte erhältlich. So lassen sich spezielle Texturen und Oberflächen deutlich anders als die Massenware vieler Möbelhäuser gestalten. Furniere aus Altholz bieten die Möglichkeit für Oberflächenoptiken, die einmaliger sind. Oft aus gebrauchtem Material gefertigt, lassen sich Oberflächen kreieren, die einen historischen Hintergrund haben. Starkfurniere schließlich bieten weitere Möglichkeiten wie dem Klassiker Absperren, aber auch Aufwertung durch Bürsten.

Möglichkeiten kennen und einsetzten

Nur wer die vielfältigen Möglichkeiten der Furniere voll ausschöpft, kann diese auch zielgerecht nutzen. So lassen sich durch den Einsatz von Hirnholzfurnieren schwere und sehr massive Möbel bzw. Möbelteile in Echtholzoptik nachahmen und umsetzten. Beispielsweise hat ein optisch massiv wirkender Balken, der für einen Innenraum im Obergeschoss als Sitzbank angefertigt werden soll, deutlich weniger Gewicht als ein tatsächlich durchgehend massiver Balken. Ein weiterer Vorteil ist die erhebliche Materialeinsparung. Zusätzlich wird weit weniger Aufwand benötigt, um den Balken anzufertigen und zu transportieren. Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von Furnieren technische Eigenschaften generieren, die sich mit Massivholz kaum umsetzen lassen. Durch die Verwendung unterschiedlichster Trägermaterialien können die natürlichen Eigenschaften aufgehoben bzw. so verbessert werden, sodass sich neue Anwendungsgebiete ergeben: von wasserfest oder extradünn über flexibel und leicht bis hin zu druckfest oder feuerbeständig.

Die Gefahr, dass Hirnholzfurnier reißt, kann durch eine Kaschierung minimiert werden. © Schorn&Groh
Geprägte Furnieroberflächen ermöglichen vollkommen neue Optiken. © heholz.at
Altes Material auf modernen Möbeln: mit Altholzfurnier kein Widerspruch © heholz.at

Material sparen durch Furniereinsatz

Der Unterschied zwischen einem Quadratmeter 19 mm dicker Massivholzplatte und der identischen Fläche furniertem Plattenwerkstoff liegt auf der Hand: Der Plattenwerkstoff ist um ein Vielfaches preiswerter. Analog dazu ist eine mit einem Edelholz furnierte Platte wesentlich praktikabler, wenn Werkstoffe sehr dünn ausgeführt werden sollen. Meist überwiegen die technischen Vorteile von Holzwerkstoffen, daher ist der Einsatz von Furnieren immer eine überlegenswerte Option.

Die selbe Optik auch über lange Zeiträume: Eine spezielle Fertigung macht es möglich. © heholz.at
© heholz.at

Funier bleibt

Weniger Furnier im Handel und in den Werkstätten heißt also nicht, dass dieser Werkstoff keine Zukunft hat. Die Hersteller haben viele Möglichkeiten entwickelt, die vor einiger Zeit kaum denkbar gewesen wären. Mit eigenen Optiken, hochflexiblen vlieskaschierten und in vorkonfektionierten Fixmaßen erhältlichen Furnierflächen bieten sie einen kreativen Pool, aus dem sich der Tischler für einmalige Möbel- und Einrichtungsoptiken bedienen kann. ■

© heholz_latho-scaled
Ein klassisches Einsatzgebiet von Furnier sind Innentüren. © heholz_latho-scaled

Hersteller & Anbieter

Hechenblaickner: www.heholz.at

JAF: www.frischeis.at

Keplinger: www.keplinger.at

Schorn & Groh: www.sg-veneers.com

Almbrusch Wood4Pros: www.wood4pros.com/products/furniere